Weniger Stress für Shopbetreiber
25 February 2010, Manuel Ressel
Kennen Sie das auch? Nach einer erfolgreichen Marketingkampagne rennen Kunden Ihnen die Bude ein. Eine Bestellung nach der anderen flattert in Ihr Postfach. Jetzt heißt es schnell die Päckchen packen und wegschicken. Am besten alle gleichzeitig, denn wehe ein Päckchen dauert einen Tag zu lang. Dann kann man sich auch noch mit Beschwerden, wahrscheinlich auch noch per Telefon, rumschlagen. Nein Danke! Darauf kann man doch gut und gerne verzichten, sonst ist der Herzinfarkt doch schon vorprogrammiert. Die Gesundheit geht ja bekanntlich vor. Wollen sie also etwas gesünder leben und Stress vermeiden? Befolgen Sie doch einfach diese 7 grundlegenden Regeln wie sie Ihre Call to Action für ein stressfreieres Leben anpassen und ich kann Ihnen versichern der Stress wird sich schnell legen.
1. Größe: Je kleiner desto besser
Je kleiner die Call to Action ist, desto schneller kann sie übersehen werden. Also auf keinen Fall in der Größe übertreiben und die Call to Action immer schön klein halten. Schriftgröße kleiner als 10 ist ein absolutes Muss!
Sehr klein, aber noch viel zu bunt.
Besser!
2. Position: Bitte nicht im sichtbaren Bereich
Den Benutzer erst mal schön weit scrollen lassen, bis er erst ein mal in den Genuss kommt eine Call to Action zu sehen ist genau die richtige Strategie. Eventuell denkt der Besucher man kann auf der Seite nur gucken und nicht anfassen und verschwindet schnell wieder. Mission erfüllt!

Im sichtbaren Bereich weit und breit nichts zu sehen von einem Warenkorb-Button. Scheinbar gibt es hier nur Informationen.
3. Whitespace: Keine Luft zum Atmen lassen
Durch genügend Whitespace um eine Call to Action könnten Besucher auf die Idee kommen, dass es wichtig ist, da es vom Rest abgesetzt ist und dadurch in den Vordergrund rückt. Also die Call to Action richtig dicht mit anderen Elementen zukleistern ist die Divise.

Da hat der Warenkorb aber schön viel Platz, was?
4. Kontrast / Farbe: Bloß nicht abheben
Verwendet man eine Farbe, die sich von der restlichen Farbgebung abhebt, sticht die Call to Action viel zu stark hervor. Nimmt man hingegen eine Farbe, die im Design schon viel verwendet wird, kann die Call to Action glücklicherweise in einem Gaußschen Normalverteilungsrauschen untergehen. Sehr schön!

Wer entdeckt den Warenkorb-Button?
Der Warenkorb-Button passend zum Hintergrund in blauer Tarnfarbe.
5. Anzahl: Auswahlmöglichkeiten bieten
Menschen sind Individuen, die individuelle Entscheidungen treffen. Dieses Wesen sollte unterstützt werden, indem man dem Besucher viel Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung stellt ohne diese zu gewichten. So kann jeder Besucher selbst mit freiem Willen entscheiden, welche Aktion er ausführt ohne von irgendwelchen Gewichtungen durch unterschiedliche Designs beeinflusst zu werden.

Die Seite weiterzuempfehlen ist auf jeden Fall wichtiger, als einen Artikel in den Warenkorb zu legen. Ansonsten kann der Besucher wieder zurück, sich anmelden und seine Meinung kundtun. Das nenne ich mal Entscheidungsfreiheit.

Aktionen soweit das Auge reicht.

Und noch mehr CTAs.
6. Wording: Auf keinen Fall Forderungen stellen
Der Wortlaut sollte auf keinen Fall fordernd sein. Fordert man den Besucher auf zu handeln, dann macht dieser das am Ende auch noch. Lieber schön passiv und informativ bleiben. Wir wollen hier ja niemanden beeinflussen.

Ein kleiner Pfeil sagt mehr als 1000 Worte. Ist doch jedem klar, was passiert, oder?
Bestellung - Neutraler geht es wohl kaum.
7. Funktionalität: Das ist kein Button
Ist die Call to Action nicht als klare Handlungsmöglichkeit erkennbar, kann diese leicht übersehen werden. So soll es natürlich sein. Auf gar keinen Fall einen Schatten oder Verlauf hinterlegen. Die Ähnlichkeit zu einem Button ist einfach zu groß und man könnte Gefahr laufen, dass dieser dann auch noch benutzt wird. Auch ein Icon, der die Funktion der Call to Action darstellt kann einem eine stressige Bestellung bescheren. Ein Icon vom Warenkorb ist schon zu viel. Noch schlimmer ist die Signalisierung einer konkreten Aktion wie z.B. ein Pfeil in den Warenkork. Auf jeden Fall die Finger davon lassen!
Grauer Text? Hat wohl nichts zu bedeuten, oder?

Na, wer versteckt sich denn da hinter dem Text?
Fazit
Ziehen Sie die Notbremse und passen Sie Ihre Call to Action gleich heute noch an. Erfreuen Sie sich an der neu gewonnenen Zeit und genießen Sie Ihr Leben. Viel Spaß!
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Tags | Call-to-Action, Checkliste, Conversionrate-Killer, cta, E-Commerce



Manuel Ressel ist Conversion Designer bei der Web Arts AG. Seine Leidenschaft gilt dem Thema der Emotionalisierung von Kauf-Prozessen in E-Commerce-Portalen.
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Schöne Zusammenstellung, aber leider für den Leser unbrauchbar.
Warum? Weil der Autor (wahrscheinlich) durch Ironie seinen Beitrag lesenswerter machen wollte: “Fordert man den Besucher auf zu handeln, dann macht dieser das am Ende auch noch”. Sollte es sich nicht um Ironie handeln, scheint alles, was ich in 10 Jahren Direk- und Katalogtmarketing gelernt habe obsolet zu sein.
Grundregel für das journalistische Schreiben: Keine Ironie. Denn Manuel Ressel kann nicht neben jedem Leser stehen und ihm sagen: “Achtung, diese Aussage ist ironisch gemeint”
Trotzdem sehr schön die Zusammenstellung. Sie wird Eingang in unsere E-Commerce-News des Tages finden
Hi Manuel, vielen Dank fpr den schönen Artikel. Ich lese deinen Blog seit Wochen und muss sagen, dass es immer wieder schön ist deine Artikel zu lesen. Ironie erkennt man, wenn man sie vor sich hat.
Danke.
@Olaf Groß
Iwo, JEDER begreift doch, wie Ironisch es gemeint ist. Dafür hat man ein sogenanntes Gehirn im Kopf.
Oder haben Sie Angst davor, dass Ihnen die Leute den Laden einrennen?
Vielleich etwas weit hergeholt.
Aber man könnte dem potentiellen Kunden ja zusätzlich noch aufbürden, sich nach dem Klicken auf “in den Warenkorb” gleich registrieren zu müssen. Auf die Art und Weise kann man sich sicher sein, dass man fast nie mehr als einen Artikel auf einmal verschicken muss
Hallo,
und vielen Dank für die Kommentare und Anregungen.
Sehr netter Artikel.
(Ich kenne eine Menge Leute, denen ich diesen gerne Forwarden würde.)
Nieder mit dem User! Ich finde die Annahme gerechtfertigt, dass dieses ominöse Wesen “User” eigentlich gar nicht existiert. Warum also auch diesen durch einen Prozess geleiten? _Schwachsinn_, sage ich!
Vielen Dank. Es muss ja auch Spaß machen beim Lesen … und so sind diese wirklich sehr wertvollen Informationen leicht verdaulich! Vielen Dank und weiter so!
Im Bezug auf die Ironie hat Herr Groß gar nicht so unrecht. Man lernt ja eigentlich schon in der Schule, dass Ironie nicht über das geschriebene Wort transportiert werden kann bzw. sollte, da Tonfall und Mimik eigentlich die Indikatoren von Ironie sind. Erst mit einer gewissen Vorkenntnis, ist für Leser die Ironie erkennbar. Diese Vorkenntnis setze ich also voraus.
Ich denke aber, dass man durchaus mit Regeln spielen kann (vor allem wenn man die Leser einigermaßen einschätzen und greifen kann), allerdings ohne die Aussage und den Inhalt aus den Augen zu verlieren.
@Olaf Groß:
a) Wer das nicht als Ironie versteht, ist selbst schuld.
b) Muss man das nicht einmal verstehen, da man ja oben gelesen hat, dass diese Tipps zu weniger Kunden führen.
Super Zusammenstellung!
Also ich weiß nicht. Eigentlich ist doch alles klar und das sehe ich mal nicht als IRONIE. Denn: In diesem Artikel geht´s ja eigentlich nicht darum, MEHR Kunden zu akquirieren. Es geht darum, dem Shopbetreiber weniger Stress – eben mit den Nachkauf-Arbeiten – zu bescheren. Das einfachste, wie das geht, sind obige Dinge machen. Niemand hat hier den Anspruch, die Konversionsraten zu erhöhen, es geht vielmehr im Artikel um die Verringerung eben dieses Wertes, damit man als Shopbetreiber mehr Ruhe hat. Klar, am Ende ist es als ironisch aufzufassen, denn gerade diese Website impliziert genau das Gegenteil. Aber dennoch ist es ein normal sachlicher Artikel, der sich damit beschäftigt, wie ein Shopbetreiber die “Abkehr des Kunden” hinbekommt. Ob das nun wieder Sinn oder Unsinn ist, steht auf einem anderen Blatt. Und nur der, der in diesen Worten Ironie vermutet oder erkennt, ist doch der, der eigentlich das liest, was da gar nicht steht.
Ein schöner Beitrag, wirklich. Und auch schön mit unseren Köpfen gespielt und uns doch das gelehrt, was wir hier auf http://www.konversionskraft.de eigentlich wirklich wissen wollen: Wie kriege ich CRO hin. Ach ja, da braucht´s dann aber doch wieder Ironie…
Das war Ironie?