Von Susanne Seibold | Hintergründe Trends | 4 Reaktionen

Google macht boutiques.com

Am 17. November startete auch Google mit einer Fashion-Offensive: dem Launch von boutiques.com. Viel gemunkelt wurde ja schon vorher, wie das ganze Vorhaben wohl realisiert wird. Schließlich ist das Unternehmen Google ja nicht irgendwer. Bereits zur Premiere gab es ein großes Aufgebot an Celebrities, mit denen sich das Unternehmen schmückt. Etwa um die Basis für die Glaubwürdigkeit in Sachen Style und Fashion zu schaffen?

Alle, die den großen Coup erwarteten, wurden mehr oder weniger enttäuscht. boutiques.com ist leider auf den ersten Blick nicht die Antwort auf die Frage, nach neuen innovativen Shoppingansätzen im Bekleidungsmarkt. Rein äußerlich jedenfalls.

Der gewählte Layout-Stil ist nichts Neues. Dieser Stil dürfte häufigen Fashion-Shopbesuchern bereits vertraut sein; man vergleiche beispielsweise einfach mal die beiden Startseiten von boutiques.com und 7trends.de.
Vertrauensbonus oder gähnende Langeweile? In diesem Falle ist es irgendwie von beidem etwas.

Boutiques.com Startseite

Aber zurück zu Google und der Frage nach der Idee dahinter:
Zu allererst handelt es sich hier nicht um einen Onlineshop. Ähnlich wie auf Fashion-Portalen á la stylefruits.de können sich hier die hauptsächlich weiblichen User anstelle von Outfits, Boutiquen zusammenstellen, gegenseitig kommentieren und Follower gewinnen. Will man ein Produkt kaufen, so wird man ganz altbacken zu dem jeweiligen Shop weitergeleitet.

Bevor man mit der eigenen Boutiques losstarten kann, muss man durch die Style Analyse. Mittels des „Stylyzer“ kann man in einem etwas langatmigen Bildervergleich jeweils zwischen zwei Styles wählen. Einen Pluspunkt gibt es für die Tatsache, dass Frauen in Wahrheit zwei oder mehr Stile bevorzugen und ineinander verfließen lassen. Das Ergebnis des ersten Durchlaufs kann man hinterher mit weiteren Stilrichtungen ergänzen, die man gerne als Basis für die eigene Boutiques haben möchte. Weiter geht es mit der Auswhal sogenannter Patterns, die man bei bestimmten Kleiderkategorien, wie etwa Hosen oder Oberteile bevorzugt.

boutiques.com stylyzer 1

boutiques.com stylyzer 2

Nach dieser etwas intensiveren und aufwändigeren Auseinandersetzung mit dem eigenen Geschmack, erhält man schließlich seine eigene Boutique.
Hier kann man entscheiden, ob man die Boutique mit der Community teilen möchte oder nicht. Boutiques.com zeigt an dieser Stelle weitere Artikel, die im Love-Hate-Verfahren sortiert werden können. Wider Erwarten, dass man durch das drücken des „Hate“-Buttons das Produkt aus der Liste aussortieren kann, öffnet sich eine kleine Liste, in der die Abneigung noch stärker detailliert werden kann: ist es die Farbe, das Muster, der Preis oder einfach alles? Google zeigt sich hier nun als Meister der Such- und Detaillierungsalgorithmen dahinter.

boutiques.com finetuning

Auf welcher Seite man in den angeschlossenen Shops dann tatsächlich landet ist eine andere Frage.

Boutiques.com bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, den bevorzugten Stil einem Finetuning zu unterziehen und genau auf die Kleider zu stoßen, die einem wirklich gut gefallen. Die intuitive Bedienbarkeit macht daraus eine nette Spielerei für zwischendurch. Für Modeliebhaberinnen, die gerne zeigen was sie toll finden, auf jeden Fall ein schöner Zeitvertreib.

Susanne Seibold

Susanne Seibold untersucht Online-Shops mit Fokus auf die emotionale Wahrnehmung innerhalb der Zielgruppe. Ihre Leidenschaft gilt dem Joy of Use von Online-Shops und Communities.
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    4 Reaktionen auf „Google macht boutiques.com

    1. Ja, jetzt bin ich ja mal gespannt, wie Google wohl seinen Traffic organisiert? 😉

      • Bei dem Überangebot wirklich guter Fashion Style Seiten frage ich mich über den Mehrwert von boutiques. Den Style von einem „Promi“ sehen und diesen gleich erwerben finde ich nicht gerade trendy. Lieder einen eigenen auf der Straße kopieren den nicht allzu viele kennen ist dagegen schon mehr unqiue.

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