3 Learnings von der Conversion Konferenz Hamburg Tag 1

Der erste Tag der Conversion Konferenz in Hamburg ist vorbei. An den Anblick von Udo Lindenberg im Hotel Atlantic, der anscheinend rastlos zwischen Bar und Smokers Lounge hin und her pendelt, haben wir uns mittlerweile gewöhnt.

Darüber hinaus haben alle, die heute nicht hier in Hamburg waren und den Vorträgen lauschen konnten das eine oder andere verpasst, und zwar…

1) CRO ist ein knallharter Prozess – sagt Dirk Lauber, Bereichsleiter beim BAUR Versand, und zeigt beeindruckende Zahlen, wie sein 12-Köpfiges Team seit 2007 die Konversionsrate von 3 auf inzwischen über 7 Prozent angehoben haben. Dahinter steckt viel System, Analyse, Prozessdenke und die Bewusstheit, dass man mit Hilfe dieser Maßnahmen viel Geld verdienen kann.

Wer zwischen den Zeilen hört, erkennt die wirklichen Herausforderungen in diesem Prozess: Aus massenhaft Ideen die wirklich effektiven Maßnahmen herausfiltern und genügen Kapazitäten haben um alles durchtesten zu können kosten viel Zeit und Kraft. Und schnell sind 33 Millionen Euro die an einer Stelle der Strecke gewonnen werden im Checkout wieder verloren und die Suche nach effektiven Hebeln beginnt von vorne.

Über Dirk Laubers Vortrag habe ich bereits im Rahmen der ECOM 2010 geblogt: //www.konversionskraft.de/trends/e-commerce-in-der-dritten-phase.html

2) „Understanding why people don’t buy“ war für Carl Blanks von Conversion Rate Experts ein wichtiger Punkt seines internen CRO-Prozess-Dokuments. Mit dieser Denke ist er nicht allein und er unterstreicht diesen Punkt in seinem Vortrag mehrfach. Daraus folgert auch die logische Konsequenz, dass kleinschrittige Optimierungen keinen Sinn machen – sie erzeugen keine signifikanten Unterschiede und verbrauchen unnötig Testzeit.

Schön: „Garbage In -> Garbage Out“ war eine interessante Formulierung auf einer seiner Slides. Wer kennt nicht die einschlägigen Case Studies von Agenturen, die „über 130% Uplift erzielt“ haben – aber als Ausgangslage bei einer so schlechten Seite angefangen haben, dass wahrscheinlich eine leere Seite mit rotem Button bereits 200% Uplift erzielt hätte…

3) „Zum Glück haben im Testzeitraum die Wettbewerber nicht ihre Konditionen verändert.“ war für mich ein wichtiger Nebensatz aus der Präsentation von Tom Alby, der einen Test-Case mit seinem Kunden Commerzbank vorstellte. Das zeigt uns, wie wichtig der Blick aus dem eigenen System heraus auf die Entscheidungsfaktoren des Konsumenten ist. Konversion entsteht im Kopf des Konsumenten.

Über dieses und weitere 2 Probleme beim A/B-Testing habe ich vor einiger Zeit schon einmal geschrieben und auch den Vergleich zu einer Pizzeria nicht gescheut…:) //www.konversionskraft.de/conversion-optimierung/a-b-testing-probleme.html

Das Essen ist lecker, das Hotel pompös und Tim Ash hat Verwendung für unsere Knautschgehirne. Es gibt noch viele andere wirklich interessante Päsentationen und Learnings – morgen folgt der zweite Teil.

Ach ja, eine wichtige Information hätte ich fast vergessen: Auf XING gibt es eine neue, garantiert werbefreie Gruppe zum Thema Conversion Optimization. Danke an den Initiator Gabriel Beck!