Übertragbar: 7 essenzielle Faktoren der App Store Optimierung

Fast 1 Millionen Apps halten der Apple App Store und Google Play jeweils bereit. Die Anzahl der Download allein bei Apple überschritt dieses Jahr die 50 Milliarden (!) Marke.

Grund genug den Erfolg der Stores genauer unter die Lupe zu nehmen. Wie funktioniert App Store Optimierung (ASO) und was können wir als Conversion Spezialisten davon lernen?

Was ist ASO?

App Store Optimierung ist ein Prozess um die gewünschte App in den Suchergebnissen weiter nach oben zu bringen und den Rang zu verbessern. Das beste Ergebnis hat natürlich die höchste Relevanz für den Nutzer. Schließlich steht das Programm nicht umsonst an erster Stelle. Das primäre Goal ist – selbstverständlich – der Download. Um diese Conversion zu erreichen gibt es spezielle Faktoren, welche im im folgenden kurz vorstellen möchte:

#1 Der App Name

Im Titel der App sollten nach Möglichkeit schon Schlagworte unter gebracht werden, nach denen Nutzer suchen. Auch die Funktionalität der App kann in den Titel mit einfließen. Der Name sollte auch so clever gewählt sein, dass man sich von der Konkurrenz abhebt und erinnert werden kann.

#2 Die Keywords

Die richtige Wahl der Keywords entscheidet über den Erfolg. Ähnlich der Vorgehensweise bei SEO gilt es die Schlagworte gründlich zu recherchieren und gezielt einzusetzen.

#3 Die Beschreibung

Ob die gefundene App auch die gewünschten Funktionen mit sich bringt und das leistet, was der Nutzer von ihr erwartet, muss selbstverständlich in der Beschreibung stehen. Die ersten Zeilen sind die wichtigsten, denn sowohl bei Apple als auch Google wird die Beschreibung nur mit den ersten Sätzen angerissen. Hier kann sich schon entscheiden, ob die App geladen wird.

#4 Das Icon

Ein professionell gestaltetes Icon wirkt vertrauensvoll und spiegelt den Charakter der App wieder. Daraus lässt sich auch ableiten, ob die App seriös ist. Außerdem sollte es aussagekräftig sein, denn das Icon dient als Merkmal zur Wiedererkennung.

#5 Die Screenshots

Wichtig für die Beurteilung, ob die App auch den Ansprüchen des Nutzers gerecht wird, sind Screenshots. Hierbei ist es hilfreich und erlaubt, nicht nur die App zu fotografieren sondern auch Beschreibungen auf dem Bild zu platzieren. Dieser Mehrwert gibt einen tieferen Einblick in die App und zeugt zusätzlich davon, ob sich der Entwickler Mühe gegeben hat, seine App zu präsentieren. Er liefert so klare Nutzungsargumente ohne dass die Beschreibung zwingend gelesen werden muss.

#6 Die Bewertungen

Bei jeder App gibt es die Möglichkeit, eine Bewertung zu hinterlassen. Dies gilt, bei der Flut an Apps, als eines der einflussreichsten Entscheidungskriterien für den Nutzer. Ähnlich der Produktbewertungen in Onlineshops muss dabei die Anzahl der App-Bewertungen eine kritische Masse erreicht haben um glaubwürdig zu sein. Haben viele andere User die App geladen und für gut befunden, ist dies ein positiver Trigger.

#7 Der Preis

Wie viel der Kunde bereit ist zu bezahlen hängt natürlich mit dem Umfang und den Funktionen der App zusammen. Kostenlose Apps sind natürlich sehr beliebt. Dennoch suchen hier die Nutzer in der Beschreibung oder den Rezensionen nach Hintertüren. Warum sollte der Anbieter sein Produkt kostenfrei abgeben? Eventuell lauern hier teure In-App-Käufe, dass heißt der Kunde muss Geld im Nachhinein zahlen um gewissen Funktionen frei zu schalten. Das kann frustrierend sein.

Was können Conversion Optimierer von App Store Optimierung lernen?

In einer kleinen Studie mit 10 Teilnehmern habe ich Screenshots von Suchergebnissen und Detailseiten gezeigt. Außerdem bestand die Testkonstruktion aus einer Reihe von Fragestellungen welche dabei helfen sollen zu identifizieren, worauf der Nutzer wirklich achtet.

Welchen Rang nehmen die einzelnen Faktoren ein?

Nachdem die Teilnehmer für 7 Sekunden den Screenshot eines Suchergebnisses angezeigt bekamen, konnten sie ziemlich genau identifizieren, welche der oben genannten ASO-Faktoren aus Nutzersicht wichtig erscheinen.

1. Der Name

Er ist erstes Indiz, was die App zu bieten hat. Ist der App Name nicht bekannt, sucht der Nutzer in erster Linie nach der benötigten Funktion. In meinem Beispiel war dies die Suche nach einer „ToDo“ – App.

Einfallsreiche Namen haben einen hohen Wiedererkennungswert. Vielleicht wurde diese App auch schon von Freunden empfohlen oder man hat in einem Blog-Artikel darüber gelesen. Wenn der Titel einprägsam ist, fällt auch die Suche leichter.

Mit Produktnamen verhält es sich ähnlich. Wird ein T-Shirt einer Marke nicht nur als „T-Shirt grün“ bezeichnet sondern bspw. als eigene Kollektion einem Namen deklariert, kann es der Nutzer gezielter suchen und finden.

Google Play - Suchergebnisse

Die Heatmap der Suchergebnisse zeigt, das Icon spielt eine untergeordnete Rolle.

2. Die Bewertung

Wie mein Kollege Marcel Licht bereits in einem Artikel berichtet ist Social Proof ein großer Hebel für mehr Conversion. Je mehr positive Bewertungen von der Community abgegeben wurden, desto wahrscheinlicher wird ein Download der App. Äquivalent dazu verhält es sich mit anderen Produkten, denn das Prinzip des Social Proof ist auch in Onlineshops übertragbar. Viele Käufer die das Produkt gut finden können schließlich nicht falsch liegen.

Bonus Tipp: Besonders vertrauenswürdig wirken die Bewertungen bei Google Play. Warum? Es sind echte Personen zu sehen, welche auch ein Google+ Profil haben. Sie verstecken sich nicht hinter einem Pseudonym und sind damit authentisch.

PlayStore Bewertungen

Schöne Darstellung der Bewertungen. Durch Bilder der Personen und die Verlinkung zum Google+ Profil gewinnen diese an Authentizität.

3. Der Preis

An dritter Stelle der wichtigsten Kriterien steht der Preis. Besonders bei teuren Apps erhöht sich häufig die time-to-buy denn es wird Aufwand für die Recherche betrieben. Eine Testversion könnte dem potenziellen Kunden einen Einblick geben und schneller davon überzeugen, die App bedenkenlos zu kaufen. Nicht alles was Gratis zu haben ist, wird blind auf das Smartphone geladen. Häufig hinterfragt der Kunde bei kostenlosen Angeboten, wo der Haken ist. Ein Kriterium, welches dabei Kopfzerbrechen bereitet, ist der Umgang mit persönlichen Daten auf dem Smarthone. Nicht selten entpuppen sich Apps als regelrechte Datenkraken. Seien Sie bei der Erhebung von persönlichen Daten transparent und kommunizieren, was mit den Daten wirklich geschieht. Dies schafft Vertrauen.

Negative Bewertung im App Store

Negative Bewertungen tragen dazu bei, dass die App auf wenig Akzeptanz stößt.

Erstaunt hat mich, dass recht selten das Icon als Entscheidungstrigger genannt wurde. Es stellt eher eine Identifikation mit der App her, ähnlich wie Kunden die ihre Lieblingsmarke haben. Anstelle der Produktbilder in Onlineshops treten im App Store die Screenshots. Hier wird auch auf Qualität geachtet. Bieten die Bilder einen Zusatznutzen wie beispielsweise Funktionshinweise oder Erklärungen spart sich der Betrachter das durchlesen der Produktbeschreibung. Gute Produktbilder können also bereits auf die Qualität der Produkte schließen lassen und erklären deren Funktionsweise (bspw. bei elektrischen Geräten).

Extrapunkte sammeln mit Autorität

Geschickt wird das Prinzip der Autorität durch Personen im Google Play Store unterstrichen. Hier wird die Redaktion, also ein Komitee von Fachpersonen, zur Autorität erhoben. Damit gewinnt die App an Relevanz für den Kunden, da sie redaktionell von Experten geprüft und für gut befunden wurde. Dies lässt sich bspw. auf Kleidung übertragen, wenn eine Kollektion von einem Designer zusammengestellt wurde.

Google Play - App Beschreibung Heatmap

Die Heatmap zeigt einen schönen Blickverlauf. Wichtig sind Titel, das Keyword To-Do, Screenshots und Bewertungen. Die redaktionelle Empfehlung fällt stark ins Gewicht.

Problemfall – der Beschreibungstext

Egal ob Apple oder der Google Store, beide weisen das Problem der Textgestaltung auf. Von den Studienteilnehmern wurden die Texte als schlecht lesbar beschrieben. Auch die Verwendung von Bulletpoint-Listen erleichtert es nicht die Funktionen auf einen Blick zu erfassen. Dies liegt daran, dass die Listeneinträge recht lang und damit mehrere Zeilen notwendig sind. Halten Sie Listeneinträge kurz. Auch die Verwendung von Überschriften oder Textformatierungen kann bei der Orientierung helfen. Kleine Abschnitte mit einer Headline tragen dazu bei, den Absatz den man lesen möchte, auch schnell zu finden.

Textformatierung in den App Stores

Keine Textformatierung im Apple App Store (oben) und im Google Play Store (unten) vorhanden. Wichtige Informationen stechen nicht hervor.

Die Learnings in Kürze zusammengefasst

  1. Einprägsame Namen helfen bei der Identifikation
  2. Social Proof gezielt einsetzen, das schafft Vertrauen
  3. Empfehlungen durch autoritäre Personen helfen bei der Entscheidung
  4. Das Auffinden von Produkten durch gezielte Keywords unterstützen
  5. Verwenden Sie erklärende Produktbilder, dann kann eine Beschreibung hinfällig werden
  6. Texte müssen formatiert sein, damit sie einfach zu lesen sind
  7. Transparenz bei Gratis Angeboten, denn nichts ist umsonst

Weiterführende Links:

http://mobilbranche.de/2013/06/app-store-optimierung/36615

http://fluidmobile.de/app-store-optimierung-aso-grundlagen/

  • Send to Kindle
  • https://www.konversionskraft.de/?p=18923
Dennis Herzberger Als Senior Conversion Architect bei der Web Arts AG hat sich Dennis Herzberger der Usability und User Experience von Webseiten gewidmet. Sein leidenschaftlicher Fokus liegt auf der Konzeption und Optimierung von mobilen Webseiten und Onlineshops. Folgen Sie ihm auf Twitter.

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6 Reaktionen auf  “Übertragbar: 7 essenzielle Faktoren der App Store Optimierung”

Kommentare

  1. Annkathrin Seitz Annkathrin Seitz

    Hallo Dennis,

    das ist ein wirklich toller Artikel über ASO.

    Vielen Dank für die Verlinkung.

    Viele Grüße aus Karlsruhe

  2. niko niko

    Hallo danke für den informativen Artikel.
    Dazu passt sehr gut der Artikel mit 5 Tipps zur Releasebeschreibung einer App, den ich vor einiger Zeit verfasste.
    http://uxzentrisch.de/tips-release-texte-appstore/

  3. Maximilian Lehmann Maximilian Lehmann

    Kurz und prägnant das wichtigste auf einem Blick, vielen Dank. Wer noch mehr zu dem Thema erfahren möchte, findet über diesen Link: http://bit.ly/1KmXFHS
    Zugang zu meinem gänzlich kostenfreien Ebook. Der Titel „ASO auf den Punkt gebracht“ ist dabei Programm. In 5 Schritte erläutere ich Dir, was nötig ist, um Deine App im Jahre 2015 zum Erfolg zu führen. 🙂

  4. marlonb marlonb

    Hallo Dennis,

    der Beitrag ist zwar einige Zeit her, aber es ist ja nach wie vor ein aktuelles Thema. Ich habe einen Blog-Eintrag gefunden, der die Punkte #1 bis #7 optimal abdeckt. Schau doch mal rein!

    http://www.flyacts.com/blog/apps-im-store-optimal-praesentieren/

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