Warum Ihr Webdesigner bei der Konversionsoptimierung versagt (Teil 2)

Auf Conversion Konferenzen hört man ja schon den ein oder anderen Spruch über Designer. "Nehmen Sie Ihren Designer an die Leine" oder "Halten Sie den Ego Ihres Designers im Zaum" hört man einige Experten sagen. Designer schaden der Konversionsrate, scheint der allgemeine Konsens zu sein.Vor über einem Jahr hat sich mein Kollege Ronald Grimminger die Frage gestellt, warum Designer bei der Konversionsoptimierung versagen und einige Schwachpunkte ausgemacht. Doch wie sieht die Situation nach einem Jahr aus, in dem Konversionsoptimierung immer mehr an Bedeutung gewinnt? Klickpreise steigen und der Fokus wechselt auf die Konvertierung von Besuchern, Testingsysteme und regelmäßige Testzyklen etablieren sich allmählich in Unternehmen. Welche Rolle findet der Designer in dieser Entwicklung?


Webdesigner bei Konversionsoptimierung an der Leine

Die Ausbildung

Schaut man sich die Ausbildung und Studiengänge für Designer an, so hat sich bezüglich der Ausrichtung auf E-Commerce relativ wenig getan. Festgefahrene Strukturen erschweren es neue Ansätze tiefergehend zu etablieren. Lediglich an der Oberfläche über freiwillige Kurse und Wahlpflichtfächer scheint die Möglichkeit zu bestehen als Designer näher mit der Materie E-Commerce in Kontakt zu kommen. Die Ausbildung in Themen über den Tellerrand hinaus wie Verhaltensökonomie, Psychologie, Marketing, etc. kann also weitestgehend nur als Zusatzleistung angenommen werden und darüber hinaus vom Designer selbst erarbeitet werden.

Der Auftraggeber

Was erwarten Sie als Auftraggeber von einem Designer oder Designagentur? Was sind ihre Ziele? Einfach nur ein „schickes Design“, die Marke stärken oder am Ende des Jahres ein Umsatzplus? Je nach Zielsetzung kann anhand des Portfolios der passende Partner für die Zielsetzung ausgewählt werden.

Liegt die Zielsetzung auf der Optimierung eines Shops, so versorgen Sie den Designer mit allen wichtigen Informationen:

  • Zielsetzungen und Besonderheiten im Geschäftsmodell
  • Analysezahlen
  • Hintergrundwissen über Zielgruppe
  • Erfahrungen aus Nutzertests
  • Ergebnisse von Testings

Hat mittlerweile nahezu jeder Auftraggeber (mehr oder weniger) ein Analyse-System eingebunden, so hapert es doch noch häufig an weiterführenden Erkenntnissen. Zu wissen wo ein Nutzer abbricht, heißt nicht zwangsläufig auch zu wissen, wieso er abbricht. Grobe Usabilityfehler können eventuell noch auf Basis von Heuristiken ausgemacht werden, aber tiefsitzendere Hürden sind wesentlich komplexer.

Die Agenturdenke

Vielfach wurde schon das Ende der Agenturdenke ausgesprochen. Für Branding, CI, emotionale Inszenierung und Imagekampagnen scheint es aber nach wie vor keinen messbaren ROI zu geben. Die Wichtigkeit stelle ich hierbei nicht in Frage, aber der Leichtsinn, wie an diese Thematiken herangegangen wird, ist nach wie vor fraglich. Bezeichnend hierfür ein Artikel über E-Commerce aus der aktuellen Ausgabe der PAGE (Ausgabe 09.12). In dem Artikel „Click and Buy“ werden verschiedene Shoppingkonzepte aufgezeigt und erläutert. Unter anderem wird auch die Shopeinstiegsseite von Dorothee Schumacher angesprochen.

Shop Schumacher

Der illustrierte Verkaufsraum lässt die Seite persönlich und individuell erscheinen, die Produkte fügen sich unaufdringlich ein. Natürlich gibt es auch Regalsysteme und Packshots für die Kaufentscheidung, aber Markenwelt und Inspiration stehen klar im Vordergrund. „Eigentlich machen wir hier alles falsch“, sagt Oliver Cloppenburg im Hinblick auf gängige E-Commerce-Regeln. Statt mit wenigen Klicks zum Kauf zu hechten, stöbert der Kunde auf der Website wie im realen Geschäft. Geschadet habe das Design den Verkäufen nicht, so superReal.

Bei dem letzten Satz blieb mir ehrlich gesagt die Spucke weg (mal abgesehen davon, dass es mich schon stutzig gemacht hat, dass ein Artikel über E-Commerce ohne Wörter wie Umsatz, ROI oder Gewinn auskommt). Für mich klingt das nach einer wagen Vermutung und nicht nach einer Aussage, die in einem Test verprobt wurde. Ich habe schon oft genug Agenturen über erfolgreiche E-Commerce Projekte berichten gehört, wobei tatsächlich ein massiver Einbruch der Konversionsrate und einhergehend Umsatzeinbrüche festzustellen waren.

Der Designer

Jeder Designer hat natürlich auch eine Eigenverantwortung, die er nicht von sich schieben kann. Es gibt mittlerweile ein gutes Angebot an Konferenzen, Bücher und Workshops, die viel guten Input für gutes E-Commerce Design liefern. Weiterbildungsmaßnahmen sind also durchaus gegeben und werden auch schon von Designern in Anspruch genommen.

Neben der fachlichen Weiterbildung gilt es sich auch der Verantwortung bewusst zu werden, die jede Designentscheidung mit sich führt. Ich denke viele Designer sind sich noch nicht dieser Verantwortung im Klaren, aber man merkt schon, dass die Thematik so langsam ins Bewusstsein rückt. Schließlich bietet man dem Kunden so noch einen unschlagbaren Mehrwert.

Fazit

Ein gutes Design nach allen Gestaltungsregeln ist wichtig, um das Vertrauen des Besuchers zu stärken. Ausreichend ist dies allerdings noch nicht.

Nach wie vor ist das Thema Conversion Optimierung noch nicht so richtig in der Designwelt angekommen. Über Themen wie Usability und UX kommen immer mehr Designer in Berührung mit weiterführenden Optimierungsprozessen und werden sich dadurch der Verantwortung auch bewusst.

Letztendlich zahlt der Kunde für eine Dienstleistung Geld, welches erst mal wieder verdient werden muss. Schön, wenn die erbrachte Dienstleistung auch dazu beiträgt, oder?

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Manuel Ressel Manuel Ressel ist Head of UX Design bei der Web Arts AG. Seine Leidenschaft gilt dem Thema der Emotionalisierung von Kauf-Prozessen in E-Commerce-Portalen. Manuel Ressel ist unentwegt auf der Suche nach einzigartigen Shop-Perlen und neuen Design Trends im E-Commerce und sammelt diese in dem E-Commerce Showcase conversiondesign.de. Folgen Sie ihm auf Twitter, Google+ oder Facebook.

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30 Reaktionen auf  “Warum Ihr Webdesigner bei der Konversionsoptimierung versagt (Teil 2)”

Kommentare

  1. Christian Rothe Christian Rothe

    Vielen Dank für diesen Artikel, der mir aus dem Herzen spricht. In Sachen Shopgestaltung haben nach meiner Erfahrung die wenigsten Designer den zielorientierten Arbeitsansatz, dass am Ende ein erfolgreicher Verkauf stehen muss.

    Viele Shops gleichen eine hübschen 20-jährigen Studentin, die ihr (Trink)-Geld als Serverin verdient: Da wird mehr Eifer in Make-Up und in ein attraktives Aussehen investiert, als in die eigentliche Tätigkeit. Entsprechend lausig ist die Kundenzufriedenheit. Auf Dauer lässt man sich als Gast dann doch lieber von einer rustikalen Mittfünfzigerin bedienen, die ihren Job versteht.

    Der Dorothee Schumacher Shop ist ein schönes Beispiel. Wenn man sie beispielsweise auf dem iPad anschaut, ist die Startseite eine reine Katastrophe. Und wenn man es mal geschafft hat, einen Artikel in den Warenkorb zu bugsieren: Wie in aller Welt kommt man dann zurück zur Auswahl weiterer Artikel? Wie viel Umsatzpotezial verschenkt dieser Shop?

    Hier wird ein Fehler deutlich, den viele Shopbetreiber machen: Sie kaufen niemals wie normaler Endkunde im eigenen Shop ein. Daher entdecken und kennen sie dessen Schwächen gar nicht. Für viele Designer ist ihr Job mit der Abgabe der Photoshop-Datei beendet. Wären Webdesigner gesetzlich gezwungen, den Scheiß, den sie gestaltet haben, tatsächlich auch selbst zu benutzen, dann sähe das Internet anders aus.

  2. Webstandard-Blog & Konversion Webstandard-Blog & Konversion

    Mit der Erstellung eines konversion-optimierten Designs allein ist es aber nicht getan. Denn wenn man ein solches Design nach einem Relaunch live stellt, sollte man die „Wirkung des Designs“ in Bezug auf die Konversion auch Tracken, mit Multivariaten Tests arbeiten, um ggf. noch mehr rauszuholen, etc. etc.

    Für all das entstehen Kosten, die oftmals über das eigentliche Budget eines Kundes hinausgehen. Dann wundert es nicht, dass ohne Tracking und ausreichende Analysen, auch das Design nicht mehr ganz so konversion-optimiert ist, wie es vielleicht sein sollte. Es wird zu einem solchen Zeitpunkt in finanzieller Hinisicht oftmals leider noch am falschen Ende gespart. Jegliche Verantwortung hierfür auf den Schultern eines Designers abzuladen, wäre vielleicht ein wenig einfach. Denn meistens gibt auch ein fachliches und technisches Konzept und daran muss sich auch der Designer halten. Das ein konversion-optimiertes Design „Pflicht“ sein sollte, versteht sich von selbst, nur muss diese Aufgabenstellung bereits früher im Ablauf eines Projektes verankert werden. Geschieht dies, sollte der Designer dann dazu aber auch in der Lage sein.

  3. Dennis Dennis

    Es ist nicht verkehrt, dass Designer keine Programmierer sind. Aber wir dürfen hier nicht vergessen, dass Programmierer nicht in der Lage sind Aufgaben eines Designers zu bewältigen. Somit fehlt es dem Artikel und den bisherigen Kommentaren an der Einsicht, dass nur ein Zusammenspiel von Designer und Programmierern eine Seite wirklich gut erscheinen lässt. Zuglauben, dass allein der Designer an manch einem Debakel schuld trägt ist auch schlicht verkehrt. Oft ist es der Auftraggeber mit seinen Ideen und Vorstellungen, der die eigene Seite komplett unbrauchbar macht. Anhand von Typo3 kann man sehen, was Programmierer einfach nicht können: Usability! Der Designer ist hier aber auch nicht der richtige Ansprechpartnert – Wo, frage ich Euch ist der Faktor Mediengestalter!? Dieser ist der Richtige Beruf mit der richtigen Ausbildung. Sowohl Programiertechnische Aspekte, Designbereiche und natürlich Usability gehören zum Standard einer Ausbildung zum Mediengestalert. Anstatt hier also nur herum zumeckern, was alles schief läuft, wäre ein etwas weiterer Blick auf alle Möglichkeiten hier angebrachter.

  4. Oliver Oliver

    Ansprechend muss der Shop natürlich schon sein, aber ein Shop muss für Menschen gemacht sein. Und Menschen reagieren nich immmer logisch und planbar.

    Die gute alte Empfehlung mal ein paar Freund in seinem Shop einkaufen zu lassen und ihnen dann Stift und Zettel in die Hand zu geben, ist nachwievor von zentraler Bedeutung vor einer optische Aufarbeitung.

  5. Manuel Ressel Manuel Ressel

    @Webstandard:
    Der Ansatz von Conversion Optimierung ist denke ich nicht ein „konversion-optimiertes“ Design online zu stellen und zu hoffen, dass es besser wird, sondern einen kontinuierlichen Optimierungsprozess zu etablieren.

    Dass damit das Budget eines Kunden überschritten wird, ist so nicht richtig. Denn nirgendwo anders, steht so stark im Vordergrund, dass die entstehenden Kosten auch wieder durch einen steigenden Umsatz amortisiert werden. Nur zu häufig begegne ich Shopbetreibern die doppelt gezahlt haben. Einmal die Kosten für die Designagentur und dann der entstandene Umsatzverlust, weil die Lösung zwar kreativ und gestalterisch top war, aber nicht relevant und erwartungskonform. Eine methodische Herangehensweise hätte den Schaden häufig minimieren können.

  6. Webstandard-Blog & Konversion Webstandard-Blog & Konversion

    @Manuel: „Der Ansatz von Conversion Optimierung ist denke ich nicht ein „konversion-optimiertes Design“ online zu stellen und zu hoffen, dass es besser wird, sondern einen kontinuierlichen Optimierungsprozess zu etablieren.“ <-
    Da stimme ich dir vollkommen zu, eine methodische Herangehensweise sollte Grundlage der gestalterischen Arbeiten sein und nicht wie so oft das "Bauchgefühl in des Designers beim Gestaltungsprozess", leider ist die Realität manchmal noch eine andere. Umso besser ist es, dass sich in dieser Hinsicht endlich was tut. ;o)

  7. Manuel Ressel Manuel Ressel

    Richtig, es tut sich was. 🙂

  8. Arne Arne

    Sorry aber das ist genau die Art von Artikeln, die nicht dazu beiträgt, dass Conversionoptimierung intensiver betrieben wird. Ich dachte unsere Profession sei langsam darüber hinaus, andere als Unfähig darzustellen. Schreibt doch mal lieber darüber, wie man stattdessen Designer in einem CRO-Prozess begeistern kann und vor allem, wie man Brand-Kommunikation in eine Abverkauf-Mechanik geschickt integrieren kann – hier wirds nämlich richtig interessant.

  9. Monika T-S Monika T-S

    @Dennis
    der Artikel greift WebDesigner an, und wenn ein Web-Designer nicht auch coden kann, ist er für mich ein Printdesigner und das ist für mich absolut nicht dasselbe und auch nicht das gleich und weil sehr oft PrintDesigner auch im WebDesign tätig sind, aber nur so „nebenebei“ kommt oft Palawatsch raus.

    ++++++++++++++++++++++++++++++

    in meiner Stadt kenne ich einen WebDesigner, der bei einer der größeren Agenture arbeitet,
    er ist frustriert ende nie, weil er das nicht tun darf was er kann, weil es der Kunde nicht bezahlt hat =>
    da wird ganz streng nur das geliefert was der Kunde zahlt und son Zeuchs da von dem du sprichst ist sooo selten am Radar der Kunden und ja ich versteh die Agentur sehr wohl, weil es ist horrende Arbeit, die da drauf geht.

    Und ich habe kein Mitleid, wenn jemand doppelt zahlt, weil er vorher das Design haben wollte, was so wunderbar am Flyer ausgesehen hat 😉 => das erleb ich persönlich viel öfter als anderes => unser Grafiker hat so ein tolles Design entworfen => könnten sie

    😉

  10. Christian Rothe Christian Rothe

    @Dennis: Ich möchte widersprechen, dass durch ein Zusammenspiel von Programmierer und Designer eine gute Website entsteht. Eine gute Website bzw. ein guter Shop entsteht durch jemanden mit Einfühlungsvermögen für die Erwartungen der späteren Endbenutzer.

    Dagegen haben der „übliche“ Agentur-Designer und auch der Agentur-Programmierer typischerweise keinen Kontakt zum späteren Endbenutzer – also zum Kunden, der in einem Shop einkauft. Designer und Programmierer leben quasi in einer anderen Welt. Auch beim gepriesenen Mediengestalter dürfte dies ähnlich sein. Woher soll er die Ahnung vom Kunden haben?

    Ohne das Know-how von Verkäufern / Vertrieblern mit direktem Kundenkontakt wird kein conversionorientiertes Shopkonzept gelingen.

  11. Webstandard-Blog & Konversion Webstandard-Blog & Konversion

    @Christian: Der doch recht pauschalen Aussage widerspreche ich, denn mit einer fachlichen Weiterbildung und entsprechenden Engagement ist das auch für die von Dir angesprochenen Gruppen durchaus möglich, das Wissen darüber zu erlangen wie Kunden online „, empfinden, denken & handeln“ (könnten).

  12. Christian Rothe Christian Rothe

    @Webstandard: Sicherlich mag es Web- und IT-Dienstleister geben, die viel über die Kunden ihrer Kunden wissen. In 20 Jahren Berufserfahrung habe ich dies allerdings als eher seltene Ausnahme erlebt.

    Konversionoptimierung ist in meinen Augen „Fummeln an Details“ – und zwar so, dass die Summe aller Details in sich sehr stimmig wird. Das kostet Zeit und Geld. Leider erleben die Web-Dienstleister immer wieder, dass ihre Kunden für die notwendige Detailarbeit zu wenig Budget bereitstellen. Wie soll es für den Webdienstleister also wirtschaftlich sein, sich neben der Gestaltungs- und Programmierarbeit auch noch mit den Kunden seiner Kunden zu beschäftigen?

    Mein Fazit der Misere, warum manche Shops so schlecht sind:
    – Webdesigner benutzen die Shops, die sie gestaltet haben, fast nie selbst als Nutzer. Deshalb fallen ihnen Fehler in ihrer eigenen Arbeit nicht auf.
    – Die Shopbetreiber kaufen selber auch nicht im eigenen Shop ein, so dass auch sie kaum die Welt durch die Brille ihrer Kunden sehen. Auch so bleiben Fehler unbemerkt.

    Ich habe es erst unlängst bei einem befreundeten Shopbetreiber erlebt, der einen neuen Shop an den Start gebracht hat: Da wurden im Design der Artikelgruppen-Übersichtsseiten (Artikellisten) einfach wichtige Dinge vergessen: Marken-Filter, Anzeige „Sie sehen die Artikel 49-96 von 157“. Im Checkout gelangte man nach Eingabe einer abweichenden Versandadresse nicht wieder in den normalen Checkout-Prozess zurück. Dies sind nur einige von etlichen Usability-Problemen gewesen. Es hat ihn Mühe, Kraft und Geld gekostet diese Schwachstellen nachträglich durch einen anderen Dienstleister zu korrigieren zu lassen. Dabei hätte es die erste Agentur eigentlich besser können müssen – sie betreibt nämlich selbst einige Online-Shops.

    Das ist übrigens ein weiteres Problem größerer Web-Agenturen: In der Akquisephase vor der Vertragsunterzeichnung kommen durchaus kompetente und fähige 1A-Leute zur Beratung zum Kunden. Aber kaum ist Tinte der Unterschrift unter dem Auftrag trocken, wird die Arbeit von anderen Agenturmitarbeiter (der Handelsklasse 2) ausgeführt und das 1A-Personal ist zur nächsten Akquisesituation entschwunden.

  13. Webstandard-Blog & Konversion Webstandard-Blog & Konversion

    @Christian: „Webdesigner benutzen die Shops, die sie gestaltet haben, fast nie selbst als Nutzer. Deshalb fallen ihnen Fehler in ihrer eigenen Arbeit nicht auf.“ <- Müssen sie ja auch nicht! Dafür gibt es ja Usability-Tests, die mit der Zielgruppe des Onlineshops durchgeführt werden können. Deren erfasste Daten sind wesentlich repräsentativer als die Ergebnisse von Webdesignern, die ihre selbst gestalteten Shops testen.

  14. Christian Rothe Christian Rothe

    @Webstandard: Die Aussage „Es gibt ja Usability-Tests…“ ist genau Teil des Problems: In diesen Tests werden nachträglich von Dritten die Patzer aus der Arbeit der Designers rausgebügelt, während der Designer schon wieder ein neues Projekt auf dem Schreibtisch… und dabei dieselben Fehler noch einmal macht.

  15. Robert Hell Robert Hell

    Die pauschale Aussage, dass Webdesigner bei der Konversionsoptimierung versagen, halte ich für absolut falsch. Wer sich regelmäßig auf den vielen guten Designblogs im Internet tummelt, wird bestätigen können, dass zum Beispiel die UX und Usability große Themem sind, über die sich viele Webdesigner viele Gedanken machen. In den letzten Jahren ist da sehr viel passiert. Ein Resultat daraus ist sicherlich auch das Ende des Blinki-Glossy-Web-2.0-Designs. Modernes Webdesign bedeutet heute maximale Usability und gute Usability bedeutet gute Konversionsraten. Ich war vor kurzem selbst an einem massiven Redesigns eines Online-Shops beteiligt. Bei der Arbeit haben wir uns ständig die Fragen gestellt ‚Was würde der Kunde hier tun?‘, ‚Wie erleichtern wir ihm den Weg zu einem Kaufabschluss‘. Hier und da muss man aus technischen Gründen oder diversen Befindlichkeiten immer auch Kompromisse machen. Der Shop läuft aber auf jeden Fall deutlich erfolgreicher, als der Alte.

  16. Oliver Oliver

    Liebe Conversion Optimierer & Heatmap-Spezialisten,

    der zitierte Page Artikel versucht innovative Konzepte und Ideen für den E-Commerce 2.0 wie z.B. das Thema Emotional Shopping aufzuzeigen. Vor diesem Hintergrund kann man dann auch mein – zugegeben provokantes – Zitat verstehen. „Nach Conversion & UX-Optimierer Schule machen wir hier natürlich vieles und auch ganz bewusst anders“ wäre da vielleicht verständlicher und versöhnlicher gewesen. Aber und gerade deshalb verfügt der angesprochene Shop scheinbar über eine sehr ordentliche Performance! Das Design hat nicht nur nicht geschadet, sondern ist auch noch performant. Emotional Shopping, Markenerlebnisdesign und Abverkauf: das waren die Anforderungen beim Design des Schumacher-Shops in 2010. Ein mutiges, innovatives Design kann sich auszahlen.

    Und das noch zu dem Berufsstand des Gestalters:
    Der Designer leidet. Denn hier meinen alle, mitreden zu können. Kunde, Agentur Chef, CD, Konzepter, Informationsarchitekten, UX-Experten haben eine Meinung zum Design und SEO- und Conversion-Spezialisten geben ihr sehr bestimmendes Urteil: „Bitte den WK-Button in neongrün und das ganze above the fold“. Und dann gibt’s noch die Sache mit dem Geschmack…

    Ich habe bisher wenige gute E-Shop Designer und noch weniger gute E-Shops gefunden. Das Thema ist enorm komplex. Aber wenn wir Designer so gestalten würden wie es uns die Conversion Optimierer und Usability Consultants gerne diktieren würden, enden wir in gleichgeschalteten, innovationsarmen und blutleeren Layouts. Das Ergebnis kann man sich im Web ja zu genüge ansehen.

    Die Agentur und damit auch der Designer steht in der Verantwortung Marke und Produkt adäquat zu inszenieren. Online Shopping ist mehr als das möglichst verlustfreie Durchschleusen der User durch Listen-, Detailansicht und Checkout.

    Nur damit ich nicht wieder falsch verstanden werde: Usability und eine Conversion optimierte Gestaltung gehören zum Grundhandwerkszeug eines Designers und Konzepters. Damit allein ist es aber nicht getan, insbesondere wenn wir von Fashion Online Shops im Premium und Luxusbereich sprechen, denn hier ist nicht in erster Linie der Preis Kaufkriterium und der Kauf nicht alleiniges Conversion-Ziel. Wir verkaufen dort ja keine Schrauben oder Laufsocken.

    Beste Grüße,
    Oliver Cloppenburg

  17. Christian Rothe Christian Rothe

    @Oliver Cloppenburg: Du schreibst von „gleichgeschalteten, innovationsarmen und blutleeren Layouts“.

    Für mich sind gleichgeschaltete Layouts kein Schimpfwort. Ich bin beispielsweise froh, dass Automobil-Designer möglichst gleichgeschaltete Layouts benutzen: Wenn man in ein fremdes Auto steigt, hat man eine Ahnung davon, wo sich Blinker, Lichtschalter, Wischerhebel und Schalthebel befinden könnten. Wenn es dagegen nach kreativen Webdesignern ginge, säßen Gaspedal, Kupplung und Bremse auch gerne mal an anderer Stelle.

    Insofern denke ich, dass es förderlich sein kann, wenn die Bedienelemente eines Shops dort platziert sind und auch so aussehen, wie es ein Durchschnittskunde erwartet.

    Wenn der Dorothee Schumacher Shop akzeptable Verkaufszahlen einfährt, muss dies nicht WEGEN des Designs passieren. Es kann auch TROTZ des Designs so sein. Wer sich einmal mit dem Begriff Involvement beschäftigt hat, weiß warum. Wie sich ein solcher Shop gegen ein conversion-optimiertes Exemplar schlägt, wurde vermutlich nie ernsthaft getestet. Aus meiner Sicht spricht alles dafür, dass man als Designer / Shopbetreiber auch einfach mal Glück haben kann. Herzlichen Glückwunsch!

  18. Oliver Oliver

    Wenn man da einmal genau hinschaut, finden sich im Schumacher Shop die meisten Dinge dort, wo sie erwartet werden. (Nein, der Shop ist vorerst nicht iPad ready und auch nicht iPad optimiert.)

    Noch einmal: die Basis muss stimmen und funktionieren, der Warenkorb gehört nach oben rechts. Ja, genau wie das Lenkrad im Auto. Aber damit ist es nicht getan, wenn man von Markenshops im gehobenen Segment spricht. Undifferenzierte Glückwünsche helfen da nicht weiter.

  19. Kevin Wölfer Kevin Wölfer

    Gestalter sind Dienstleister, und werden auch als solche gesehen.

    Sie sollen gefälligst das umsetzen, was von Ihnen verlangt wird, und wenn dann etwas dabei herauskommt, das nicht gut ist, liegt es SELBSTREDEND an Ihrer mangelnden Empathie, der fachlichen Inkompetenz und der unflexiblen Arbeitsweise.

    Ich denke es ist nicht möglich einfach mit dem Finger auf einen Fachbereich zu zeigen, und zu sagen, dass dieser schuldig an schlechter Konversion ist. Dieser trägt dann eine Mitschuld, mehr nicht.

    Wer lässt ernsthaft einen einzelnen Fachbereich, oder gar eine einzelne Person aus diesem Bereich eine komplette Lösung aus dem Boden stampfen und gibt diesem auch noch die Möglichkeit, diese Lösung zu realisieren?!

    Nein, ganz so einfach ist es nicht.

    Ich kenne viele Gestalter, die sehen sich nicht in der Pflicht das zu Gestaltende im Vorfeld auch zu konzipieren. Bestenfalls sind sie bereit ein bereits entwickeltes Konzept gestalterisch umzusetzen. Aber auch das kann in den meisten Fällen schief gehen.

    Eine konzeptionelle Herangehensweise, und das Interesse an der Zielgruppe des Online-Shops sind aber genauso Pflichtprogramm, wie UX & Usability, CD, SEO, … , und rechtliche Voraussetzungen. Ob die Call-to-action dann Blau, Gelb oder Rot ist, spielt in den frühen Schritten eine Nebenrolle.

    Zumindest sollte es das.

    Aber gerade hier wird dem Gestalter, wie schon angesprochen, das Leben schwer gemacht. Weil bereits in der konzeptionellen Phase der Auftraggeber oder die Kollegen über Layout und Farben philosophieren. Entgegenwirken kann diesem Vorgehen nur ein kompetentes und erfahrenes Team aus Mitspielern jedes involvierten Fachbereichs … und das ist selten!

  20. Manuel Ressel Manuel Ressel

    Hallo Oliver,

    danke für dein Feedback.

    Ich denke sowohl bei der Entwicklung eines Designs als auch bei einer kontinuierlichen Conversionoptimierung kann man ziemlich viel falsch machen, wenn die Methodik fehlt. Bei der Conversionoptimierung geht es nicht darum irgendwelche Buttons grün zu färben, auch wenn häufig gesehene Cases dies vielleicht suggerieren.
    Wir sind uns sehr wohl bewusst über die Wichtigkeit von Emotionen und Markenwelten, denn ganz ehrlich – rational werden Entscheidungen nicht getroffen. Eine etwas ältere Case von Frontlineshop zeigt denke ich ganz gut, dass man durchaus aus vorhandenen Shopstrukturen ein Stück weit ausbrechen kann, um bestimmte Emotionen zu verstärken und damit einen enormen Uplift zu erzielen.
    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass der Shop gut läuft, da wie du schon sagst, der Rest des Shops erwartungskonform gestaltet ist und auf der Einstiegsseite auch links ein alternativer Einstieg möglich ist. Nur wenn man auf der Einstiegsseite die Idee hat aus der „Norm“ auszubrechen (was durchaus legitim ist), sollte man denke ich nicht einfach davon ausgehen, dass es gut läuft und pauschal sagen, es habe den Verkäufen nicht geschadet. Sondern viel mehr die Idee überprüfen, wie der Einfluss auf den Umsatz tatsächlich ist.
    Die Idee ist es ja mit dem Layout den Nutzer zu inspirieren und ihn nicht einfach durch den Shop zu jagen. Die Frage ist nur, ob der Nutzer das auch möchte. 😉

    P.S. Die angesprochene Case kann man sich hier noch mal ansehen: http://www.web-arts.com/case-study-landingpage-optimierung-fashion-retailer.html

  21. Manuel Ressel Manuel Ressel

    Hallo Kevin,

    generell sage ich nicht, dass der Designer an allem Schuld ist. An einem Projekt gibt es viele Beteiligten, die Einfluss darauf haben. Ich habe nur speziell die eine Stellschraube „Designer“ näher betrachtet.

    Mag sein, dass Designer teilweise als Dienstleister gesehen werden. Aus meiner Sicht sind Designer aber eben nicht reine Dienstleister, sondern ein wichtiger Partner, der mit der Gestaltung großen Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg eines Portals hat. Um so trauriger finde ich, dass nach wie vor viele Designer sich dieser Verantwortung nicht bewusst sind und ohne Methodik ein Design entwerfen ohne dies zu hinterfragen.

  22. Kevin Wölfer Kevin Wölfer

    Hallo Manuel,

    dann sind wir doch einer Meinung. Den ersten Satz + Absatz hätte ich vermutlich noch deutlicher mit Ironie-Tags hervorheben müssen.

  23. Gerd Gerd

    Hallo Manuel, vielen Dank für den guten Beitrag.

    U. a. hast du darin geschrieben: „Es gibt mittlerweile ein gutes Angebot an Konferenzen, Bücher und Workshops, die viel guten Input für gutes E-Commerce Design liefern.“

    Könntest du mir dazu mal ein paar konkrete Tipps geben, die wir an unseren Designer weitergeben können? Wir würden unseren Designer da gerne noch etwas mehr auf die E-Commerce-Schiene setzen, wissen aber nicht so recht, wie wir das hinkriegen, bzw. würden ihm da gerne ein bisschen was zu empfehlen, also vielleicht ein Skript, eine Konferenz, ein Buch o. Ä.

    Wäre super, wenn du da ein bisschen was zu hättest …

  24. Oliver Oliver

    Hi Manuel,

    ja klar, man kann und sollte eine gewagte Benutzerführung schon testen. In diesem Fall bezog sich meine Einschätzung auf den Vergleich mit anderen Shops im gleichen Segment.

    VG, Oliver

  25. Ina Ina

    Ein eigener Mitarbeiter mit dem Aufgabenschwerpunkt „Conversionoptimierung“, der eng mit dem Designer zusammenarbeitet, wäre auch eine Lösung, Kunden, die auf eine conversionstarke Website angewiesen sind, optimales Webdesign zu liefern.

  26. Manuel Ressel Manuel Ressel

    Hallo Gerd,

    das wäre wahrscheinlich noch mal ein Artikel für sich Wert.
    So grob auf die Schnelle fallen mir folgende „Weiterbildungsmaßnahmen“ ein (ohne Gewähr auf Vollständigkeit):

    Workshops:
    – UX Workshops von Netflow (http://www.netflow-lindemann.de/usability_veranstaltungen.html)

    Konferenzen:
    – natürlich der ConversionSummit 😉 (http://www.conversionsummit.org/)
    – Design for Conversion (http://www.designforconversion.org/)

    Bücher:
    – Webdesign for ROI (Sandra Niehaus)
    – Die Psychologie des Überzeugens (Robert B. Cialdini)
    – Neuro Web Design (Susan Weinschenk)
    – Conversion Optimierung (André Morys)

    Für alle Punkte gibt es mit Sicherheit noch mehr Angebote, die interessant sein könnten, aber ich denke für den Anfang ist das schon ganz gut.

  27. Denis Bal Denis Bal

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    erstmal Gratulation zu der sehr gelungene Homepage. Ich habe mit viel Interesse Ihre Beiträge und Kommentare gelesen. Wir sind seit Juli mit unserem Onlinshop live, haben in den letzten 2 Monaten zur Einführung 3 kleine Deals auf verschiedenen Seiten angeboten. Nun haben wir in dieser Zeit natürlich Traffic und Verkäufe realisiert. Leider habe ich keine Vergleichszahlen um heurauszubekommen, wie die ersten Ergebnisse von unserem Shop oder Seite einzustufen sind. Haben Sie mir da einen Tip? Das Verbesserungspotential besteht, das ist uns Bewusst, auch muss man die Homepage immer auf den neusten Stand bringen, tortzdem wären Vergleichszahlen von vergleichbaren Shops/Produkten sehr hilfreich.

    Für Ihre Mühe vielen herzlichen Dank.
    Denis Bal

  28. Määtes Määtes

    Nur falls es euer Trackingsystem nicht mitbekommt: nach diesem Artikel verabschiede ich mich lieber von eurem RSS-Feed. Ich will wirklich nicht den Troll machen, aber die Art und Weise wie hier Berufsgruppen gegeneinander ausgespielt werden, hält nicht das Niveau, das ich von anderen Blogs kenne. – Ach so, ich bin natürlich Webdesigner. 😉

  29. Frank Ellerkamp Frank Ellerkamp

    Danke für den Artikel. Make it simple- mehr braucht es nicht. Wenn Designer sich selbst verwirklichen, bleiben die Umsätze oft ausserhalb des Radars.

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