Können Sie Ihre Nutzer verzaubern? – Tipps und Tricks beim Texten von Websiteinhalten

In meinem letzten BlogPost Content bleibt KING wurden drei grundlegende Regeln angesprochen, die bei jedem Website-Content beachtet und immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden sollten. Wer den Umweg über den Link nicht gehen möchte, hier nochmals kurz die drei Aspekte auf einen Blick:

  1. Werbung darf nicht wie Werbung wirken
  2. Dem Nutzer muss Relevanz geboten werden
  3. Schaffen Sie eine Verbindung zu Ihrem Nutzer
Dieser Artikel soll detaillierter auf das Thema Texten eingehen und Ihnen eine Hilfestellung bieten, wie Sie ihre eigenen Texte relevanter gestalten können, wie Sie sich dazu vorbereiten und wie Sie sich selbst beim Texten verbessern können.

Bevor ein Wort geschrieben wird

Wie bei vielen Dingen im Leben ist auch beim Texten die Vorbereitung ein wichtiger und nicht zu unterschätzender Teil der Arbeit. Dabei sollten zwei Aspekte klar identifiziert und genauestens bekannt sein.

  1. Die Zielgruppe
    Sie sollten genau wissen für wen Sie Ihre Texte schreiben. Je besser Sie Ihre Kunden bzw. Nutzer kennen, um so einfacher wird es sein, sie von Ihrem Produkt bzw. Ihrer Dienstleistung zu überzeugen. Ihr Spezialwissen über das ins Ziel genommene Segment kann dabei nicht groß genug sein. Das bedeutet aber nicht, dass Sie auch einen Spezialwortschatz beim Texten verwenden müssen. Es geht vielmehr darum, die Persönlichkeit seiner Nutzer zu kennen sowie deren Wünsche, Probleme und Ängste. Methoden um dies heraus zu finden, sind beispielsweise Personas, Sinus-Milieus oder Fokusgruppen.

    Schreiben Sie Texte für Ihre Kunden, nicht für Ihr Produkt.

    Produktbeschreibung auf vinos.de

    vinos.de hat sehr gut verstanden welche Ansprache sie für ihre Kunden verwenden müssen.

    TIPP: Besonders im B2B-Bereich sollte darauf geachtet werden, welche Zielgruppe Sie erreichen möchten. Oft kann es passieren, dass hier kontroll-dominante Performer, wie Geschäftsführer und Entscheidungsträger, zwar die Auftraggeber sind, aber nicht die Personen, die nach der Lösung recherchieren und eine Produktauswahl treffen.

  2. Das Produkt
    Nachdem Sie wissen an wen Sie Ihre Texte adressieren, sollten Sie sich ebenso gut mit dem eigenen Produkt auskennen. Leider finden sich im Netz noch sehr oft Texte, die lediglich eine sporadische Auflistung von Merkmalen darstellen oder einfach vom Hersteller übernommen wurden. Dies hat nicht nur den Nachteil, dass Sie sich nicht mehr vom Wettbewerb absetzen können, sondern auch Gefahr laufen für Suchmaschinen-Bots als Duplicate Conent eingestuft zu werden.

    Ihr Produkt, das sich Ihnen vorstellt.

    Hilfestellung beim Kennenlernen Ihres eigenen Produktes bieten die sogenannten journalistischen W-Fragen: Wer, Wo, Was, Wann, Warum und Wie?

    • Wer hat das Produkt entwickelt/erfunden?
    • Wo wurde es entwickelt?
    • Was für ein Produkt ist es?
    • Wann wurde es entwickelt?
    • Warum wurde es entwickelt?
    • Wie ist das Produkt beschaffen?
Elektronikanbieter Produktübersichtseite

Zwei bekannte Elektronikanbieter, die das gleiche Produkt verkaufen. Können Sie sie noch auseinander halten?

Elektronikanbieter Produktdetailseiten

Wie sieht es hier aus? Wer ist wer und wo ist der Unterschied? Dem Nutzer bleibt hier keine Möglichkeit zu unterscheiden. Nicht einmal über den Preis. Und wie findet das wohl ein Bot?

Zunächst ein Entwurf

Wenn Sie nun all diese Daten gesammelt haben, sind Sie sehr gut gewappnet und es ist Zeit mit dem Schreiben zu beginnen. Wie beim Bau eines Hauses sollte auch hier die gängige Vorgehensweise sein, zunächst einen Bauplan, also ein Textgerüst, zu entwerfen. Hierfür sollte man sich 5 einfache Fragen beantworten:

  • Welches Problem hat meine Zielgruppe?
  • Warum wurde das Problem noch nicht gelöst?
  • Was ist möglich, wenn das Problem gelöst ist?
  • Was unterscheidet das Produkt von anderen?
  • Was ist jetzt zu tun? (CTA - Den Nutzer führen)

Diese Antworten reichen in faktischer Form ohne große Rhetorik oder Kreativität. Sie stellen die Kernrelevanz des Produktes für den Nutzer heraus und bilden den Rahmen für Ihren Text.

Fleisch an die Knochen bringen

Im nächsten Schritt gilt es "das Haus" zu errichten. Ein Teil der Zielgruppe lässt sich bereits durch die Antworten auf die fünf vorangegangenen Fragen überzeugen. Aber es soll ja der Großteil der Zielgruppe zum Kauf veranlasst werden. Dies gelingt durch die folgenden Punkte:

    • Emotionen einbinden

      Words tell, Emotion sells

      Eine emotionale Ansprache ist der Schlüssel zum Erfolg. Ein noch so hervorragendes Vokabular oder die beste Grammatik wird Ihnen nicht den Erfolg verschaffen wie Emotionen es können. Wenn Sie Ihre Zielgruppe nun genauestens kennen - Ihre Wünsche, Ängste und Bedürfnisse - dann sollten Sie auch genau diese mit Ihren Texten bedienen. Malen Sie ein lebhaftes Bild mit Worten, zeigen Sie Ihr Produkt im Einsatz und erklären Sie wie viel leichter das Leben der Nutzer mit Ihrem Produkt wird. Ein emotionales Szenario bewirkt, dass Nutzer das Produkt auf einer emotionalen Ebene kennen lernen und fühlen, wie es ist, das Produkt zu besitzen. Sie dürfen dabei auch ruhig polarisieren. Oft fallen diejenigen zwischen den Stühlen durch, die versuchen Ihr Produkt allen zu verkaufen. Ich versuche bis heute herauszufinden, welche Leistungen eine Paris Hilton vollbracht hat, aber dennoch kennt sie jedermann - polarisieren funktioniert.

      Rollator von PflegeDiscount.de

      Der Produkttext berichtet nicht von einem rostfreien Stahl oder einem Hochleistungs-Elektromotor, sondern bedient genau die Bedenken bzw. die Hürden, die sich im Alltag mit dem Scooter ergeben könnten und räumen diese im voraus aus.

    • Bullet-Listen, Boni, Garantien und das Closing

      Das Verwenden von Bullet-Listen mag zunächst banal klingen, Fakt ist jedoch, dass Nutzer die grünen Häkchen lieben. Sie helfen nicht nur dabei die Orientierung zu behalten und die wichtigsten Informationen auf einen Blick herauszufiltern, sondern rufen auch im Kopf ein positives Feedback hervor, das uns Nutzern sagt: "Diese Eigenschaft habe ich, diesen Vorteil habe ich mir auch gesichert und das bekomme ich auch noch!"

      Wenn Sie dabei noch einen Bonus oben drauf legen, schwebt der Nutzer sozusagen auf Wolke sieben. Beispielsweise Garantien können ebenfalls das Vertrauen sowohl in das Produkt , als auch in den Hersteller selbst stärken. "Der Hersteller ist überzeugt von seiner guten Arbeit und bürgt für Qualität."

      Dafür stehe ich mit meinem Namen.
      - Claus Hipp

      Zu guter Letzt ist das Closing, also den Verkauf zum Abschluss zu bringen, ein wichtiges Element, welches nicht unterschätzt werden sollte. Ein noch so emotional aufgeladener und überzeugter Nutzer wird abbrechen, wenn er nicht weiß, wo er zu unterschreiben hat. Hierbei spielt auch die Dramaturgie der Elemente eine große Rolle. Preise zu früh anzuzeigen, kann Ihnen den Nutzer verschrecken bevor er nur einen einzigen Vorteil Ihres Produktes wahrgenommen hat. In einem guten Verkaufsgespräch nennt Ihnen der Verkäufer den Preis meist erst zum Schluss, nachdem er Ihnen von all den tollen Möglichkeiten und Vorteilen des Produkts berichtet hat.

      In diesem Zusammenhang ist auch das Dogma "Die Call-to-Action muss über den Fold" zu überdenken. Sie verschenken damit die Chance Ihr Produkt vorzustellen und dem User den Nutzen klar zu machen. Ein gutes Beispiel, das die Problematik auf den Punkt bringt: Bei der Partnersuche müssen Sie sich gut verkaufen und ihre positiven Eigenschaften präsentieren. Derjenige, der seiner Angebeteten bereits beim ersten Treffen einen Heiratsantrag macht, wird nur mäßigen Erfolg haben.

    • Vorwerk Thermomix

      Vorwerk schafft es mit emotionalen Worten die für den Nutzer relevanten Punkte leicht und übersichtlich zu präsentieren. Als Bonus kann der Nutzer das Gerät live erleben und als Abschluss pflanzen sie dem Nutzer schon das erwünschte Bedürfnis in den Kopf. "Thermomix - den will ich haben"

    • Glaubwürdigkeitssteigernde Elemente hinzufügen

      Die Vorteile dieser Elemente liegt auf der Hand. Bei noch so großen Bemühungen sich als Hersteller ehrlich und glaubwürdig zu präsentieren, wird auf Kundenseite dennoch stets eine natürliche Skepsis herrschen. "Die wollen ja eh nur ihr eigenes Produkt verkaufen. Klar, dass sie es als das Beste darstellen." Die Meinung dritter, neutraler oder autoritärer Instanzen oder Personen wirken hier um ein vielfaches stärker. Der Einsatz von Testimonials, Fallstudien, Kundenbewertungen bzw. Erfahrungsberichten oder wissenschaftlichen Untersuchungen sind die richtigen Werkzeuge, um die Glaubwürdigkeit signifikant zu steigern.

    • Psychologische Trigger gezielt einsetzen

      Die Überzeugungsarchitektur eines Textes spielt eine wichtige Rolle. Man muss die Zielgruppe und deren Verhalten kennen, um diese gezielt ansprechen zu können. Das Neuromarketing setzt sich stak mit den Verhaltensweisen von Menschen auseinander und wie diese im Marketing genutzt werden können. Einige dieser Verhaltensmuster wurden bereits in vielen Artikeln hier im Blog vorgestellt, wie zum Beispiel Reziprozität, Verknappung oder social proof.

    • Rationale Worte durch emotionale ersetzen

      Der Punkt Emotionen einbinden wurde bereits angesprochen. Wichtig dabei ist, im Kopf zu behalten, dass unser menschliches Gehirn aus zwei Hemisphären besteht. Die linke Hemisphäre ist für unser rationales Denken zu ständig, die rechte für unsere Emotionen. Da wir über Emotionen besser den Kaufimpuls bei unseren Kunden ansteuern können, sollte auch die Wortwahl die emotionale Seite unsers Gehirns ansprechen. Beispielsweise verwendet Sie für:

      Beispiele für die Verwendung emotionaler Begriffe anstatt rationaler.

      Beispiele für die Verwendung emotionaler Begriffe anstatt rationaler.

Zum Schluss noch eine Anmerkung zur Frage: Wie lange sollte ein Text sein? Es wurden hier viele Punkte angesprochen, die helfen ein Textgerüst gut zu umkleiden. Allerdings ist es nicht der beste Weg einfach alles umzusetzen und zu versuchen einen SUPER-Text zu verfassen. Hulk ist zwar echt cool und stark, aber auch grün und wenig attraktiv. Mehr ist also nicht immer besser. Als Faustregel, die sich auch bei mir sehr gut eingeprägt hat, gilt:

Die Länge eines Textes sollte der Rocklänge einer Frau entsprechen - lang genug um das Wichtigste abzudecken und kurz genug um interessant zu bleiben.

Fazit

Ich hoffe, Ihnen hier einige Möglichkeiten zur Verbesserung Ihres Contents geboten zu haben. Eine klare Strukturierung und Planung ist beim Texten ebenso wichtig wie beim Aufbau der Seiten-Architektur. Durch einfaches copy&paste von Hersteller-Texten oder das Aufreihen von Produktmerkmalen haben weder Sie noch Ihre Kunden etwas davon. Dass dieses Vorgehen aufwändig und besonders bei großen Sortimenten nicht einfach umzusetzen ist, ist nachvollziehbar. An dieser Stelle möchte ich auf den Artikel von Andre Morys hinweisen, der sich ebenfalls dieser Problematik widmet.

Praxistipp:
Suchen Sie sich einen Verkaufstext, der Ihrer Meinung nach Best-Practice ist, und schreiben Sie diesen handschriftlich immer wieder und wieder nieder. Sie werden merken, dass Sie die Struktur und die Gedanken, die dahinter stecken, immer besser verstehen uns so auch bei Ihren eigenen Texten immer raffinierter werden.

Weiterführende Links:

  • Teilen
  • Send to Kindle
  • http://www.konversionskraft.de/?p=19088
Danny Nauth Als Senior Conversion Architect setzt sich Danny Nauth mit der Optimierung von Websites und Shop-Systemen auseinander. Neben der strategischen Planung und Konzeption dieser Optimierungen, beschäftigt er sich ebenfalls intensiv mit den psychologischen Aspekten des Neuromarketings, die er in seine tägliche Arbeit integriert. Folgen Sie im auf Twitter oder vernetzen Sie sich auf Xing.

Frage zum Artikel? Fragen Sie den Autor!


Please leave this field empty.

, , , , ,

23 Reaktionen auf  “Können Sie Ihre Nutzer verzaubern? – Tipps und Tricks beim Texten von Websiteinhalten”

Kommentare

  1. Marion Marion

    Die Tipps sind sicher richtig und hilfreich. Man muss aber auch sagen, dass längst nicht jeder, der Texte schreiben muss, auch tatsächlich für die Aufgabe geeignet ist. Man braucht schon ein gewisses Händchen dafür und Interesse daran.

    Außerdem wird der zeitliche Aufwand, der in einem wirklich guten Text steckt, oft unterschätzt. Ich brauche für einen guten Blogbeitrag mindestens 1 Stunde, manchmal auch mehr.

    Und wenn das Grundwissen, das „Herzblut“ und die Zeit im Firmenkontext gleichermaßen dünn gesäht sind, kommen halt die bekannten 0815-Texte raus.

  2. Danny Nauth Danny Nauth

    Hallo Marion,

    danke für deinen Beitrag.

    Ich kann dir da nur zustimmen. Dass Aufwand, Qualität und die Wichtigkeit der Texte oft nicht die nötige Aufmerksamkeit bekommen oder als Marketing-Bla-Bla missbraucht werden, war ein Punkt für mich diesen Post zu schreiben.

    Man wird bei genauer Betrachtung immer den Unterschied zwischen einem professionellen Text und dem Text eines Laien bemerken.

    Ich denke das Problem liegt oft daran, dass man mit der Einstellung heran geht:
    „Das bisschen Text bekomme ich auch selber hin. Das Geld und die Zeit kann ich mir sparen.“

  3. Alex Alex

    Wirklich sehr gute Tipps bei! Ich denke gerade heutzutage ist es wichtig, mit guten Inhalten zu informieren und zu überzeugen und nicht in das Bla-Bla zu verfallen.

    Wir haben ergänzend zum Artikel eine Checkliste für einen „perfekten Blogartikel“ geschrieben… Interesse?

    http://blog.mandarin-medien.de/tipps-tricks/blog-marketing-best-practices

  4. André Morys André Morys

    Ein guter Text kostet vielleicht eine Stunde. Kein guter Text kostet aber noch viel viel mehr… 🙂

  5. Simon Simon

    Guter Artikel.

    Problem vieler Onlineshops:
    Der Shop wird aufgestellt, die Daten kommen aus der Warenwirtschaft (am besten noch ohne Filterfunktionen). Fertig!

    Wer sich jetzt wundert, warum die Kunden nicht kaufen, könnte einmal in Richtung Emotionalität und Personalisierung denken.

    Gute Produkt-Texte sind ein wichtiger Schritt von „Holen Sie sich was sie brauchen aus dem Lager“ in Richtung „Wir beraten Sie gerne und finden das für Sie richtige Produkt“.

  6. Stefan B. Stefan B.

    Media-Markt und Saturn gehören beide zu Media-Saturn aus Ingolstadt. Die Firma wiederum gehört zur Metro AG. Die Artikelinformationen kommen aus derselben Datenbank. Die Online bestellte Ware wird aus demselben Lager geliefert. Kein Wunder, dass die Online-Präsenz zu ähnlich aussieht.

  7. Danny Nauth Danny Nauth

    Hallo Stefan,

    jetzt ist es ja raus 😉

    Natürlich hängen die beiden Unternehmen zusammen und es liegt dann nahe beide zu bedienen. Aber ich denke, dass genau da das Problem liegt. Ein gemeinsames Warenwirtschaftssystem oder überhaupt das Warenwirtschaftssystem sollte nicht zur Bequemlichkeit verleiten, wie Simon das schon gut erläutert hat.

  8. Teresa Teresa

    Ein guter und sehr interessanter Artikel. Allerdings finde ich die Faustregel („Die Länge eines Textes sollte der Rocklänge einer Frau entsprechen – lang genug um das Wichtigste abzudecken und kurz genug um interessant zu bleiben.“) nicht wirklich passend. Klingt – entschuldigung – schon etwas macho-mäßig und chauvinistisch. Immerhin impliziert das Zitat, dass Röcke möglichst kurz sein müssen, damit die Frauen interessant bleiben, was schon sehr oberflächlich ist. Kommt bei mir gar nicht gut an. Es arbeiten durchaus auch Frauen im Bereich Conversion Optimierung und ich glaube nicht, dass alle von ihnen diese Faustregel gut oder gar hilfreich finden. (Stichprobe hier im Büro: keine)

  9. Danny Nauth Danny Nauth

    Ich habe noch ein gutes Beispiel für schöne Produkttexte gefunden, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

    http://www.teehaus.com/gao-shan-woolong/teesortiment/teesorte/oolong-tee/a-253/

  10. Roland Roland

    Ich denke so schlecht haben wir das aktuell auch nicht gelöst – was meinst du Danny?

  11. Frank W. Demann Frank W. Demann

    Auf der einen Seite schreibt Ihr Beiträge über Neuromarketing und implizite Ziele und versucht hier neuste Erkenntniss der Hirnforschung in Theorie und Praxis dazustellen. Und jetzt so was…

    Welches Problem hat meine Zielgruppe?
    Warum wurde das Problem noch nicht gelöst?
    Was ist möglich, wenn das Problem gelöst ist?

    Wer so an die Sache ran geht, kann nur schlechte Texte schreiben. Das ist das Problem! 😉

  12. André Morys André Morys

    Lieber Herr Demann,

    zunächst einmal: vielen Dank für die immer wieder so konstruktiven Feedbacks.

    Zu Ihrem Kommentar: wir haben in diesem Artikel nicht unterschieden zwischen impliziter und expliziter Ebene. Daher verstehe ich Ihren Beitrag nicht. Marketing und Verkauf müssen immer bedarfsorientiert sein, daran ist nichts falsch.

    Wenn ich mir die Texte in Ihrem Shop anschaue, erkenne ich das selbe Muster. Sind das auch schlechte Texte?

    Finde ich nicht.

    Also:

    Was ist Ihr wahres Problem? Einfach mal ein negatives Feedback reindrücken? Sie sehen auf dem Foto in Ihrem Shop ja eigentlich recht sympathisch aus. SEO über Blogkommentare kann es ja auch nicht sein… vielleicht können Sie es mir mal erklären, das würde mich wirklich freuen. Ehrlich.

    Viele Grüße!

  13. Frank W. Demann Frank W. Demann

    Wenn ich beruflich so etwas in die Richtung wie Sie machen würde, dann kann ich sagen:

    1. Wir betreiben selbst einen Shop. Wir haben einen ganz starken Wettbewerb, weil alle unsere Wettbewerber (8 Hersteller und noch einige Retailer inkl Amazon und eBay) nur auf das eine Keyword „Barfußschuhe“ optimieren können und müssen.

    2. Wir hatten drei verschiedene Shopsysteme und haben Erfahrung
    3, Wir hatten 4 grundverschiedene Designs und haben Erfahrung.
    4. Wir sind erst 2,5 Jahre am Markt und haben jedes Jahr unseren Umsatz verdoppelt.
    6. Unsere Conversionsrate hat sich von 1 Prozent über 3,5 Prozent bis hin zu 7,5 Prozent entwickelt. Im Weihanchtsgeschäft schaffen wir auch 10-12 Prozent.
    7. Wir haben ein einzigartiges Geschäftsmodell, welches sich von allen Wettbewerbern unterscheidet. Dieses Geschäftmodell lässt sich sogar offline auf richtige Schuhgeschäfte übertragen.
    8. Wir wenden verschiedene Methoden in einem einzigartigen Verbund im Vekauf an, die unbewusst wirken.
    9. Wir haben das theoretische Wissen, wie man einen Shop optimieren kann und auch den absoluten Praxisbezug.
    10. Wir sind selbst sehr kritisch und wollen uns immer weiter verbessern. Deswwegen treten wir mit einen zweiten Shop in einem völlig anderen Geschäftszweig an (andere Produkte, 950 Millionen Euro Markt in Deutschland, Big Player als Gegenspieler). Für uns eine schöne Herausforderung, unseren Shop wieder ganz weit in der Conversion, im SEO usw. nach vorn zu bringen.

    Dieser ganze Praxisbezug fehlt ihnen und ihren Mitarbeitern. Und das merkt man manchen Blogbeiträgen an. 😉 Ich würde mir wünschen, Sie würden selbst mal einen Shop machen. Mal richtige Podukte verkaufen. Und wenn Sie dann besser sind als Ihre Mitbewerber (Conversion, SEO usw), dann brauchen Sie keine Werbung mehr für sich machen und sich um Aufträge kümmern. Ein paar Zahlen und Fakten reichen. In etwas solche Zahlen wie meine. 😉

    Zum Post und zum Text im Shop allgemein:

    1. Kurze Sätze schreiben. Weil lange Sätze die Leute ganz schnell wieder vergessen, weil sich diese Sätze viel schlechter merken lassen und oft auch der Sinn des Satzes, insbesondere bei Schachtelsätzen mit mehr als 10 -12 Wörtern pro Satz, unterwegs verlorgen geht. Ideal für den Lesefluss: 5-8 Wörter pro Satz.

    2. Lebendig und in Anweisungen schreiben. Falsch: Die Rücksendung geht an. Richtig: Senden Sie die Rücksendung bitte an…

    Bei Produkttexten. Falsch: Der Schuh mit Wohlgefühl. Richtig: Gehen Sie in diesem Schuh wie auf Federn.

    3. Alle „Nicht“ und sonstigen negativen Wörter (Problem) ersetzen durch positive Anweisungen. Wie häufig liest man falsch: Sie maöchten gern mehr Leistung? Kein Problem. Mit unseren Powerpack 200 sind Sie nicht nur schneller… Richtig: Sie wünschen sich noch mehr Leistung? Dann greifen Sie zu unserem superschnellen Powerpack 200…

    4. Alle „Aber“ eliminieren und durch „und“ ersetzen. Aber bricht Sätze. Und verbindet Sätze. Falsch: Geben Sie Ihre Rücksendung bei der Post ab, aber achten Sie darauf, dass der Rücksendeaufkleber vollständig ausgefüllt ist. Richtig: Bitte füllen Sie den Rücksendeaufkleber vollständig aus und geben Sie das Paket bei der Post ab.

    5. Wörter mit „ung“ Endung vermeiden. Verben an erster oder zweiter Stelle im Satz. Das macht den Text lebendig und bildhaft. So versteht das Gehirn den Text leichter in Bildern. Bilder wirken tief auf das Unterbeweusstsein. Falsch: Bleiben Sie mit uns in Verbindung. Achten Sie dabei auf unsere Telefonzeiten. Richtig: Rufen Sie uns an. Gern sind wir von… bis… für sie da und helfen Ihnen weiter.

    6. Geprägtes Erwarten des Leser erfüllen. AGB sind komplizert und unverständlich? Dann auch in juristisch schreiben. Zu locker und einfach geschrieben, wirken AGB unglaubwürdig. Wer vertraut schon einem Juristen, der im Jogginanzug in der Kanzlei hockt? Anzug ist Pflicht, um das Klischee zu erfüllen.

    7. Diese sechs Punkte und noch einige andere Dinge sind die entscheidenden Faktoren, um motivierende Texte im Shop zu schreiben. Lebendige und emotionale Texte, die auch verkaufen. All das fehlt im Post. Und deswegen ist in meinen Augen in dem Post noch viel Luft nach oben und nutzt dem Leser für seine Shop/Produkttexte recht wenig.

  14. Georg Georg

    Zitat:

    „1. Kurze Sätze schreiben. Weil lange Sätze die Leute ganz schnell wieder vergessen, weil sich diese Sätze viel schlechter merken lassen und oft auch der Sinn des Satzes, insbesondere bei Schachtelsätzen mit mehr als 10 -12 Wörtern pro Satz, unterwegs verlorgen geht. Ideal für den Lesefluss: 5-8 Wörter pro Satz.“

    Hihihi =) Merkste selber, oder?

  15. Stefan Johannesberg Stefan Johannesberg

    Sehr feiner Artikel, auch wenn der Herr Dettmann – mal jenseits seiner etwas arroganten Selbstdarstellung – schon Recht hat. Alle B2B-Seiten kratzen mit ihren Tipps immer an der Oberfläche und nicht selten fehlt die eigene Erfahrung völlig. Daher wäre ein Artikel aus
    seinen Tipps noch besser gewesen. Trotzdem: Lob.

    Ich würde als weitere Vertiefung und Hilfe dann noch mal richtige, allgemeingültige Texttipps geben, wenn man keinen Texter hat oder dessen Arbeit überprüfen will (vor der Kennzahlen- und Konversion-Auswertung).

    Teaserschule: Immer ein Eyecatcher, Schlagworthagel am Anfang aber mit Aussage – und danach einen flüssigen Abgang (sprich mit starkem Verb). spontanes Beispiel: „Weltklasse Wein: Dieser Rioja verzaubert alle Sinne“ – je nach Platz und Zielgruppe natürlich. Ach ja, Fragen stellen, wenn man die Antwort erst nach dem nächsten Klick gibt, sind beliebt, aber schlecht – laut meinen dreizehnjährigen E-Commerce/Portal-Erfahrungen. Der Nutzer erwartet fast überall Antworten. Allein dieses Teaser-Thema könnte eine ganze Kategorie füllen…

    Generelle Textgrundlagen: Die Sätze (Subjekt, Prädikat, Objekt) klar und kurz halten. Hauptsatz (eventuell Nebensatz und nächster Satz). Immer starke Verben nutzen wie (veredeln, schlagen, streichen, kämpfen, kaufen etc.) und schwache Verben (wie ist, gibt, hat) und Passivkonstruktionen (wird, wurde) versuchen, raus zu streichen – überall, Platz ist in der kleinsten Hütte. Da fällt mir ein: keine Floskeln oder Sprichwörter benutzen. Übertreibungen und platte Marketing-Sprache (das tollste…, der beste…) nur sehr sparsam einsetzen, besser beschreibt man sein Produkt, sein Thema und lässt es so für sich selbst sprechen. Dazu Mut zu Absätzen und Zwischenüberschriften sowie die Umsetzung der Tipps aus dem Artikel und den Kommentaren – der Kunde wird es Ihnen danken.

  16. Funkzeug Funkzeug

    Klasse Artikel, mal schauen ob ich es demnächst bei meinen Produkten umsetze!

    Danke!

  17. JK JK

    Toller Artikel, wie immer.
    Das mit dem „Emotionalisieren“ kann aber auch übertreiben. Es gibt Situationen, wo eine nüchterne oder sachliche Sprache eher angebracht ist, z.B. bei techn. Daten, Fakten etc. Auch abhängig nach Zielgruppe, z.B. im B2B Bereich. Aber ganz ohne Emotions geht wahrscheinlich auch nicht:-)

  18. Charlie Charlie

    Texte sind wichtig aber nicht jeder Mensch will lesen. Um das Angebot so attraktiv wie möglich gestalten zu können, muss man einiges über die Kunden wissen oder nach einer goldenen Mitte suchen, was total schwer ist. Ein Kunde mag es, die komplette Beschreibung durchzulesen und der andere liest nur die Überschriften. Die Balance zu finden, ist fast unmöglich.

  19. Jörg Zimmer Jörg Zimmer

    Hab den Artikel nach gefühlten 3 Jahren wieder in meinen Lesezeichen entdeckt. Jetzt weiß ich wieder warum ich ihn gespeichert habe. Danke. Mehr davon. Das brauchen quasi alle meine Kunden. So kommt das Wissen, dass gute Texte nunmal Geld kosten und dann Geld bringen.

Trackbacks/Pingbacks

  1. […] KonversionKRAFT.de wird erklärt, wie gute (Produkt-)Texten erstellt […]

  2. […] Können Sie Ihre Nutzer verzaubern? – Tipps und Tricks beim Texten von Websiteinhalten Via: Konversionskraft […]

  3. […] Tipps und Tricks beim Texten von Websiteinhalten – In meinem letzten Blogpost Content bleibt KING wurden drei grundlegende Regeln angesprochen, die bei jedem Website-Content beachtet werden sollten. Hier die drei Aspekte auf einen Blick. Weiter… […]

  4. […] Können Sie Ihre Nutzer verzaubern? – Tipps und Tricks beim Texten von Websiteinhalten […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar