Von Torsten Hubert | Serien | 4 Reaktionen

Konversionskiller Nr. 1: Schlechte Performance

Im letzten Teil meiner Serie über Konversionskiller möchte ich auf ein Thema eingehen, dass häufig unterschätzt wird. Viele Website- und Shopbetreiber tun alles um Ihre Konversionsrate zu optimieren. Sie machen Usability-Tests, optimieren die Gestaltung, die Texte, die Webmarketing-Kampagnen, den Checkout-Prozess und binden die wichtigsten Siegel ein. Doch Sie vergessen häufig einen der größten Konversionskiller. Die Performance der Website.

Was ist Website-Performance?

Bei der Website-Performance, die hier gemeint ist, geht es nicht um die Marketing-Performance. Es geht rein um die technische Performance. Also die Zeit, die es benötigt, die Website zu Ihren Kunden zu bekommen. Oder anders ausgedrückt: die Zeit, die es nach dem Aufruf einer Seite dauert, bis die Website beim Nutzer auf dem Bildschirm vollständig angzeigt wird.

Hierbei wird in drei grundlegende Performance-Kennzahlen unterschieden:

  1. Server-Performance
    Unter der Server-Performance versteht man die Zeit, die der Server benötigt, die gewünschten Daten zusammenzustellen und für die Auslieferung vorzubereiten (z.B. Datenbankabfragen, etc.).
  2. Übertragungs-Performance
    Hier wird die Leitungskapazität gemessen, also die Geschwindigkeit, wie schnell die Daten beim Nutzer ankommen. Wichtiger Punkt ist hier, z.B. die Anbindug der Server an das Internet, oder die geografische Position der Server, aber auch die Internetleitung des Endnutzers.
  3. Client-Rendering-Performance
    Nachdem die Daten beim Nutzer angekommen sind, muss der Client-Rechner die Informationen aufbereiten um ein grafisches Bild daraus erzeugen. Man spricht vom sogenannten Rendering-Prozess.

Warum ist Performance so wichtig?

Eine Untersuchung von JupiterResearch hat herausgefunden, dass 33% der Online-Shopper mit Breitbandanschluss 4 Sekunden nach dem Klick den Besuch abbrechen, wenn die Seite bis dahin kein Ergebnis angezeigt hat. 43% der Online-Shopper ohne Breitbandanschluss brechen nach 6 Sekunden ab.

Man spricht bei der Performance Analyse vom sogenannten Flow. Je performanter eine Website / Online-Shop ist, desto höher ist ihr Flow. Man kann dies gut mit dem Flow aus dem Musik-Genre Rap vergleichen. Je flüssiger die Worte aus dem Mund des Rappers sprudeln, desto besser ist die Performance. Skandberg & Kimmel haben die Flow-Faktoren von Website Besuchen untersucht:

Konversionskiller - Schlechte Website-Performance

Die Grafik macht schnell deutlich, wie wichtig die Geschwindigkeit einer Website für den Flow des Besuchs ist. Nur knapp liegt sie hinter der Attraktivität der Seite bzw. der Inhalte. Weit abgeschlagen sind die Punkte Usability und Interaktivität.

Was kann man tun um seine Performance zu verbessern?

Achtung! Jetzt wird es ein bischen technischer. Ich möchte einige Ideen aufzeigen, wie man die Performance Ihrer Websites verbessern kann. Mit diesem Thema kann man ganze Bücher füllen, deswegen möchte ich nur kurz Performance-Optimierung auf einer allgemeinen Ebene anreißen.

Hier die 10 wichtigsten Dinge zur Performance-Optimierung

  1. Minimieren Sie die Anzahl der HTTP-Requests
    (z.B. durch CSS-Sprites)
  2. Optimieren Sie die Größe Ihrer Grafiken / Videos
  3. Arbeiten Sie mit sauberem CSS-Quellcode
    (keine Layout-Tabellen!)
  4. Lagern Sie Ihr CSS + JavaScript aus
  5. Komprimieren Sie ihr JavaScript
  6. Ersetzen Sie JavaScript durch CSS
    (z.B. für MouseOver-Effekte)
  7. Aktivieren Sie die serverseitige Komprimierung
  8. Nutzen Sie Content-Delivery-Netzwerke
  9. Laden Sie JavaScript nur, auf Seiten, auf denen es wirklich benötigt wird
  10. Messen Sie Ihre Performance

Weiterführende Informationen zur Umsetzung von Performance-Optimierungen finden Sie im Internet. Abschließend möchte ich noch auf zwei gute englische Bücher in diesem Umfeld hinweisen, die auf jeden Fall einen Blick wert sind. Beide im O’REILLY-Verlag erschienen und sind für den stark technisch affinen Marketeer geschrieben. Viel Spaß beim Stöbern auf Amazon:
Website Optimization und High Performance Web Sites: 14 Steps to Faster-Loading Web Sites.

Torsten Hubert

Torsten Hubert beschäftigt sich seit fünfzehn Jahren intensiv mit Webmarketing und ist Google Advertising Professional. Er ist hauptberuflich Head of Consulting und Mitglied der Geschäftsleitung bei dem CRO-Spezialisten Web Arts AG und hat sich dort auf strategisches Growth-Consulting spezialisiert. Weiterhin ist Torsten Hubert Dozent für Conversion Optimierung, Usability und Motivatorik an der Hochschule Darmstadt.Sie erreichen Torsten Hubert auch über XING.
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