Von André Morys | Hintergründe | 17 Reaktionen

Shopbetreiber weghören, bitte: Was Conversion Optimierer von Rach, dem Restauranttester lernen können

Christian Rach ist Sternekoch und erfolgreicher Restaurantbetreiber in Hamburg. In seiner TV-Sendung haut er den erfolglosen Möchtegern-Gastronomen alles, was nicht niet- und nagelfest ist, um die Ohren. Davon können Conversion Optimierer lernen. Wirklich.

Conversion Optimierer lernen von RachVorab: Herr Rach weiß, dass es um ein erfolgreiches Gesamtkonstrukt geht. Außenwirkung, Inneneinrichtung, Speisekarte, Preis, Prozesse, Werbung, Servicequalität. Conversion ist eben eine Meta-Disziplin. (Wäre Rach eine Agentur, würde er nur ein hübsches Logo erstellen und mehr Werbung machen. Wäre er ein Unternehmensberater, würde er nur auf Prozesse und Kosten schauen. Das würde aber allein alles nichts bringen.)

Aber das wissen wir ja schon. Was können wir also lernen?

Herr Rach spricht Klartext mit den Betreibern. Er sagt klar und deutlich: „Hören Sie auf, selbstverliebt in ihr bescheuertes Konzept zu sein, am Ende zählt der Euro!“. Herr Rach sucht nicht den Kompromiss zwischen Agenturkonzept, Usability und Web-Analyse, er achtet nicht auf die persönlichen Befindlichkeiten sondern er räumt knallhart auf!

Ich denke dabei an die eine oder andere Situation, in denen ich festellen muss, wie sehr sich Website- und Shopbetreiber selbst in die Tasche lügen… und die Wahrheit nicht hören wollen.

Es wird Zeit, Klartext zu reden.

PS: Das mit dem „weghören, bitte“ war nur ein Trick. Natürlich ist dieser Blogpost für alle Website- und Shopbetreiber geschrieben 🙂

André Morys

André Morys ist Gründer und Vorstand von konversionsKRAFT und beschäftigt sich seit 1996 mit der Conversion Optimierung von Websites und Onlineshops. André Morys ist Dozent für User Experience an der TH Mittelhessen und Autor des Fachbuchs "Conversion Optimierung". Er ist häufiger Sprecher und Moderator auf Konferenzen.
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17 Reaktionen auf „Shopbetreiber weghören, bitte: Was Conversion Optimierer von Rach, dem Restauranttester lernen können

  1. Passende Analogie. Egos von Shopseitenbetreiber sind bestimmt ebenfalls so groß wie die von Gastronomen. Ihr Baby und Ihre Arbeit wird ja damit angegriffen.

    • Stimmt. Dabei wollen Sie ja nur eins: Mehr Deckungsbeitrag. Trotzdem ist der „Glaube“ daran, was wichtig ist und was nicht manchmal völlig ungebremst. In den nächsten Jahren treffen die Egos dann auf sinkende Wachstumsraten – mal sehen, wer gewinnt.

      • 100% Zustimmung

        • Wenn EGO = GF/Inhaber mit starkem EGO stehen die Chancen tendenziell wahrscheinlich eher schlecht. Ist eher eine Frage der Einsichtsbereitschaft / Wille zur Veränderung. Dabei muss aber vor allem eines stimmen: Der Invest für sinnvolle Optimierungen (begründet durch Webanalytics, Usability Tests) muss sich natürlich bezahlt machen.

          • Stimmt. Wenn ich hier „Beweisen“ und „Glauben“ in Verbindung setzten muss, würde ich sagen „beweis‘ es!“ ist der stärkste Conversion- und Innovations-Killer den es gibt. Vielleicht auch manchmal eine faule Ausrede, um nicht das tun zu müssen was wirklich sinnvoll ist…

            • von Matthias Henrici

              Es gibt auch viele „mittelgute“ Restaurants oder Läden in guter Lage, die überhaupt keine Anlass sehen sich zu verändern. Auch dort gibt es kaum Bereitschaft zu optimieren. Das böse Erwachen kommt erst, wenn die Kakerlaken über den Tresen laufen und die Gäste verschreckt werden, analog dem Online-Shop, in dem auf einmal sonst gute Abverkäufe in den Keller rauschen.

              • Du hats mit Deiner Betrachtung absolut recht. Aber das funktioniert in der Realität halt nicht. Die Restaurants die Rach besucht hat, wären ohne besuch einfach untergegangen. Aus folgenden Gründen: 1. Sie sehen die Probleme nicht. 2. Sie haben kein Geld für die Beratung 3. Sie wollen auch keine 🙂

                Deshalb ist das eine nette Beschreibung aber Du wirst wenig Kunden finden die sich das gefallen lassen und noch dafür bezahlen.

                Euer okseo

                • Ja, stimmt. Es geht mir auch nicht darum, wie man mit den Menschen spricht sondern darum, wass sie glauben oder glauben wollen. Und da steckt schon etwas wahres drin was Matthias sagt: Die Restaurants aus der Fernsehsendung sind schon tot. Die werden nur noch wiederbelebt. Den Shopbetreibern geht es im gegensatz dazu blendend gut – sie profitieren schließlich noch vom organischen Wachstum des Marktes. Da ist viel Spielraum um an den alten Glaubensmustern fest zu halten.

                  • Übrigens: Ich oute mich jetzt mal als RTL-Gucker. Gestern hat der Rach zum „Kreativkonzept“ des Restaurants gesagt: „Das ist doch Hirnsülze!“ oder so ähnlich. Da muss ich bei dem einen oder anderen Kreativkonzept schon zusammen reißen…

                    • Schöner Beitrag.

                      Konzeptverliebtheit -> Besonders schlimm ist es, wenn der Shop gerade vom Webdesigner des Vertrauens neu verunstaltet wurde, das Geschäft extrem einbricht und keine Mittel mehr für Veränderungen zur Verfügung stehen. Dann wird an der Fehlleistung herumgemurkst bis zum geht nicht mehr. Ich befürworte da in vielen Fällen eher den harten Schnitt und ein Roll-Back auf die Vorversion.

                      • @ Björn

                        Konzeptverliebtheit -> Besonders schlimm ist es, wenn der Shop gerade vom Webdesigner des Vertrauens neu verunstaltet wurde, das Geschäft extrem einbricht und keine Mittel mehr für Veränderungen zur Verfügung stehen.

                        >> Das richtige Verb ist wohl „verschlimmbessern“

                        • Und über dieser schönen Allegorie vergisst du ausgerechnet das Mittagessen mit einem deiner besten Freunde?!?

                          Mich würde ja mal interessieren, was unser CEO zu deinem Beitrag zu sagen hätte – vorallem zu deinem Satz „Wäre Rach eine Agentur …“. 😉 Allerdings polarisiert er auch ganz gerne die Werberwelt mit seinen Thesen und ist Verfechter der deutlichen Worte.

                          • Das Rach Klartext redet ist doch gut.
                            Ich schau mir das auch an, sofern Zeit dazu bleibt und nehme jedes Mal ein Stück Motivation mit.
                            Nein, ich bin kein Restaurantbesitzer sondern Shopbetreiber.

                            „Verlogene“ Leute gibt es genug auf der Welt.
                            Immer raus mit der Wahrheit, hilft beiden Seiten am besten, auch wenn’s erst mal weh tut.

                            Zum „Webdesigner des Vertrauens“
                            Wie findet man den?
                            Wer beurteilt denn die Referenzen des potentiellen neuen „Webdesigner des Vertrauens“?
                            Es rückt doch eh keiner der Referenzen mit der Wahrheit über die Erfolge raus.
                            So glaubt man, der Designer macht ’ne tolle Arbeit und fällt später auf die Nase.

                            Der Durchschnittsshopbetreiber (und das sind die meisten) kann sich nicht mal eben kurz nacheinander ein neues Shopdesign leisten.

                            • @Marc: das holen wir am Freitag nach 🙂
                              @Frank: Wenn es um Conversion Optimierung geht – kann jemand, der sich „Designer“ nennt alleine einen guten Job machen?

                              • @ André
                                Mittlerweile – nach Selbsterfahrung, viele lesen und Teilnahme an Eurem Conversion Camp – weiß ich, das ein Webdesigner allein es nicht bringt.
                                Habe das Gefühl, dass viele Shops die Kosten für einen CO-Berater scheuen. Sie gehen lieber erst mal den Weg über den „Webdesigner Ihres Vertrauens“ und fallen auf die Nase.

                                • Hallo Frank, stimmt – die Liste der Gründe hierfür ist sogar ziemlich lang, darüber schreibe ich glaube ich nächste Woche noch einmal getrennt etwas.

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