Von Ronald Grimminger | Conversion Optimierung | 7 Reaktionen

Neuro Response Design

Wir beobachten heute, dass sich Methoden und Arbeitsprozesse von Designern wandeln. Es geht meistens um mehr, als nur eine Idee zu entwickeln, sie zu skizzieren, um diese am Ende bunt anzumalen. Designer müssen heuer mit den Usern interagieren. Designer wenden die Ergebnisse aus vielen Tests und Untersuchungen an. Und schließlich: Die Designs immer wieder testen, weiter entwickeln und dadurch verbessern.

Design ist ein iterativer Prozess.

Wir sollten unseren Usern zuhören, um ihnen das zu liefern, wonach sie suchen und um ihre Bedürfnisse zu stillen. Wir versuchen heute einen anderen Ansatz, in dem wir das eigentliche Design ganz an das Ende eines Prozesses stellen, welchem eine Reihe von Tests und Untersuchungen voraus gehen.

Zu Beginn definieren wir unsere Zielgruppe. Diese Gruppe besteht aus verschiedenen Charakteren. Wir beziehen deren soziales Umfeld, die Lebenssituation, mögliche Freundeskreise, Job sowie Einkommen und Freizeitgestaltung in die Charakterisierung mit ein.

Damit haben wir die so genannten Personas bestimmt. Als nächstes überlegen wir uns, welche Motivationen die einzelnen Personas haben könnten. Wie gewinnen wir deren Aufmerksamkeit? Welche Verlangen haben sie? Von hier an können wir schließlich Profile der Motivationen für unsere Zielgruppe erstellen.


Die Marke/das Produkt muss ein Bedürfnis befriedigen.
Zeit für ein paar Tests.

Finden Sie heraus, was Mitbewerber tun. Wie sieht deren Markendefinition aus? Welchen Ansatz verfolgen sie, um Produkte zu verkaufen? Versuchen Sie das Design zu analysieren:

  • Welche Bildsprache, welche Art von Fotografie wird verwendet?
  • Welche Farbschemata werden aufgegriffen?
  • Wie sind Texte formuliert, gibt es Botschaften?
  • Was haben die Mitbewerber gemeinsam, wo liegen die Unterschiede?

Aus diesen Ergebnissen erhalten Sie einige Erkenntnisse, um Ihre eigene Marke oder Ihr Produkt genauer zu definieren. Um nun die Markenbotschaft zu formulieren hilft es, wenn Sie Werte beschreiben. Teilen Sie diese Wertbeschreibungen in sachliche und emotionale Aussagen.

Beispielsweise:
Sachliche Aussage: Natürliche, kontrollierte Inhaltsstoffe
Emotional: Die feinsten Produkte nur für mich


Die ersten Entwürfe: Moodboards

Beginnen Sie mit der Gestaltung von Moodboards und lassen Sie dabei die Eindrücke und Erkenntnisse aus den Untersuchungen einfliessen. Setzen Sie dabei bewusst auch die Farbschemen der Mitbewerber ein und stellen diese neuen Farbkombinationen gegenüber, die sie aus den Erkenntnissen der Untersuchungen ableiten.

Die ersten Moodbards
Die ersten Moodbards


Testen!

Führen Sie ein paar Tests durch. Laden Sie Kollegen oder Freunde und Bekannte ein, die Moodboards zu beurteilen. Fragen Sie beispielsweise nach Emotionen, nach Preisgefüge, allgemeinen Eindrücken.

Die Moodboards nach den ersten Tests
Die Moodboards nach den ersten Tests


Darauf haben Sie gewartet: Gestalten Sie!

Im besten Falle sind Sie nun in der Lage, ein sehr stark gefiltertes Design für Ihr Projekt zu gestalten. Im Laufe der Testphasen und der Untersuchungen haben Sie einige Erkenntnisse gesammelt, die Sie nun direkt umsetzen können. Ihre Gestaltung wird nun sehr gefiltert und konzentriert aufgebaut.

Wenn Sie nun ein präsentierfähiges Stadium erreicht haben, sollten Sie diese Entwürfe wieder testen. Sogar der Einsatz von Analysegeräten wie dem Eye-Tracker hilft Ihnen, das Ergebnis auf einen weiteren Level zu heben und ihre Arbeit zu verifizieren.

Das Design nach den Tests und Moodbards
Das Design nach den Tests und Moodbards

Wie bereits oben erwähnt ist die Gestaltung für User immer ein interaktiver und iterativer Prozess. Sie brauchen das Feedback der User. Sie haben immer die Chance, Elemente Ihres Projektes oder Ihrer Seite auszutauschen.  Diese Flexibilität lässt ihr Projekt immer besser werden.


Hier noch ein mal die einzelnen Schritte im Überblick und viel Spass beim ausprobieren.

  1. Zielgruppenanalyse / Personas definieren
  2. Motivationen definieren
  3. Positionierung/ Mitbewerber/ Research
  4. Definition der Markenboschaft
  5. Erste Entwürfe und Moodboards
  6. Testen!
  7. Feindesign

Ronald Grimminger

Ronald Grimmiger beschäftigt er sich mit der Optimierung von digitalen Strategien. Dabei setzt er sich mit Modellen der Kommunikation, Neuromarketing und Konsumpsychologie sowie Verhaltensökonomie und deren Zusammenhang mit Automation von digitalem Marketing auseinander. Zudem ist er als Dozent für Onlinemarketing und Conversion Optimierung an der Hochschule Darmstadt (h_da) tätig.@RonGrimminger auf twitter /// xing /// linkedIn
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    7 Reaktionen auf „Neuro Response Design

    1. Hallo Herr Grimminger, vielen Dank für Ihr Posting. Genau so sollte es sein: Zuhören, Fragen, Sammeln, Analysieren, Denken, Fragen, Analsyieren, Denken, Gestalten, Testen (Messen, Analysieren), Verbessern und weiter Entwickeln. Menschen wandeln sich, ihre Bedürfnisse ändern sich. Gestaltung ist ein Prozess. In diesem Sinne: Es ist viel zu tun 🙂
      Viele Grüße Katja Kraemer

      • Hallo Frau Krämer,
        Sie haben Recht. Unabhängig von der Idee, dass Gestaltung ein Prozess ist, liegt der Schwerpunkt dieser Vorgehensweise auf einer systematischen Überprüfung der emotionalen Wirkung. Ziel ist es, eine Gestaltung zu entwickeln die präzise und klar die Werte und Emotionen überträgt die zur (emotionalen) Alleinstellung des Angebotes gehören.

        • Generell sollte Design (und besonders Grafikdesign) wieder viel mehr als Prozess und „Aufgabe“ verstanden werden; von Kunden und Kreativen gleichermaßen. Beiträge wie der von Herr Grimminger tragen im Ideal zu einem besseren gegenseitigen Verständnis bei. Und davon können wir alle profitieren …

          • von Ronald Grimminger

            Vielen Dank für die Kommentare.
            Interessant wird es, wenn man diesen Prozess und emotionalen Wirkungen auf mehrere Ebenen transferieren muss. Wo unterscheidet man die Ziele und die Wirkungen? An welchen Stellen kann ich das Erwünschte herbei führen oder auch gezielt übergehen? …

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