Landingpage Optimierung Tipp #5 – Call-to-Action links oder rechts
29 June 2010, Torsten Hubert
Nach meiner doch recht langen Baby-Pause möchte ich mich im fünften Teil meiner Reihe über Landingpage-Optimierung mit der Positionierung der Call-to-Action beschäftigen.
Bei der Konzeption meiner letzten Landingpage habe ich mich gefragt, warum ich die Call-to-Action immer rechts auf der Seite integriere und nicht etwa links. Da ich leider die Landingpage auf Grund von einem NDA nicht zeigen darf, möchte ich das Ergebnis anhand eines anderen fiktiven Beispiels erläutern.
Nach vielen Suchen (entweder waren es keine echten Landingpages, oder die Call-to-Action war rechts) bin ich auf folgendes Beispiel gestoßen:
Endlich eine Landingpage mit der CTA auf der linken Seite. Ansonsten eine wirklich aufgeräumte Single-Purpose-Landingpage.
Der perfekte Testkandidat finde ich. Also nichts wie ran ans Werk und mit ein bischen Schieberei die Alternative erstellt. Herausgekommen ist folgende Landingpage:
Die These: Call-to-Action rechts ist stärker
Meine These für den Eyetracker Test war, dass die Call-to-Action auf der rechten Seite deutlich stärker wahrgenommen wird. Was meinen Sie? Schauen Sie sich die beiden Varianten nochmal genau an und merken Sie sich die Lösung. Ich bin gespannt, ob Sie richtig tippen.
Der Versuchsaufbau
Für den Test wurde das Panel von 20 Personen im Alter von 20 – 43 Jahren und rund 50% Frauen bzw. Männer in zwei gleiche Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe bekam nur einen der Screens im 5-Sekunden-Test zu sehen. Keiner der Nutzer kannte die Landingpage vorher.
Da die Fragestellung einen Eyetracking-Test sehr stark beeinflussen kann, wurde den Probanden vor dem Test gesagt, dass Sie gleich eine Seite zum Thema Risiko-Lebensversicherung sehen werden und Sie sich in den fünf Sekunden vom Angebot ein Bild machen sollen und dazu später Fragen gestellt bekommen.
Die Testergebnisse
Schauen wir uns zuerst die Heatmap der Landingpage mit der Call-to-Action auf der linken Seite an:
Man kann deutlich erkennen, dass der Nutzer alle relevanten Bereich der Landingpage erkennt. Besonders im Fokus der Blicke ist das kleine Mädchen und der rote Angebotsbereich. Dies verwundert nicht, wenn man weiss, dass direkte Blicke – Blicke auf sich ziehen.
Wenn man beide Screens vergleicht, erkennt man deutlich die Verlagerung der Blicke. Neben dem deutlichen Fokus auf die Call-to-Action erhält auch der Text mehr Aufmerksamkeit. Besonders spannend finde ich in diesem Fall, dass selbst die Blicke des Mädchens nicht mehr so stark die Blicke binden. Auch die Badges mit den Angebotsinfos werden zwar von allen wahrgenommen, jedoch schauen die Nutzer schneller darüber hinweg.
Statistische Ergebnisse
Schauen wir uns die Statistiken des Eyetrackers nochmal genauer an. Hierzu habe ich die Landingpages in folgende Area-of-Interests (AOI) aufgeteilt:
Als relevanter Wert für die Intensität der Betrachtung ist die Fixations-Dauer ausschlaggebend. Mit diesem Wert wird gemessen, wie lange der Nutzer durchschnittlich auf ein bestimmtes Element schaut. Hier die Ergebnisse:
Die Statistik verdeutlich das bereits in der Headmap ansatzweise zu erkennende Ergebnis. Bei der Variante mit Content und Call-to-Action rechts verharren die Blicke deutlich stärker auf Content und Call-to-Action. Das Visual und die Headline verlieren deutlich an Beachtung.
Fazit
Hätten Sie ein so eindeutiges Ergebnis erwartet? Ich nicht!
Abschließend bleibt eigentlich nur zu sagen, dass ich zukünftig guten Gewissens die Call-to-Action und den Content immer auf die rechte Seite stellen werde.
Ich wünsche viel Erfolg beim Optimieren und freue mich auf Kommentare!
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Tags | Call-to-Action, eyeTracking, Heatmap, Landingpage-Optimierung









Torsten Hubert beschäftigt sich seit zehn Jahren intensiv mit Webmarketing und ist Google Advertising Professional. Er ist hauptberuflich Senior-Consultant bei dem CRO-Spezialisten Web Arts AG und hat sich dort auf Webmarketing und Landing-Page-Optimierung spezialisiert. Lesen Sie auch sein privates 


Wichtig wäre ja auch noch zu wissen, ob denn nun diese verbesserte Wahrnehmung auch zu einer verbesserten Action führt, denn schließlich klicke ich erst dann auf einen Button wenn ich das haben will was der Button “verspricht”…
Insofern kann eine rechts plazierte Information letztendlich die Conversion mehr steigern als ein rechts gesetzter Action Button, oder sehe ich das falsch?
Grüsse aus Cebu/Philippines
Günni
Nun, sonderlich verwunderlich ist diese Erkenntnis nicht. Sagt uns doch das Neuromarketing schon seit Jahren, an welcher Stelle wir welche Elemente erwarten und wie der Typische Blickverlauf aussieht. Auf jeden Fall ein sehr anschauliches und schönes Best-Practice Beispiel.
Die Frage die sich mir stellt, ob die Ausgangs-Landingpage wirklich eine Landingpage mit einem “linken” Call-to-Action war.
)
Meines Erachtens erfüllt der grosse runde rote Button mit “6 Monate vertragsfrei” genau die Aufgabe (wenn er denn klickbar ist, natürlich
Denn dann wäre die Alternative schlechter…
Beim ersten Hinschauen ging es mir nämlich so (ohne das begründen zu können), das ich den Originalzustand “angenehmer” in der Erfassung der Inhalte empfand.
Ich hätte Variante eins beibehalten und klickbar gemacht
Beste Grüße,
Dirk Wiedenhaupt
Nun, ich vertraue dem Eyetracking-Winner. Nur wie sieht das Ergebnis aus, wenn nur Linkshänder getrackt werden?
Auf alle Fälle werde ich weiterhin meine CTAB rechts setzen und bei der nächsten Gelegenheit einen A/B Test laufen lassen. Ergebnis kommt hier als Update hin.
Besten Gruss
Joachim