Die 2,266 Mrd Euro Buttons

Ein Knopf ist ein Knopf ist ein Knopf. Das sollte man zumindest meinen.Vor kurzem wurde die Liste der umsatzstärksten Online-Shops in Deutschland veröffentlicht. Die Umsatzzahlen sind tatsächlich beeindruckend. Doch vor dem Hintergrund, dass wir in Deutschland bei Online-Shops im Durchschnitt nur eine Konversionsrate von etwa 3,3% erreichen, ließ mich staunend mit folgenden Zahlenspiel zurück:

Wenn beispielsweise alternate.de einen Jahresumsatz von 205.000.000 Euro erzielt, und wir von einer Konversionsrate von eben 3% spekulativ ausgehen, wie viel mehr Umsatz wäre das bei einer Steigerung von nur 1%? Und vor allem: Mit welchen Maßnahmen könnte man diesen Shops in schnellster Zeit zu ein wenig mehr Konversion verhelfen?

Bezug nehmend auf das LIFT Modell von WiderFunnel wende ich im Folgenden tatsächlich nur einen Faktor an: Clarity. Gleichzeitig verbanne ich damit den Demotivator Anxiety aus dem gleichen Modell. Im Grunde ist es einfach: Klarheit schaffen, Unsicherheit eliminieren – zack: 50 Mio Euro mehr in der Tasche!

Ich habe mir diesen Shop und ein paar weitere vorgenommen, nur eine klare Call-to-Action eingesetzt und diese Screens am Eyetracking-System mit einigen Probanden zufällig und in wechselnden Reihenfolgen getestet. Natürlich bewege ich mich hier wirklich an der Oberfläche, aber gleichzeitig zeigen diese wenigen Beispiele, wie viel mehr Potenzial doch selbst bei den umsatzstarken Shops noch steckt.

alternate.de

alternate.de Startseite Original

alternate.de Startseite Original

alternate.de Startseite modifiziert

alternate.de Startseite modifiziert

bonprix.de

bonprix.de Startseite original

bonprix.de Startseite original

bonprix.de Startseite modifiziert

bonprix.de Startseite modifiziert

otto-office.de

Otto Office Startseite original

Otto Office Startseite original

Otto Office Startseite modifiziert

Otto Office Startseite modifiziert

conrad.de

conrad electronics Startseite original

conrad electronics Startseite original

conrad electronics Startseite modifiziert

conrad electronics Startseite modifiziert

esprit.de

esprit Startseite original

esprit Startseite original

esprit Startseite modifiziert

esprit Startseite modifiziert

Der Einsatz der Buttons mit sprechendem Text führt in erster Linie dazu, dass die Blicke der Probanden „geführt“ werden. Hier stellt sich nun noch die Frage, welche Zielsetzung sich der Shopbetreiber nach dieser Erkenntnis setzt und was er erreichen möchte. Und wie bereits gesagt: Ich  kratze hier nur an der Oberfläche, und die beschriebene Vorgehensweise ist nur ein Teil im Konzert der Konversionsoptimierung.

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  • https://www.konversionskraft.de/?p=4782
Ronald Grimminger

Ronald Grimmiger beschäftigt er sich mit der Optimierung von digitalen Strategien. Dabei setzt er sich mit Modellen der Kommunikation, Neuromarketing und Konsumpsychologie sowie Verhaltensökonomie und deren Zusammenhang mit Automation von digitalem Marketing auseinander. Zudem ist er als Dozent für Onlinemarketing und Conversion Optimierung an der Hochschule Darmstadt (h_da) tätig.

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18 Reaktionen auf  “Die 2,266 Mrd Euro Buttons”

Kommentare

  1. Jan Jan

    Hallo Ronald,
    verrätst Du auch wo:

    „die Liste der umsatzstärksten Online-Shops in Deutschland veröffentlicht.“ wurde?

    Wir sind derzeit noch in der Shopentwicklung und würden natürlich nicht nur gerne von Anfang an viel richtig machen, sondern auch mal schauen bei wem wir – ausser den oben gezeigten – mal vorbeischauen müssen um gute Beispiele zu haben.
    🙂

    Gruß
    Jan

  2. Peter Peter

    Ich vermute damit wäre dann die ibusiness-Studie gemeint?

    Zu finden hier: http://www.ibusiness.de/studie-konversion/

  3. Peter Peter

    Sorry – Hab mich glatt vertan!

    Zu finden ist die Liste der umsatzstärksten Shops unter: http://www.ibusiness.de/rankings/1941832544.html;Shopping-Portale-und-Online-Shops-2010

  4. Ronald Grimminger Ronald Grimminger

    Hallo Jan,

    gute Beispiele werden natürlich hier auf konversionskraft.de immer gezeigt;-)

    Die Liste wurde von ibusiness.de veröffentlicht (wie von Peter bereits gesagt) und kann sogar hier käuflich erworben werden:
    http://www.ibusiness.de/shop/db/ib_shop.435038bma.html

    * ronald

  5. Sven Sven

    Danke für die Eye-Trackings. Ein Tipp im Gegenzug: Probieren Sie es doch noch mal mit Asymetrischen Buttons …

  6. Thomas Thomas

    Die große Frage ist, was passiert am Ende des Tages. Wir haben beispielsweise diesbezüglich einige A/B-Tests gemacht. Wir konnten stellenweise Ausstiegsraten auf einzelnen Seiten drastisch senken (von 70% auf 11%!!), d.h. die User gingen tiefer in die Site. Doch am Ende hat sich die Conversionrate fast HALBIERT. Was erstmal nicht logisch erschien (schließlich war zu erwarten „gehen mehr Leute weiter rein, kaufen auch mehr Leute…wenn auch nicht im gleichen Verhältnis“), entpuppte sich als folgende Problematik: Der User hat nun viel schneller seine „Weiterklick-Entscheidung“ getroffen (was zu mehr Gang in die Tief der Sitestruktur führte), aber er hat dadurch wesentliche Informationen plötzlich übersehen, die somit keine Möglichkeit hatten ihn positiv zu branden bzw. sein Vertrauen (oder auch „ernsthaftes Interesse“) zu wecken, welches dann schließlich im finalen Schritt von hoher Relevanz für „Abschluss oder nicht“ war. Und die Moral von der Geschichte: Die Aufmerksamkeit auf den schnellen Klick zu lenken, bringt nichts. Die Aufmerksamkeit muss immer genau darauf gelenkt werden, was im Endeffekt dafür sorgt, dass der User „abschließt“… und das kann ein Bild sein, ein Logo, eine Überschrift, ein Produkt, ein Preis usw. usw.. Unsere Erfahrung hat uns schlussfolgern lassen, dass nicht mal ein Anbieter aus der gleichen Branche mit den gleichen „Schlüsselfacts“ und „Schlüsselrouten“ arbeiten kann. Es ist also immer ein „bleib offen für alle Möglichkeiten und teste, teste, teste…“

  7. Ronald Grimminger Ronald Grimminger

    @Thomas:
    Ihr Gedanke ist richtig. In meinem Beitrag stelle ich genau diese Frage: Was ist die Zielsetzung? Hier entscheidet jeder natürlich, ob er schnelle oder gründlicher überlegte Entscheidungen unterstützen möchte. Interessant in Ihrem Falle wäre zu sehen, ob es andere Blocker gibt, die die Leute davon abhalten, den Weg weiter zu gehen.

  8. Maik Maik

    Wie jeder Verkäufer muss eine Webseite verkaufen und das
    tut diese nur, wenn psychologisch alles für den Käufer soweit in
    Ordnung ist. Softe Faktoren werden dabei oft vergessen. Definitiv
    ist im Bereich Conversionoptimierung viel rauszuholen.

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  1. […] oder Konvertieren bezeichnet die Veränderung von einem Status in einen anderen. In Bezug auf den Bereich Marketing wird also beispielsweise die Veränderung vom Interessenten zum […]

  2. […] der Internetplattform ein hoher Stellenwert zugeschrieben. Ladezeiten von mehr als zwei Sekunden führen bereits zu einer gesenkten Konversionsrate. So verlassen zwei von fünf Besuchern eine Website, wenn die Ladezeit länger als drei Sekunden […]

  3. […] steigende Besucherzahl stellt den ersten Schritt dar, zudem müssen Sie jedoch für Conversion sorgen. Das bedeutet, dass User tatsächlich Ihre Angebote annehmen. Diese Tipps sollten Sie […]

  4. […] Wenn Sie diese Maxime beherzigen, haben Sie beste Chancen für eine gute Conversion (mehr dazu hier) – nämlich, dass die guten Suchergebnisse in den Suchmaschinen zu zahlreichen Seitenaufrufen […]

  5. […] Newsletter einzutragen, auf ein bestimmtes Banner zu klicken oder ein Programm herunterzuladen. Mittels der Konversionsrate können Sie herausfinden, wie erfolgreich Ihre Online-Marketing Maßnahmen tatsächlich […]

  6. […] Wer Websites geschäftlich betreibt, der hat ein großes Interesse daran, dass aus Seitenbesuchern möglichst schnell Kunden werden. Diesen Vorgang nennt man Konversion (im Englischen: conversion). Letzen Endes verbirgt sich hinter einer guten Konversionsrate eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung: Wie schaffe ich es mit möglichst wenig Aufwand, möglichst viele Kunden zu finden? Praxiserprobte Tipps helfen, die eigene Präsenz sinnvoll zu optimieren. […]

  7. […] klare Navigation auf einer Website ist also für das Erreichen einer guten Konversionsrate unverzichtbar. Maßnahmen zur Optimierung wie das Ausblenden der Seitennavigation auf der […]

  8. […] wie man durch sogenannte Konversionsoptimierungen aus Besuchern Kunden macht finden sie unter //www.konversionskraft.de/studien/die-2266-mrd-euro-buttons.html. Darüber hinaus lässt sich Optimierungsbedarf auch ohne die blanken Zahlen ausfindig machen. […]

  9. […] Gehören auch Sie zu den Shopbetreibern, die denken: Der Start ist geschafft – jetzt wird es ruhiger? Dieser Illusion sollten Sie sich nicht allzu lange hingeben, denn ein Webshop erfordert konsequente Aufmerksamkeit und Pflege. Besucher wandeln sich nur dann in Käufer, wenn der Onlinestore ihren Vorstellungen entspricht. Deswegen ist es Ihre Aufgabe, diesen interessant und attraktiv zu gestalten: Nur so können Sie Kunden gewinnen. Doch woher sollen Sie wissen, was die Besucher Ihres Internetstores denken? Sie können deren Handlungsweisen beobachten und analysieren. Am besten funktioniert dies mit einer sogenannten Webanalyse- oder Tracking-Software. Sie können mithilfe dieser Programme erkennen, wo die Schwachstellen oder Pluspunkte Ihres Shops liegen und welche Texte und Produkte die User interessieren oder an welcher Stelle sie den Store verlassen. Anhand dieser Daten können Sie Ihren Onlineshop später optimieren, was mitunter auch aus finanzieller Sicht sehr wichtig sein kann. Mehr Infos zu diesem Thema erhalten Sie u. a. hier. […]

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