Landingpage-Optimierung: 3 häufig vernachlässigte Elemente in der Optimierung
27 July 2010, Torsten Hubert
Heute möchte ich auf drei – in meinen Augen – häufig vernachlässigte Elemente der Landingpage-Optimierung eingehen:
#1 Unmissverständliche Value Proposition
Was ist Ihre Value Proposition? Oder anders gefragt: Was bringt Ihr Produkt dem Kunden?
Eigentlich sollte es doch ein leichtes sein, dies zu beantworten, oder? Die Realität sieht es jedoch häufig anders aus. Viele Product-Owner haben Probleme den Nutzen Ihrer Produkte klar auf den Punkt zu bringen. Je komplexer das Produkt ist, desto schwerer scheint die klare Definition einer Value Proposition.
Für eine gute Landingpage ist eine unmissverständliche Value Proposition aus dem Blickwinkel des Kunden unabdingbar. Der Inhalt der kompletten Seite dreht sich um diese eine Aussage. In den meisten Fällen wird die Value Proposition bereits in den entsprechenden Werbemitteln (z.B. Google Adwords) verwendet und muss bereits dort Ihre emotionale Wirkung entfalten. Am geschicktesten ist es, die Value Proposition bereits “above the fold”, also im sichtbaren Bereich der Landingpage, zu integrieren. Häufig geschieht dies in Head- und Subline gefolgt von einer kurzen prägnanten Bullet-Liste.
Die Value Proposition muss nicht nur leicht verständlich sein, sondern auch noch die richtigen emotionalen Rezeptoren des gewünschten Kundensegments triggern.
#2 Echte Vertrauenselemente
Ein aus meiner Sicht häufig vernachlässigtes Element auf einer Landingpage sind die Vertrauenselemente, oder “denglisch” als Trust-Elemente bezeichnet. Hierbei geht es in meinen Augen nicht nur um die typischen Gütesiegel, wie z.B. Trusted Shops, TÜV, EHI, … um nur einige zu nennen. Diese helfen sicherlich die Konversion zu steigern. Mir geht es mehr um neutrale Vertrauenselemente (wie z.B. Stiftung Warentest, Öko-Test, etc.) und User-generierte Trust-Elemente.
So zum Beispiel echte Erfahrungsberichte. Nein, ich meine keine gefakten Testimonials, oder gekaufte Ciao-Bewertungen. (Obwohl das auch häufig noch sehr gut funktioniert.) Ich meine das echtes Userfeedback. Der Facebook “Like” Button ist sicher eine Möglichkeit, aber irgendwie schon etwas angestaubt oder?
Warum also nicht mal neue und ungewohnte Wege gehen. Wie z.B. die Twitter-Suche nach dem eigenem Produktnamen verlinken? Seien Sie kreativ und schaffen Sie echtes Vertrauen zu Ihrem Produkt.
#3 After-Sales Prozess
Der After-Sales Prozess beschreibt alle Handlungen, die nach dem eigentlichen Check-Out Prozess durchgeführt werden. Hierzu zählen z.B. solche Dinge, wie Fullfillment, Lieferzeiten, Retouren-Management, aber auch Kundenbindungs-Programme, wie z.B. Newsletter, Reminder-Mails bis hin zu Beschwerdemanagement und der gefühlten Qualität des Produkts.
Haben Sie sich schon einmal bei der Konzeption einer Landingpage Gedanken über den After-Sales Prozess gemacht?
Seien Sie ehrlich!
Viele fragen sich sicher, welchen Zweck es haben soll, bereits bei der Konzeption darauf zu achten, wie z.B. Lieferzeiten oder Beschwerdemanagement die Konversion steigern soll.
Eigentlich ist es ganz einfach:
Auf der Landingpage selber, hat dies kaum Einfluss. Der Macht dieser Betrachtung beginnt weit vorher. In der “Stöber-Phase” des Käufers. Kaum ein Kauf im Internet geschieht, ohne vorherige Recherche. Stellen wir uns vor, Sie verkaufen Nasenklammern. Den Noseman 2000. (Fragen Sie mich jetzt bitte nicht, wie ich grade auf das Produkt gekommen bin.) Neben dem Noseman 2000 gibt es noch zwei verschiedene Nasenklammer-Shops. Alle in etwa im gleichen Preissegment und bei gleicher Qualität. Wo soll der Nutzer jetzt kaufen? Er weiss es nicht. Also recherchiert er weiter im Netz und findet verschiedene Portale / Blogs / Foren in denen die Nasenklammern von Kunden bewertet werden. Aber alles in allem sind auch hier die Nasenklammern gleich gut bewertet.
Sie sehen schon worauf ich hinaus will. Der einzige Unterschied ist, dass bei einem Ihrer Mitbewerber der After-Sales Prozess sehr gut bewertet ist. So z.B. Berichte, dass das Rücksenden supereinfach von statten ging und auch das Geld schnell zurück erstattet wurde und das die Lieferung bereits 2 Tage vor angekündigtem Liefertermin angekommen ist, und und und… Bei den anderen drei Shops werden diese Dinge entweder gar nicht, oder sogar negativ bewertet.
Sind Sie amazon Kunde? Warum bestellen Sie immer wieder dort? Weil es schnell geht, weil man alles dort bekommt und weil es so herrlich unkompliziert ist.
Ich wünsche viel Erfolg beim Optimieren und freue mich auf Ihr Feedback.
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Tags | After-Sales, Landingpage, Landingpage-Optimierung, Nasenklammer, Trust, Value Proposition





Torsten Hubert beschäftigt sich seit zehn Jahren intensiv mit Webmarketing und ist Google Advertising Professional. Er ist hauptberuflich Senior-Consultant bei dem CRO-Spezialisten Web Arts AG und hat sich dort auf Webmarketing und Landing-Page-Optimierung spezialisiert. Lesen Sie auch sein privates 


aua… wenn man das liest, bekommt man ja Hirnschmerzen… es gibt with Sicherheit auch german Begriffe für all those englischen phrases
Danke für das Feedback Herr Faust. Ich werde mir Mühe geben, meinen nächsten Beitrag mit weniger Denglisch zu verfassen…
Hallo Herr Hubert,
wie sind Sie auf den Noseman 2000 gekommen?
Viele Grüße,
Sebastian Leitner
–
http://twitter.com/s_leitner