5 Conversion Superhero Tipps von der Conversion Conference – Tag 1

Die Conversion Conference in dem frisch renovierten Atlanic Kempinski in Hamburg läuft grade. Der erste Tag ist vorüber und es gab gestern bereits hier viel Input für Conversion Superheroes.

Conversion Superheroes

US Firmen geben durchschnittlich pro 92$ für Traffic nur 1$ für CRO aus – so die erschütternde Aussage von Jeffrey Eisenberg in seiner Keynote „21 Secrets of Top Converting Websites“. Dass dieses Verhältnis auf lange Sicht wenig förderlich für den unternehmerischen Erfolg ist, liegt auf der Hand.

Wir möchte Ihnen heute fünf Tipps geben, die jeder Conversion Superhero kennen sollte.

Tipp 1: Landingpage Optimierung ist nicht genug

Typische Case Studies im Bereich Landingpage Optimierung sehen so aus:

Landingpage Optimierung ist nicht genug

51% Uplift.

Da haben wir alles richtig gemacht, oder?

Eine Landingpage Optimierung bedeutet immer eine punktuelle Optimierung und ist somit für die wenigsten Websitebetreiber die richtige Stelle um mit einer strategischen Optimierung zu starten. Zwar lassen sich durch LPO schnelle Ergebnisse erzielen, doch hat Landingpage Optimierung einen sehr geringen EBIT-Hebel.

Die Optimierung des EBIT – also des Gewinns vor Steuern und Zinsen – benötigt eine Optimierung der kompletten Customer Journey. Häufig kommt es bei der allein auf Landingpages fokussierten Optimierung zu folgenden Effekten:

Landingpage Optimierung ist nicht genug

Durch die Betrachung der kompletten Customer Journey (zur Vereinfachung auf einen Website Besuch reduziert) zeigt sich das wahre Bild. Die Optimierung hat nichts gebracht. Der Seitenbetreiber verdient jetzt sogar weniger!

Durch die stark optimierte Landingpage (inkl. PPC Werbung) wurden in diesem Fall die Nutzer so stark emotional aufgeladen, dass die Abbruchrate im Checkout deutlich höher liegt, da dieser den gestiegenen Erwartungen nicht mehr gerecht werden konnte.

In Kurzform:
Optimieren Sie nicht eine einzelne Seite, optimieren Sie die komplette Customer Journey.

Tipp 2: Vertrauen Sie nicht jedem Landingpage Optimierer

Kai Radanitsch, Spezialist für die Optimierung von Landingpages sprach von der Geruchslinie, der User vom Adword bis zur Landingpage folgen sollten. Das sogar die Branche der Landingpage Optimierer nicht davon gefeit ist schwerwiegende Fehler zu machen bewies er, in dem er die Kern Keywords untersuchte.

Von uneinheitlichen Verbindungen aus Adword und Headline der Landingpage bishing zu fehlenden Kontrast, falschen Aufzählungen der Bulletpoint oder irrefühenden Bebilderungen war eigentlich alles dabei. Daher prüfe, wer sich später bindet, man könnte komische Dinge erleben.

Tipp 3: Warm anziehen: haben Sie erst einmal mehr Konversion, will Google davon profitieren

Tim Ringel, Geschäftsführer der metapeople, wies noch einmal darauf hin, dass Adwords nach wie vor ein Vorqualifizierungsthema ist. Jeden Traffic mitzunehmen, macht nun einmal keinen Sinn und sorgt nur für Verdruss bei der Conversionrate.

Die neuen Adword-Extensions wie Site-Links, Product,- Video,- und Location-Extensions zielgruppengerecht zu nutzen wird immer wichtiger. Er wies darauf hin, dass auch Google diese Features nicht aus Spaß anbietet, es soll in Zukunft Geld verdient werden – mehr Geld. Mit dem möglichen Verschwinden, bzw. der Repositionierung der Adwords von der rechten Seite nach unten werden die CPO‘s voraussichtlich explodieren, mit dem Effekt, dass die Landingpages in Zukunft deutlich besser konvertieren müssen als bisher.

Es ist eine Tatsache, dass sich Google dabei noch kräftiger an der Marge dieser verbesserten Konversion bedienen wird.

Tipp 4: Mobile Sites & Apps sind die Conversion Stars der Zukunft

Das Thema Mobile wurde von Amy Africa, CEO bei EightbyEight, angesprochen und mit insgesamt 15 Tipps zur Conversion Optimierung für Mobile zeigt sie, dass das Thema nicht nur im US-Markt präsent ist.

Für eine bessere Conversion im Mobile Umfeld gibt es drei elementare Dinge, die wir verstehen müssen:

1. Mobile Sites sind keine Apps und sind keine traditionellen Websites – etwas Gegenteiliges zu behaupten wäre Trugschluss und ein absoluter Conversion Killer

2. Maximal 5 Einstiegs- und Auswahlmöglichkeiten pro Page anbieten – alles andere führt zu Missverständnissen und erhöht die Gefahr von Fehlbedienung und Abbrüchen

3. Maximal 6 ausklappbare Menüpunkte sind erlaubt, um die Navigation und Orientierung seitens des Users zu erleichtern

Es gibt natürlich auch Dinge, die wir im Mobile Bereich genauso beachten müssen, wie im traditionellem Website-/Online-Shop-Bereich: das Testing! So kann der Einsatz von Graphiken zwar unterstützend auf die Navigation der User wirken – doch auch hier bleibt Amy Africa hart: ohne Testing keine Conversion Optimierung!

Tipp 5: Nur weil es gut aussieht, muss es noch lange nicht gut funktionieren!

Das meint jedenfalls Dr. Karl Blanks, ehemaliger Raketen-Forscher, der mit seinem Beitrag ein Plädoyer für das systematische Design führte. Dabei geht es ihm genauso um das Erforschen der Zielgruppe, wie das ausgiebige Wireframing, das Texten entlang der Kundenerwartung und das exakte Testen.

Design ist Identität, allerdings kann die Identität einer Bank und deren erfolgreiche Website nicht 1:1 auf einen Bankberater umgemünzt werden. Denn die Page des Beraters und dessen Identität unterscheidet sich nun einmal fundamental von der der Bank. D.h. seine optisch ‚völlig überladene‘ Website könnte in seinem Fall deutlich besser konvertieren, als würde er das klare, strukturierte und aufgeräumte Design der Bank adaptieren.

Ein Dank für den Blogpost geht an Susanne und Matthias, die kräftig daran mitgeschrieben haben!

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Torsten Hubert Torsten Hubert beschäftigt sich seit fünfzehn Jahren intensiv mit Webmarketing und ist Google Advertising Professional. Er ist hauptberuflich Head of Consulting und Mitglied der Geschäftsleitung bei dem CRO-Spezialisten Web Arts AG und hat sich dort auf strategisches Growth-Consulting spezialisiert. Weiterhin ist Torsten Hubert Dozent für Conversion Optimierung, Usability und Motivatorik an der Hochschule Darmstadt.Sie erreichen Torsten Hubert auch über XING.

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6 Reaktionen auf  “5 Conversion Superhero Tipps von der Conversion Conference – Tag 1”

Kommentare

  1. conversiondoktor conversiondoktor

    Danke Torsten für den Beitrag,

    einen kleinen Einwand habe ich allerdings:
    Wenn ich den kompletten Prozess, der auch von der PPC Landingpage bei einem Test beeinflusst werden kann, mit tracke, dann sehe ich, ob sich die Optimierung negativ auf den Prozess ausgewirkt hat.

    Mit einer Landingpage Optimierung zu starten, ist nicht die schlechteste Wahl. Ich bin auch bei Dir, wenn Du sagtst, man müsse den Prozess mit berücksichtigen.

    Allerdings muss ich nicht gleich den kompletten Prozess optimieren, wenn ich sicherstellen kann (durch Tracking), dass sich das Verhalten im nachgelagerten Prozess nicht verändert hat.

    Also: Einzelschritte mit tracken, beobachten und Schlüsse daraus ziehen.

    Danke für den Beitrag, Totte!

  2. Achim Plattner Achim Plattner

    Hallo,

    kann mich der Meinung von Gabriel Beck nur anschließen.

    Alle nachgelagerten und relevanten Conversionpunkte sollten beim LP Test immer mit getrackt werden.

    Eine Anbindung an das komplette Webanayltics hat sich zur Ursachenfindung eines uplifts auch bewährt.

    Oftmals zeigen Segmentanalysen Subuplifts auf. So hat sich z.B. in der Praxis auch gezeigt, dass die Auslobung eines Gutscheins auf der LP an Wochenenden zu einem deutlichen uplift führen kann und an Wochentagen das Gegenteil erzeugt wird 😉

    Manche LP Tests aus der Praxis zeigen auch, dass kein uplift beim ersten clicktrough erzeugt werden kann. Dafür aber ein nachgelagerter uplift bei den Sales. D.h. keine neuen Nutzertypen können hier hinzu gewonnen werden. Dafür aber bestehende Nutzertypen nachhaltig überzeugt werden.

    Viele Grüße und noch viel Spaß in Hamburg
    Achim

  3. Torsten Hubert Torsten Hubert

    Da merkt man, dass ihr beiden schon Conversion Superheroes seid. Ihr wisst worauf es ankommt beim Testing. 😉

    Aber grade Anfänger bzw. Unternehmen, die sich dem Thema Landingpage Optimierung in Kombination mit Testing in Eigenregie nähern wollen, tappen oft in diese Falle.

    Durch starke emotionale Aufladung auf der Landingpage kann (nicht muss!) es zu diesen o.g. Effekten kommen und die Enttäuschung ist dann oft groß, wenn der vermeintliche Testsieger final eingebaut wird und der EBIT sinkt.

    Danke für’s Nachhaken.

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