23 Antworten

Einer kam durch: Thomas Buttgereit hat Antworten auf alle 23+1 Conversion Fragen von letzter Woche. Das bringt uns neue Erkenntnisse und Thomas ein Ticket für den ConversionSummit (viel Spaß!).Hier die Antworten:

  1. Wenn mein stärkster Wettbewerber nur den halben Umsatz – dafür aber 0.5% mehr Conversion hat – was heißt das für seinen Deckungsbeitrag?
    Dann kann mein Wettbewerber für’s gleiche Budget mehr Conversions erzielen und damit ist sein Deckungsbeitrag pro Conversion höher.
  2. Was heißt das für seine CPC-Kampagnen, seinen CPO und seine Reichweite?
    Seine CPC-Kampagnen sind effizienter. Er kann bei gleichem Budget mehr Klicks und Conversions zu einem geringeren CPO generieren. Sein maximales Gebot pro Click (z.B. bei Adwords) darf rechnerisch höher sein, womit seine Anzeige vermutlich permanent über der meinen gelistet wird, er auch dadurch mehr Klicks erhält und eine höhere Reichweite hat.
  3. Wie viele Monate dauert es, bis er mehr Umsatz macht?
    Wenn sich beide Unternehmen/Systeme im Gleichgewicht befinden, wird sich erstmal nichts ändern. Da mein Wettbewerber aber vermutlich nicht dumm ist, kann das sehr schnell gehen.
  4. Was wäre, wenn er in Wirklichkeit 1% mehr Conversion hat?
    Dann ist alles doppelt so schlimm.
  5. Wer ist überhaupt mein stärkster Wettbeweber?
    Der, der mir die meisten Kunden wegschnappt.
  6. Was heißt das mittel- bis langfristig für meine CPC-Kampagnen und meine Reichweite?
    Ich werde für die gleiche Reichweite mehr Geld ausgeben müssen oder fürs gleiche Geld weniger Reichweite haben.
  7. Wenn dieser Wettbewerber seinen Vorsrpung ausbaut, indem er fünf Conversion-Optimierungs-Runden pro Jahr macht, die jeweils 0.1 % mehr Conversion bringen – wie groß ist sein Wettbewerbsvorteil in Euro nach einem Jahr?
    Wv€t+1=Wv€t*(1+0,1)3
  8. Wie groß ist sein Vorteil nach drei Jahren?
    Wv€t+n=Wv€t*(1+0,1) 3*n
  9. Wie schafft dell.com 400 Optimierungsrunden pro Jahr?
    Durch einenen linearisierten Conversion-Prozess und damit mehreren gleichzeitig möglichen Testreihen für Micro-Conversions … und natürlich viel Traffic.
  10. Was heißt das für meine Prozesse? Abteilungen? Infrastruktur?
    Ich habe jetzt ein Vorbild.
  11. Warum hat mein Wettbewerber überhaupt eine höhere Konversionsrate obwohl sein Shop sch…. aussieht?
    Weil das nur meine Meinung ist und das Schöne vom Wichtigen ablenkt.
  12. Was passiert, wenn mein Wettbewerber seinen Gewinn aus CRO in noch bessere Prozesse investiert?
    Dann bin ich voll am Arsch!
  13. Was wäre, wenn ich einen ähnlich hohen Betrag in einen Relaunch investiere, um allen zu zeigen, wo der Hammer hängt?
    Dann bin ich außerdem noch ein Idiot.
  14. Welchen Einfluss hat es auf das Betriebsergebnis, wenn ich nach diesem Relaunch 0.5% weniger Gesamtconversion habe?
    Dann sinkt mein Betriebsergebnis und ich habe außerdem Punkt 13 bewiesen.
  15. Wie kann ich vermeiden, jemals wieder einen Relaunch machen zu müssen?
    Indem ich mich endlich mit CRO auseinandersetze.
  16. Woher kommt in Wirklichkeit diese Relaunch-Idee und wer-zum-Teufel verdient als einziger daran?
    Die Relaunch-Idee ist ein Artefakt aus einer Zeit, in der durch technischen Fortschritt regelmäßig mehr Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet wurden. Daran verdient die Web-Design-Agentur.
  17. Angenommen, meine CPC-Preise steigen im nächsten Jahr um 20%. Was heißt das für das Betriebsergebnis?
    Ich muss entweder für die gleiche Menge Conversions mehr Geld ausgeben oder erhalte fürs gleiche Geld weniger Conversions. In beiden Fällen sinkt mein Betriebsergebnis.
  18. Welche Auswirkung auf den Unternehmenswert hat es, wenn zusätzlich das organische Wachstum um ca. 40% sinkt?
    Wenn ich den Unternehmenswert mit einer Barwertmethode berechne und das Wachsum entsprechend antizipiere, dann sinkt mein Unternehmenswert.
  19. Um wie viel muss die Conversion steigen, um das zu kompensieren?
    In gleichem Maße wie das Wachstum sinkt.
  20. Wenn mein stärkster Wettbewerber 1% mehr Conversion hat, effizientere Prozesse zum Laufen bringt, der Relaunch schief geht und die CPC-Preise steigen – wann wird er meinen Laden übernehmen?
    Vermutlich nie. Wer will schon eine so schlecht laufende Kiste. Außerdem macht es ja keinen Spaß, wenn man durch Disqualifikation zum Sieger wird.
  21. Warum habe ich eigentlich so eine niedrige Konversionrate?
    Weil ich nichts oder nicht genug für eine höhere Konversionsrate getan habe.
  22. Ab wann muss ich das Thema wirklich ernst nehmen, um die Kurve noch zu kriegen?
    Gestern!
  23. Ist Conversion-Optimierung überhaupt ein strategisches Thema oder geht das wieder vorbei?
    Conversion-Optimierung ist eine logische Konsequenz aus Bewusstsein und technischen Möglichkeiten – das geht nie vorbei. (… es sei denn, wir schalten das Internet ab oder lassen die Datenschützer nach freiem Ermessen handeln.)

Bonus-Frage:

24. Wann hören wir auf, IT, Systeme und Infrastruktur als Ausrede zu verwenden und suchen nach den wahren Conversion-Killern in der Organisation?
Sobald ein teuer bezahlter Berater uns das sagt. Die Möglichkeiten, die sich aus CRO ergeben sind für durchschnittliche Shopbetreiber so unvorstellbar, dass das nur durch einen hohen Stundensatz glaubwürdig
wird.

Danke Thomas, für Deine Antworten. Gibt es Ergänzungs- oder Änderungswünsche? Bitte per Kommentar abgeben…

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André Morys André Morys ist Gründer und Vorstand der Web Arts AG und beschäftigt sich seit 1996 mit der Conversion Optimierung von Websites und Onlineshops. André Morys ist Dozent für User Experience an der TH Mittelhessen und Autor des Fachbuchs "Conversion Optimierung". Er ist häufiger Sprecher und Moderator auf Konferenzen. /// @morys auf Twitter folgen /// facebook /// Google+

3 Reaktionen auf  “23 Antworten”

Kommentare

  1. Claus Eulgem Claus Eulgem

    Hervorragende Beantwortung der 5. Frage!!! Es kommt nicht auf momentanen Marktanteil (Marktführer oder Unternehmen in ähnlicher Größe), sondern auf die aktuellen Wachstumsraten an. Das Unternehmen, welches – mit einer gewissen Nachhaltigkeit – am stärksten wächst, muss der Maßstab sein.

    So ein „bisschen“ polarisierend sind die Antworten aber dann doch.

    1. Der Deckungsbeitrag hängt nicht nur von den Online-Vertriebskosten ab. Es soll durchaus vorkommen, dass Unternehmen Ihre Offline-Prozesse im Griff haben, online aber in der Kreisliga spielen.

    2. Es soll auch erfolgreiche Relaunches geben – ob zufällig oder hart erarbeitet. Immer dann, wenn ich die Philosophie eines Auftritts dermaßen verändere (weil ich vielleicht viel schlauer geworden bin), dass die Änderungen nicht mehr isoliert betrachtet werden können, macht ein „großer Relaunch“ durchaus Sinn. Insbesondere dann, wenn er tatsächlichen Kundenmeinungen basiert und der Auftakt für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess ist.

    3. Die wachsenden Umsatzzahlen der „CRO-Berater“ zeigen, dass Relaunches nicht immer nur durch „Design-Agenturen“ getrieben sind.

    4. Die Auswirkungen meiner CRO-Maßnahmen auf mein Betriebsergebnis, hängen vom Anteil meiner Online-Aktivitäten am Betriebsergebnis ab. Wenn bei 100 % Online-Anteil das organische Wachstum um 40 % sinkt, sinkt dementsprechend auch mein Online-Umsatz um 40 %. Vielleicht, weil ich „Pony-Express“ den „singenden Draht“ nicht mitbekommen habe.

    Gerade weil CRO eine betriebswirtschaftliche Steuerung meiner Online-Geschäftsaktivitäten ist, sollten andere Einflussfaktoren nicht unberücksichtigt bleiben.

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  1. […] keiner beantworten kann. Einer, nämlich Thomas Buttgereit, hat es dennoch geschafft und alle 23 Fragen + Bonusfrage richtig beantwortet. Am Besten gefällt mir nachstehende Frage und […]

  2. […] Bei Unternehmen mit einer 2-stelligen Conversionrate findet man durchaus Unternehmer die folgende 23 Antworten (von André Morys) tatsächlich parat […]

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