Von Ronald Grimminger | Conversion Analysen Conversion Optimierung Konversionsrate Studien | 18 Reaktionen

Die 2,266 Mrd Euro Buttons

Ein Knopf ist ein Knopf ist ein Knopf. Das sollte man zumindest meinen.

Vor kurzem wurde die Liste der umsatzstärksten Online-Shops in Deutschland veröffentlicht. Die Umsatzzahlen sind tatsächlich beeindruckend. Doch vor dem Hintergrund, dass wir in Deutschland bei Online-Shops im Durchschnitt nur eine Konversionsrate von etwa 3,3% erreichen, ließ mich staunend mit folgenden Zahlenspiel zurück:

Wenn beispielsweise alternate.de einen Jahresumsatz von 205.000.000 Euro erzielt, und wir von einer Konversionsrate von eben 3% spekulativ ausgehen, wie viel mehr Umsatz wäre das bei einer Steigerung von nur 1%? Und vor allem: Mit welchen Maßnahmen könnte man diesen Shops in schnellster Zeit zu ein wenig mehr Konversion verhelfen?

Bezug nehmend auf das LIFT Modell von WiderFunnel wende ich im Folgenden tatsächlich nur einen Faktor an: Clarity. Gleichzeitig verbanne ich damit den Demotivator Anxiety aus dem gleichen Modell. Im Grunde ist es einfach: Klarheit schaffen, Unsicherheit eliminieren – zack: 50 Mio Euro mehr in der Tasche!

Ich habe mir diesen Shop und ein paar weitere vorgenommen, nur eine klare Call-to-Action eingesetzt und diese Screens am Eyetracking-System mit einigen Probanden zufällig und in wechselnden Reihenfolgen getestet. Natürlich bewege ich mich hier wirklich an der Oberfläche, aber gleichzeitig zeigen diese wenigen Beispiele, wie viel mehr Potenzial doch selbst bei den umsatzstarken Shops noch steckt.

alternate.de

alternate.de Startseite Original
alternate.de Startseite Original
alternate.de Startseite modifiziert
alternate.de Startseite modifiziert

bonprix.de

bonprix.de Startseite original
bonprix.de Startseite original
bonprix.de Startseite modifiziert
bonprix.de Startseite modifiziert

otto-office.de

Otto Office Startseite original
Otto Office Startseite original
Otto Office Startseite modifiziert
Otto Office Startseite modifiziert

conrad.de

conrad electronics Startseite original
conrad electronics Startseite original
conrad electronics Startseite modifiziert
conrad electronics Startseite modifiziert

esprit.de

esprit Startseite original
esprit Startseite original
esprit Startseite modifiziert
esprit Startseite modifiziert

Der Einsatz der Buttons mit sprechendem Text führt in erster Linie dazu, dass die Blicke der Probanden „geführt“ werden. Hier stellt sich nun noch die Frage, welche Zielsetzung sich der Shopbetreiber nach dieser Erkenntnis setzt und was er erreichen möchte. Und wie bereits gesagt: Ich  kratze hier nur an der Oberfläche, und die beschriebene Vorgehensweise ist nur ein Teil im Konzert der Konversionsoptimierung.

Ronald Grimminger

Ronald Grimmiger beschäftigt er sich mit der Optimierung von digitalen Strategien. Dabei setzt er sich mit Modellen der Kommunikation, Neuromarketing und Konsumpsychologie sowie Verhaltensökonomie und deren Zusammenhang mit Automation von digitalem Marketing auseinander. Zudem ist er als Dozent für Onlinemarketing und Conversion Optimierung an der Hochschule Darmstadt (h_da) tätig.@RonGrimminger auf twitter /// xing /// linkedIn
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    18 Reaktionen auf „Die 2,266 Mrd Euro Buttons

    1. Hallo Ronald,
      verrätst Du auch wo:

      „die Liste der umsatzstärksten Online-Shops in Deutschland veröffentlicht.“ wurde?

      Wir sind derzeit noch in der Shopentwicklung und würden natürlich nicht nur gerne von Anfang an viel richtig machen, sondern auch mal schauen bei wem wir – ausser den oben gezeigten – mal vorbeischauen müssen um gute Beispiele zu haben.
      🙂

      Gruß
      Jan

      • Ich vermute damit wäre dann die ibusiness-Studie gemeint?

        Zu finden hier: http://www.ibusiness.de/studie-konversion/

        • Sorry – Hab mich glatt vertan!

          Zu finden ist die Liste der umsatzstärksten Shops unter: http://www.ibusiness.de/rankings/1941832544.html;Shopping-Portale-und-Online-Shops-2010

          • Hallo Jan,

            gute Beispiele werden natürlich hier auf konversionskraft.de immer gezeigt;-)

            Die Liste wurde von ibusiness.de veröffentlicht (wie von Peter bereits gesagt) und kann sogar hier käuflich erworben werden:
            http://www.ibusiness.de/shop/db/ib_shop.435038bma.html

            * ronald

            • Danke für die Eye-Trackings. Ein Tipp im Gegenzug: Probieren Sie es doch noch mal mit Asymetrischen Buttons …

              • Die große Frage ist, was passiert am Ende des Tages. Wir haben beispielsweise diesbezüglich einige A/B-Tests gemacht. Wir konnten stellenweise Ausstiegsraten auf einzelnen Seiten drastisch senken (von 70% auf 11%!!), d.h. die User gingen tiefer in die Site. Doch am Ende hat sich die Conversionrate fast HALBIERT. Was erstmal nicht logisch erschien (schließlich war zu erwarten „gehen mehr Leute weiter rein, kaufen auch mehr Leute…wenn auch nicht im gleichen Verhältnis“), entpuppte sich als folgende Problematik: Der User hat nun viel schneller seine „Weiterklick-Entscheidung“ getroffen (was zu mehr Gang in die Tief der Sitestruktur führte), aber er hat dadurch wesentliche Informationen plötzlich übersehen, die somit keine Möglichkeit hatten ihn positiv zu branden bzw. sein Vertrauen (oder auch „ernsthaftes Interesse“) zu wecken, welches dann schließlich im finalen Schritt von hoher Relevanz für „Abschluss oder nicht“ war. Und die Moral von der Geschichte: Die Aufmerksamkeit auf den schnellen Klick zu lenken, bringt nichts. Die Aufmerksamkeit muss immer genau darauf gelenkt werden, was im Endeffekt dafür sorgt, dass der User „abschließt“… und das kann ein Bild sein, ein Logo, eine Überschrift, ein Produkt, ein Preis usw. usw.. Unsere Erfahrung hat uns schlussfolgern lassen, dass nicht mal ein Anbieter aus der gleichen Branche mit den gleichen „Schlüsselfacts“ und „Schlüsselrouten“ arbeiten kann. Es ist also immer ein „bleib offen für alle Möglichkeiten und teste, teste, teste…“

                • @Thomas:
                  Ihr Gedanke ist richtig. In meinem Beitrag stelle ich genau diese Frage: Was ist die Zielsetzung? Hier entscheidet jeder natürlich, ob er schnelle oder gründlicher überlegte Entscheidungen unterstützen möchte. Interessant in Ihrem Falle wäre zu sehen, ob es andere Blocker gibt, die die Leute davon abhalten, den Weg weiter zu gehen.

                  • Wie jeder Verkäufer muss eine Webseite verkaufen und das
                    tut diese nur, wenn psychologisch alles für den Käufer soweit in
                    Ordnung ist. Softe Faktoren werden dabei oft vergessen. Definitiv
                    ist im Bereich Conversionoptimierung viel rauszuholen.

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