iPad: Otto “Home Affair” App im Usability-Check

„Wir werden uns nach dem Launch des iPads in Deutschland intensiv mit den ersten Nutzererfahrungen auseinandersetzen, um diese in die weitere Entwicklung der App einfließen zu lassen." wird Otto-Chef Dr. Schnieders in einer Meldung bei one-to-one zitiert.Hier sind die Ergebnisse des ersten iPad-Usability-Checks, bei dem wir fünf iPad- und Shopping-affine Nutzer gebeten haben, eine Kommode mit Hilfe der otto "Home Affair Katalog" App zu bestellen:

iPad Usability-Check from Web Arts on Vimeo.

Danke, Otto für diese Vorlage – was können wir daraus lernen?

  • Es gelten die gleichen Usability-Heuristiken wie vor 10 Jahren
  • Speziell in diesem Fall erkennbar:
    • User erwarten eine eindeutig erkennbare und intuitiv erlernbare Navigation
    • User erwarten, dass Inhalte durchsuchbar sind
    • User erwarten, dass Warenkorb-Funktionen in der Nähe der Artikel sind
    • User möchten näher an Produkte heran zoomen
    • User wünschen sich mehrere Ansichten
    • User empfinden zu kleine Texte als schwer lesbar
  • Besondere Erkenntnisse in Bezug auf das iPad und Apps:
    • User erwarten, dass das Multitouch-Konzept auch für die Add-to-Cart-Funktion gilt und wollen Artikel auf den Warenkorb ziehen
    • User erwarten, dass sie innerhalb der App kaufen können – der Übergang zum Onlineshop wird als störend wahr genommen
    • User erwarten mehr als die direkte Umsetzung eines Print-Katalogs und formulieren “Enttäuschung” als Nutzererlebnis

PS: Wir wissen, dass das nur ein ganz einfacher und erster Usability-Check ist,… aber: zu ganz ähnlichen Ergebnisse kommt eine Analyse des iA-Magazins – hier wurde die Umsetzung des WIRED Magazins auf dem iPad analysiert.

Wir freuen uns auf die nächste Generation der Shopping-Apps!

Übrigens: Es sind noch letzte Karten für das ConversionCamp am 02. September 2010 verfügbar. Themen sind u.a.: Usability, Informations-Architektur, User Experience und mehr. Schnell zugreifen!

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  • http://www.konversionskraft.de/?p=3752
André Morys André Morys ist Gründer und Vorstand der Web Arts AG und beschäftigt sich seit 1996 mit der Conversion Optimierung von Websites und Onlineshops. André Morys ist Dozent für User Experience an der TH Mittelhessen und Autor des Fachbuchs "Conversion Optimierung". Er ist häufiger Sprecher und Moderator auf Konferenzen. /// @morys auf Twitter folgen /// facebook /// Google+

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11 Reaktionen auf  “iPad: Otto “Home Affair” App im Usability-Check”

Kommentare

  1. Hi,

    Vielen Dank für den sehr hilfreichen Artikel.
    Wir können die Erkenntnisse sehr gut für ein aktuelles Projekt anwenden und gebrauchen…

    Das schlechte Ergebnis ist aber in Anbetracht der Otto App kein Wunder.
    Man merkt ihr deutlich an, dass es schnell gehen musste :)

    Aber wenn es schon um iPads geht. Das Video oben kann ich gerade leider nicht sehen… Muss wohl aufstehen ;)

    vg
    Simon

  2. Nachtrag: Das Video geht doch, man muss nur zu vimeo wechseln… Nur das einbetten scheint nicht zu gehen.

  3. Hallo Simon, noch detailliertere Informationen findest Du bei Jakob Nielsen:
    http://www.nngroup.com/reports/mobile/ipad/

  4. Testerkenntnisse finde ich fast alle nachvollziehbar … und auch den Linktipp von J. Nielsen ist super, sein Beitrag ist mal wieder einer, der das Prädikat “lesenswert” erhalten sollte.

  5. Super Link, danke.
    Erinnert mich an die Usability-Abende :-)

  6. Einerseits ist Usability-Forschung auf dem iPad ebenso wenig Standard wie die Navigationskonzepte der neuen Apps ( kein Eyetracking, kein Screencapture, etc) – andererseits reicht es schon – wie in diesem Fall – einfach mal eine Hand voll Nutzer zu beobachten. Der Aufwand dieser Mini-Untersuchung lag bei ca. 1 Stunde (warum ht das bei Otto niemand gemacht???)

  7. Hi André,

    klasse Artikel. Ich finde den quick & dirty Useability Check wunderbar. Ist ne super Idee und zeigt, dass die Useability noch zu oft vernachlässigt wird.

    Gruß,
    Denis

  8. Was mich besonders stört, ist die Tatsache, dass Apple keine klaren Anweisungen für das Verhalten der (Multitouch-)Gesten gibt. Es gibt diverse Apps, die bekannte und gelernte Gesten komplett anders verwenden als die mitgelieferten Apps.

    Und statt Standards zu fördern, verweigert Apple Apps mit bekannten Gesten: http://www.tuaw.com/2010/04/07/apple-rejects-ipad-app-for-pinch-to-expand/

    Hier kann man Otto zumindest keine Vorwürfe machen. Man erwartet einfach zu viel :)
    Hätte sich Otto einfach etwas mehr Zeit genommen, hätte man sich die Entäuschung sparen können…

  9. Hallo Denis,

    ich bin sicher, man hätte auch eine ganze Woche damit zubringen können. Selbst meine Mitarbeiter kamen zu mir und sagten “was? Wo ist denn die Testkonstruktion?” – so fängt’s an. Aber mir war wichtig, eine möglichst authentische Situation und eine realistische Aufgabe zu haben – der Rest passiert von alleine. Zuschauen und Lernen. Mit den Ergebnissen von 1 Std. Beobachtung kann man jetzt mindestens 2 Wochen Konzeptions- und Entwicklerzeit verbrauchen :-)

  10. Achim Achim

    Hallo André ,

    Otto find’ ich gut :)
    Ja. Otto versucht sich derzeit in vielen Bereichen als Trendsetter zu positionieren. Facebook, Twitter, Blog und mobile Services u.a. über iPad. Das mit mehr oder weniger großem Vertiebserfolg. Ich glaube Otto leidet wie andere traditionelle Konzerne unter dem Trauma, den digital natives hinterher zu hinken. Aus diesem Druck heraus werden eine Reihe sog. adhoc Image-Projekte wie der von dir beschriebene iPad kompatible , ich nenne ihn mal , Otto eKatalog, aus dem Boden gestampft. Das Ergebnis ist im ersten Augenblick natürlich nicht mehr als eine prähistorische Blätterfunktion.

    Auf der anderen Seite ein kluger Schachzug. Denn ohne großen Aufwand hat Otto mit dem eKatalog ein Medium gefunden, um die Faszination von iPads, nämlich die Multi-Touch-Gesten wie sliding und zoom, gekonnt in Szene zu setzen und damit auf der Innovationswelle von apple mit zu schwimmen.

    Ich glaube nicht, dass Otto hier eine andere Art der Warenkorbanbindung plant. Das würde sich nicht rechnen.

    Aber klar. Ein wahres eShopping Erlebnis ist das bei Otto und iPad noch nicht :)

    Grüße
    Achim

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