Weniger Stress für Shopbetreiber

Kennen Sie das auch? Nach einer erfolgreichen Marketingkampagne rennen Kunden Ihnen die Bude ein. Eine Bestellung nach der anderen flattert in Ihr Postfach. Jetzt heißt es schnell die Päckchen packen und wegschicken. Am besten alle gleichzeitig, denn wehe ein Päckchen dauert einen Tag zu lang. Dann kann man sich auch noch mit Beschwerden, wahrscheinlich auch noch per Telefon, rumschlagen. Nein Danke! Darauf kann man doch gut und gerne verzichten, sonst ist der Herzinfarkt doch schon vorprogrammiert. Die Gesundheit geht ja bekanntlich vor. Wollen sie also etwas gesünder leben und Stress vermeiden? Befolgen Sie doch einfach diese 7 grundlegenden Regeln wie sie Ihre Call to Action für ein stressfreieres Leben anpassen und ich kann Ihnen versichern der Stress wird sich schnell legen.

1. Größe: Je kleiner desto besser

Je kleiner die Call to Action ist, desto schneller kann sie übersehen werden. Also auf keinen Fall in der Größe übertreiben und die Call to Action immer schön klein halten. Schriftgröße kleiner als 10 ist ein absolutes Muss!

Sehr klein, aber noch viel zu bunt.

Sehr klein, aber noch viel zu bunt.


Besser!

Besser!

2. Position: Bitte nicht im sichtbaren Bereich

Den Benutzer erst mal schön weit scrollen lassen, bis er erst ein mal in den Genuss kommt eine Call to Action zu sehen ist genau die richtige Strategie. Eventuell denkt der Besucher man kann auf der Seite nur gucken und nicht anfassen und verschwindet schnell wieder. Mission erfüllt!

Im sichtbaren Bereich weit und breit nichts zu sehen von einem Warenkorb-Button. Scheinbar gibt es hier nur Informationen.

Im sichtbaren Bereich weit und breit nichts zu sehen von einem Warenkorb-Button. Scheinbar gibt es hier nur Informationen.

3. Whitespace: Keine Luft zum Atmen lassen

Durch genügend Whitespace um eine Call to Action könnten Besucher auf die Idee kommen, dass es wichtig ist, da es vom Rest abgesetzt ist und dadurch in den Vordergrund rückt. Also die Call to Action richtig dicht mit anderen Elementen zukleistern ist die Divise.

Da hat der Warenkorb aber schön viel Platz, was?

Da hat der Warenkorb aber schön viel Platz, was?

4. Kontrast / Farbe: Bloß nicht abheben

Verwendet man eine Farbe, die sich von der restlichen Farbgebung abhebt, sticht die Call to Action viel zu stark hervor. Nimmt man hingegen eine Farbe, die im Design schon viel verwendet wird, kann die Call to Action glücklicherweise in einem Gaußschen Normalverteilungsrauschen untergehen. Sehr schön!

Wer entdeckt den Warenkorb-Button?

Wer entdeckt den Warenkorb-Button?

Der Warenkorb-Button passend zum Hintergrund in blauer Tarnfarbe.

Der Warenkorb-Button passend zum Hintergrund in blauer Tarnfarbe.

5. Anzahl: Auswahlmöglichkeiten bieten

Menschen sind Individuen, die individuelle Entscheidungen treffen. Dieses Wesen sollte unterstützt werden, indem man dem Besucher viel Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung stellt ohne diese zu gewichten. So kann jeder Besucher selbst mit freiem Willen entscheiden, welche Aktion er ausführt ohne von irgendwelchen Gewichtungen durch unterschiedliche Designs beeinflusst zu werden.

Jede Menge Call to Action ohne Gewichtung - Entscheidungsfreiheit für den Besucher

Die Seite weiterzuempfehlen ist auf jeden Fall wichtiger, als einen Artikel in den Warenkorb zu legen. Ansonsten kann der Besucher wieder zurück, sich anmelden und seine Meinung kundtun. Das nenne ich mal Entscheidungsfreiheit.

Aktionen soweit das Auge reicht.

Aktionen soweit das Auge reicht.

Und noch mehr CTAs.

Und noch mehr CTAs.

6. Wording: Auf keinen Fall Forderungen stellen

Der Wortlaut sollte auf keinen Fall fordernd sein. Fordert man den Besucher auf zu handeln, dann macht dieser das am Ende auch noch. Lieber schön passiv und informativ bleiben. Wir wollen hier ja niemanden beeinflussen.

Ein kleiner Pfeil sagt mehr als 1000 Worte. Ist doch jedem klar, was passiert, oder?

Ein kleiner Pfeil sagt mehr als 1000 Worte. Ist doch jedem klar, was passiert, oder?


Bestellung - Neutraler geht es wohl kaum.

Bestellung - Neutraler geht es wohl kaum.

7. Funktionalität: Das ist kein Button

Ist die Call to Action nicht als klare Handlungsmöglichkeit erkennbar, kann diese leicht übersehen werden. So soll es natürlich sein. Auf gar keinen Fall einen Schatten oder Verlauf hinterlegen. Die Ähnlichkeit zu einem Button ist einfach zu groß und man könnte Gefahr laufen, dass dieser dann auch noch benutzt wird. Auch ein Icon, der die Funktion der Call to Action darstellt kann einem eine stressige Bestellung bescheren. Ein Icon vom Warenkorb ist schon zu viel. Noch schlimmer ist die Signalisierung einer konkreten Aktion wie z.B. ein Pfeil in den Warenkork. Auf jeden Fall die Finger davon lassen!

Grauer Text? Hat wohl nichts zu bedeuten, oder?

Grauer Text? Hat wohl nichts zu bedeuten, oder?

Na, wer versteckt sich denn da hinter dem Text?

Na, wer versteckt sich denn da hinter dem Text?

Fazit

Ziehen Sie die Notbremse und passen Sie Ihre Call to Action gleich heute noch an. Erfreuen Sie sich an der neu gewonnenen Zeit und genießen Sie Ihr Leben. Viel Spaß!

  • Send to Kindle
  • https://www.konversionskraft.de/?p=2558
Manuel Ressel Manuel Ressel ist Head of UX Design bei der Web Arts AG. Seine Leidenschaft gilt dem Thema der Emotionalisierung von Kauf-Prozessen in E-Commerce-Portalen. Manuel Ressel ist unentwegt auf der Suche nach einzigartigen Shop-Perlen und neuen Design Trends im E-Commerce und sammelt diese in dem E-Commerce Showcase conversiondesign.de. Folgen Sie ihm auf Twitter, Google+ oder Facebook.

, , , ,

22 Reaktionen auf  “Weniger Stress für Shopbetreiber”

Kommentare

  1. Olaf Groß Olaf Groß

    Schöne Zusammenstellung, aber leider für den Leser unbrauchbar.

    Warum? Weil der Autor (wahrscheinlich) durch Ironie seinen Beitrag lesenswerter machen wollte: „Fordert man den Besucher auf zu handeln, dann macht dieser das am Ende auch noch“. Sollte es sich nicht um Ironie handeln, scheint alles, was ich in 10 Jahren Direk- und Katalogtmarketing gelernt habe obsolet zu sein.

    Grundregel für das journalistische Schreiben: Keine Ironie. Denn Manuel Ressel kann nicht neben jedem Leser stehen und ihm sagen: „Achtung, diese Aussage ist ironisch gemeint“

    Trotzdem sehr schön die Zusammenstellung. Sie wird Eingang in unsere E-Commerce-News des Tages finden 🙂

  2. Sascha Albrink Sascha Albrink

    Hi Manuel, vielen Dank fpr den schönen Artikel. Ich lese deinen Blog seit Wochen und muss sagen, dass es immer wieder schön ist deine Artikel zu lesen. Ironie erkennt man, wenn man sie vor sich hat. 🙂 Danke.

  3. Robert Robert

    @Olaf Groß

    Iwo, JEDER begreift doch, wie Ironisch es gemeint ist. Dafür hat man ein sogenanntes Gehirn im Kopf.

    Oder haben Sie Angst davor, dass Ihnen die Leute den Laden einrennen?

  4. Nicolas Breitwieser Nicolas Breitwieser

    Vielleich etwas weit hergeholt.
    Aber man könnte dem potentiellen Kunden ja zusätzlich noch aufbürden, sich nach dem Klicken auf „in den Warenkorb“ gleich registrieren zu müssen. Auf die Art und Weise kann man sich sicher sein, dass man fast nie mehr als einen Artikel auf einmal verschicken muss 😉

  5. Manuel Ressel Manuel Ressel

    Hallo,
    und vielen Dank für die Kommentare und Anregungen.

  6. Manuel Graf Manuel Graf

    Sehr netter Artikel.

    (Ich kenne eine Menge Leute, denen ich diesen gerne Forwarden würde.)

    Nieder mit dem User! Ich finde die Annahme gerechtfertigt, dass dieses ominöse Wesen „User“ eigentlich gar nicht existiert. Warum also auch diesen durch einen Prozess geleiten? _Schwachsinn_, sage ich!

  7. Wolfgang Schmitt Wolfgang Schmitt

    Vielen Dank. Es muss ja auch Spaß machen beim Lesen … und so sind diese wirklich sehr wertvollen Informationen leicht verdaulich! Vielen Dank und weiter so!

  8. Manuel Ressel Manuel Ressel

    Im Bezug auf die Ironie hat Herr Groß gar nicht so unrecht. Man lernt ja eigentlich schon in der Schule, dass Ironie nicht über das geschriebene Wort transportiert werden kann bzw. sollte, da Tonfall und Mimik eigentlich die Indikatoren von Ironie sind. Erst mit einer gewissen Vorkenntnis, ist für Leser die Ironie erkennbar. Diese Vorkenntnis setze ich also voraus.
    Ich denke aber, dass man durchaus mit Regeln spielen kann (vor allem wenn man die Leser einigermaßen einschätzen und greifen kann), allerdings ohne die Aussage und den Inhalt aus den Augen zu verlieren.

  9. webSimon webSimon

    @Olaf Groß:

    a) Wer das nicht als Ironie versteht, ist selbst schuld.

    b) Muss man das nicht einmal verstehen, da man ja oben gelesen hat, dass diese Tipps zu weniger Kunden führen.

    Super Zusammenstellung!

  10. Frank Wollweber Frank Wollweber

    Also ich weiß nicht. Eigentlich ist doch alles klar und das sehe ich mal nicht als IRONIE. Denn: In diesem Artikel geht´s ja eigentlich nicht darum, MEHR Kunden zu akquirieren. Es geht darum, dem Shopbetreiber weniger Stress – eben mit den Nachkauf-Arbeiten – zu bescheren. Das einfachste, wie das geht, sind obige Dinge machen. Niemand hat hier den Anspruch, die Konversionsraten zu erhöhen, es geht vielmehr im Artikel um die Verringerung eben dieses Wertes, damit man als Shopbetreiber mehr Ruhe hat. Klar, am Ende ist es als ironisch aufzufassen, denn gerade diese Website impliziert genau das Gegenteil. Aber dennoch ist es ein normal sachlicher Artikel, der sich damit beschäftigt, wie ein Shopbetreiber die „Abkehr des Kunden“ hinbekommt. Ob das nun wieder Sinn oder Unsinn ist, steht auf einem anderen Blatt. Und nur der, der in diesen Worten Ironie vermutet oder erkennt, ist doch der, der eigentlich das liest, was da gar nicht steht.

    Ein schöner Beitrag, wirklich. Und auch schön mit unseren Köpfen gespielt und uns doch das gelehrt, was wir hier auf www.konversionskraft.de eigentlich wirklich wissen wollen: Wie kriege ich CRO hin. Ach ja, da braucht´s dann aber doch wieder Ironie…

  11. Hansio Hansio

    Das war Ironie?

  12. Marcel Gläser Marcel Gläser

    Hallo,
    super Artikel. Habe sofort einige Tipps realisiert und nun ist die Button- und die Schriftfarbe in der selben Farbe wie der Hintergrund. So sollte ein ruhigen Weihnachten gesichert sein.

  13. Janzen Lifttechnik Janzen Lifttechnik

    Sehr guter Beitrag zum Thema Call-to-Action.

    Bin auf diesen Artikel durch das Buch „Modernes Webdesign mit CSS“ von Heiko Stiegert aufmerksam geworden und das Abtippen der URL hat sich gelohnt.

  14. Lysa Lysa

    Ein großartiger Beitrag, ich habe gut schmunzeln müssen und mich an so manchen in der Vergangenheit gesehenen Shop erinnert gefühlt. Eine wunderbare Zusammenstellung, vor allem Punkt 5 kommt mir ganz schön bekannt vor. 🙂

Trackbacks/Pingbacks

  1. […] Shop-Betreiber der über zuwenig Freizeit klagt, sollte einfach mal die Ratschläge von konversionsKRAFT befolgen. So einfach kann es sein! Kommentare (0) Abgelegt unter: Usability — […]

  2. […] Schlechte Beispiele für Shops […]

  3. […] Shop-Betreiber der über zuwenig Freizeit klagt, sollte einfach mal die Ratschläge von konversionsKRAFT befolgen. So einfach kann es sein! Keine Tags zu diesem […]

  4. […] Don’ts bei Call-To-Action //www.konversionskraft.de/checklisten/weniger-stress-fuer-shopbetreiber.html […]

  5. […] Bei all den Fragen und Problemen, ist es natürlich auch wichtig Stress zu vermeiden. Wie man als Shopbetreiber Stress vermeiden kann, dann erfahren Sie in diesem Beitrag bei konversionskraft.de. […]

  6. […] Bei all den Fragen und Problemen, ist es natürlich auch wichtig Stress zu vermeiden. Wie man als Shopbetreiber Stress vermeiden kann, dann erfahren Sie in diesem Beitrag bei konversionskraft.de. […]

  7. […] die Call-to-Action ein essentielles Element, welches mein Kollege Manuel Ressel in seinem Beitrag Weniger Stress für Shopbetreiber bereits genauer unter die Lupe genommen hat. Zusammengefasst gilt es 7 Punkte zu berücksichtigen: […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar