Hintergründe

Schmerztabletten helfen schneller.

27 May 2009, André Morys

Der Arzt und Unternehmensberater Cay von Fournier schreibt in seinem Buch “Die 10 Gebote für ein gesundes Unternehmen“:

“Im gesunden Unternehmen ist Liquidität vergleichbar mit der Menge Blut im Kreislauf. Der Gewinn entspricht dessen Sauerstoffgehalt.” Wenn das stimmt, dann ist eine geringe Konversionsrate vergleichbar mit einem dehydrierten Körper.

Meine darauf aufbauende Theorie lautet daher:

Onlineshops haben Kopfschmerzen.

Was kann ich regelmäßig beim Besuch von Kongressen und Online-Marketing-Veranstaltungen beobachten? Die Vielzahl der Online-Marketer und E-Commerce-Professionals widmet sich zwei Themen:

- Mehr Traffic gewinnen

- Reporting verbessern

Die Studie “Konversionsraten deutscher Onlineshops” hat festgestellt, dass die durchschnittliche Konversionsrate bei rund 3% liegt. Für die meisten Shop-Betreiber ein grenzwertiger Bereich. Getreu dem Motto “Wenn unten zu wenig rauskommt, muss oben mehr rein” wird um jeden Preis Traffic erzeugt. Und weil das ganze Konstrukt im betriebswirtschaftlichen Grenzbereich läuft braucht es eben ein gutes Reporting und Controlling – eine falsch eingestellt Kampagne könnte ein Vermögen kosten.

90% der Online-Marketing-Budgets verbrennen nach drei Klicks.

Ferner hat die Studie festgestellt, dass die durchschnittlichen Micro-Conversions von Onlineshops bereits nach dem dritten Klick eine Abbruchrate von 90% ergeben. Die drei Google-Chefs wird es freuen.

Da hilft auch der technisch ausgefeilteste Post-Tracking-Kram nicht weiter.

Manche Shopbetreiber schlucken lieber Schmerztabletten

Menschen sind bequem und lieben die Kontrolle. Auch wenn es teuer und ungesund ist, jeden Tag Schmerztabletten einzunehmen – es wird  gemacht. Bis der Arzt kommt. Denn das Einfache und Kontrollierbare wird dem Unbekannten und Neuen meist bevorzugt.

Eine Optimierung der Conversion Rates ist für Viele etwas neues und unbekanntes. Einen Einstieg in die psychologischen Abgründe des Kundengehirns oder gar Ausflüge in neue Disziplinen wie Neuro-Marketing wagen bislang nur einige innovative Shop-Betreiber.

Sie haben gelernt was nachhaltig besser wirkt:

Therapie statt Tabletten

Kaum eine Maßnahme kann solch hohe ROIs vorweisen, wie eine Optimierung der Konversionsraten. Wer sich darum bemüht herauszufinden, was Kunden wahrnehmen und wie sie entscheiden, der kann in einem mittelfristigen Zeitraum seine Konversionsraten deutlich verbessern.

Ein weiteres Ergebnis der Studie belegt das: Shop-Betreiber, die regelmäßig Kundenbefragungen zur Steuerung ihrer Optimierungsmaßnahmen durchführen, haben eine rund doppelt so hohe Konversionsrate.

Der Griff zur schnell wirkenden Web-Marketing-Pille mag zwar einfacher sein – betriebswirtschaftlich sinnvoller ist jedoch die Therapie der Ursachen.

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Tags | Conversion Optimierung, CRO, Psychologie, Strategie, Theorie

Über den Autor:
André Morys André Morys ist Gründer und Vorstand der Web Arts AG. Er beschäftigt sich seit 1996 mit E-Commerce-Systemen. André Morys ist Dozent für User Experience an der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Seine Mission ist es, das Thema CRO (Conversion-Rate-Optimization) auch in Deutschland voran zu treiben.Follow me on Twitter

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