Von André Morys | Tipps | 1 Reaktion

Tracking, Targeting & Personalisierung trotz DSGVO

Die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) wird am 25. Mai 2018 wirksam und kennt weder Pardon noch Übergangsfrist. Begib Dich als Online-Marketer und Optimierer mit den Daten Deiner Nutzer nicht auf´s Glatteis und schütze Dich vor horrenden Bußgelddrohungen! Der Fachanwalt für IT-Recht gibt Auskunft.

Der Fachanwalt für IT-Recht klärt Optimierer auf

Dr. Martin Schirmbacher, Fachanwalt für IT-Recht und Autor des Buchs „Online-Marketing- und Social Media Recht“, klärt auf, was sich für Optimierer mit der DSGVO ändert und wo zwingend Handlungsbedarf besteht:

  • Was muss ich als Optimierer bei Testing und Personalisierung beachten?
  • Wie sind meine Tools von der DSGVO betroffen?
  • DSGVO-Basics: Wann dürfen Daten erhoben werden?
  • Datenverarbeitung ohne Einwilligung: Wie geht das?
  • Datenschutzerklärung: Welche Pflichtinformationen sind neu?
  • Beispiel Tracking: Was dürfen wir noch tracken?
  • Handlungsbedarf: Was müssen wir konkret tun?

 

☝️ Tipp: Schau´Dir das Webinar mit Martin an!
Du willst es noch genauer wissen und hast das Webinar mit Martin verpasst? Die vollständige Webinar-Aufzeichnung findest Du in unserer Webinar-Bibliothek.

Die DSGVO kommt…

Genau genommen ist die DSGVO schon da, denn sie ist bereits am 25. Mai 2016 in Kraft getreten. Ab dem 25. Mai 2018 findet sie dann unmittelbar Anwendung in allen Mitgliedstaaten.

Was heißt das?

Es wird kein Umsetzungsgesetz geben. Die DSGVO ist keine Richtlinie, sondern eine Verordnung, deshalb gilt sie unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Ohne Weiteres können Mitgliedstaaten nicht von ihren Regelungen abweichen. Nur wo es Öffnungsklauseln gibt, dürfen die nationalen Gesetzgeber von der Verordnung abweichen. Das Bundesdatenschutzgesetz wird zum großen Teil aufgehoben und durch das BDSG-neu ersetzt, das nur noch ergänzende Regelungen zur DSGVO enthält. Das Telemediengesetz soll offenbar bleiben. Wie es in Zukunft anzuwenden ist, ist unklar. Und das Thema E-Privacy (dabei geht es um die Novellierung der Cookie-Richtlinie) bietet Stoff für einen 2-Tages-Workshop.

Strafen bis zu 4% des Jahresumsatzes

Anwälte für IT-Recht wie Martin kümmern sich aktuell um fast nichts anderes mehr als um DSGVO-Projekte. Der Grund liegt auf der Hand: Bisher liegt der Bußgeldrahmen für größere Verstöße bei 300.000 €. Nach neuem Recht liegt er weitaus höher, und zwar bei 20 Mio. € bzw. 4% vom weltweiten Jahresumsatz.

 

 

Diese Bußgelder müssen nicht anfallen, doch das Risiko besteht, wenn die Behörde Dich auf dem Schirm hat. Die Behörden sind selbst unsicher, welche Bußgelder in Zukunft verhängt werden und nicht immer wird der Rahmen ausgeschöpft werden. Doch so gering wie bisher werden Bußgelder ganz sicher nicht ausfallen.

Was sind die wichtigsten Unterschiede?

> Umkehrung der Beweislast für die Einhaltung der Datenschutzgesetze

  • Pflicht zum Führen und Vorlage von Verfahrensverzeichnissen
  • Umfassende Rechenschaftspflichten
  • Erweiterte Pflicht zur Meldungen von Datenschutzverstößen

> Neue Betroffenenrechte

  • Privacy by Design
  • Privacy by Default
  • Recht auf Datenübertragbarkeit

> Deutlich erweiterte behördliche Sanktionsmöglichkeiten

> Viele Änderungen, viel Unklarheit im Detail

(Details hierzu in der >>Webinar-Aufzeichnung)

Fakt #1: Ab Mai 2018 gilt ein neues Datenschutzrecht – und es besteht Handlungsbedarf

Das Verbotsprinzip

Beim Verbotsprinzip ändert sich erst einmal nichts. Das bedeutet: jede Verarbeitung personenbezogener Daten ist verboten! Es sei denn…

 

 

…sie ist entsprechend gerechtfertigt, durch:

  1. Einwilligung des Nutzers,
  2. Und/oder es gibt einen Vertrag, der die konkrete Datenverarbeitung rechtfertigt. Zum Beispiel, wenn ich ein Paket ausliefern will, dann muss sie schon wissen, wohin das Paket geliefert werden soll und muss es dann auch der DHL weitergeben können,
  3. Und/oder es gibt ein berechtigtes Interesse, in unserem Fall also des Werbenden oder des Website-Betreibers, auf das man die Datenverarbeitung stützen kann.

Was sind personenbezogene Daten?

Personenbezogene Daten sind „alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen“ (Art. 4 Nr. 1 DSGVO). Folglich hat jede Information, die einer natürlichen Person zugeordnet ist, Personenbezug.

Als identifizierbar wird eine natürliche Person angesehen, die direkt oder indirekt, insbesondere mittels Zuordnung zu einer Kennung wie einem Namen, zu einer Kennnummer, zu Standortdaten, zu einer Online-Kennung identifiziert werden kann.

Neu und wichtig: Online Identifier sind personenbezogene Daten

Als „identifizierbar“ wird eine natürliche Person nach neuem Recht auch dann angesehen, wenn sie nicht mit ihrem Namen identifiziert werden kann, sondern nur eine Zuordnung zu einer Online-Kennung (Online-Identifier) erhält.

Diese Online-Identifier haben also Personenbezug. Das gilt auch, wenn Toolanbieter (oder Deine IT) Daten verhashen und Hashs immer wieder kreiert und gematcht werden. Denn so können Personen, die bereits auf einer Webseite gewesen sind, identifiziert und ihr Verhalten beobachtet werden.

Auch pseudonyme Daten und IP-Adressen sind personenbezogene Daten.

 

Fakt #2: Online-Identifier haben Personenbezug

Prüfungspunkte: Einwilligung des Nutzers

Die Einwilligung eines Nutzers zur Datenverarbeitung ist immer die zweitbeste Lösung. Wenn man sich auf berechtigtes Interesse stützen kann, ist das in der Regel besser.

 

 

Freiwillige Erteilung

Für manche Verarbeitungsprozesse kann es sinnvoll sein, zusätzlich eine Einwilligung einzuholen. Doch das kann schwierig sein: Eine wirksame Einwilligung nach DSGVO setzt vor allem voraus, das sie freiwillig erteilt wurde. Wann eine Einwilligung freiwillig erteilt wird oder nicht, ist wiederum Auslegungssache.

Kopplungsverbot

Eines der Unwägbarkeit von Einwilligungen nach neuem Recht ist das Kopplungsverbot. Demnach wird geprüft, ob die Einwilligung an einen Vertragsschluss gekoppelt war. Allerdings ist die Kopplung nicht streng verboten, sondern man soll der Frage nur größtmögliche Bedeutung beimessen, wenn man sich fragt, ob eine Einwilligung freiwillig war.

Bei der Auslegung, was das genau heißt, gibt es gefühlt von 100 Juristen 130 Meinungen. Allgemein scheint es aber kein ganz strenges Kopplungsverbot zu sein sondern nur eine Interessenabwägung zu erfordern. Ein klares „Man darf generell nicht koppeln!“ ist jedenfalls falsch. Unzulässig bei einem Online-Shop ist aber z.B. die Kopplung der Auslieferung einer Ware an eine Einwilligung ins Tracking, Targeting oder die Personalisierung weiterer Werbung.

Eine gesonderte Einwilligung für jeden Datenverarbeitungsvorgang

Ein weiterer Punkt, der uns noch sehr viel Schmerzen bereiten wird und bei dem unsicher ist, wie es am Ende die Gerichte, insbesondere der Europäische Gerichtshof, auslegen werden, ist die Frage nach der gesonderten Einwilligung. Nach der Verordnung muss man Einwilligungen, die nicht zusammengehören, auch getrennt einholen, um die Freiwilligkeit der Einwilligung zu wahren.

Hier kommt zum Beispiel die Frage auf, ob man also eine Einwilligung für den Newsletter, eine zweite für Personalisierung des Newsletters braucht oder ob in beides mit einem Haken eingewilligt werden kann.

Eine ausdrückliches Opt-in kann alles Mögliche rechtfertigen, ist aber kein Selbstläufer, da die Anforderungen eben recht hoch sind. Wenn man sich auf ein Opt-in stützt und die Einwilligung stellt sich am Ende als unwirksam heraus, dann ist die Datenverarbeitung unwirksam und ein Bußgeld kann drohen.

 

Fakt #3: Opt-in kann alles Mögliche rechtfertigen, ist aber kein Selbstläufer

Prüfungspunkte: Berechtigtes Interesse

Ist Dein Interesse an den Nutzerdaten berechtigt? Ist es für Deine Ziele notwendig? Und erwarten die Nutzer, dass Du diese Daten sammelst und verarbeitest…?

 

1. Berechtigtes Interesse

Ein berechtigtes Interesse muss vorliegen und ist mit jedem legalen, auch wirtschaftlichem Interesse leicht erreicht. Zum Beispiel durch den Zweck des Trackings. Doch das allein reicht nicht aus, um Nutzerdaten verarbeiten zu können. Denn:

2. Notwendigkeit

Die Erhebung und Verwendung der Daten muss für diesen Zweck (hier: Tracking) erforderlich sein, es muss also eine Notwendigkeit bestehen. Auch daran wird es in der Regel nicht scheitern.

3. Kein Überwiegen der Interessen der Betroffenen

Hinzu kommt aber, dass die Interessen der Betroffenen nicht überwiegen dürfen. Das heißt, Du musst Dir für jeden einzelnen Datenverarbeitungsvorgang überlegen: Überwiegen Deine Interessen als Unternehmen oder die Interessen der Betroffenen? Du wirst sicher sagen: „Ich finde, unsere Interessen überwiegen.“ Die Betroffenen werden sagen: „Ich glaube, unsere Interessen überwiegen.“ Der Abwägungsprozess ist schwierig und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. (Details hierzu in der >>Webinar-Aufzeichnung)

Gebe immer eine Opt-out Möglichkeit

  • Immer, wenn Du Deine Datenverarbeitung auf berechtigtes Interesse stützt, musst Du dem Kunden ein Widerspruchsrecht (Opt-out) einräumen.
  • Wenn der Betroffene der Verarbeitung der Daten aufgrund berechtigter Interessen widerspricht, muss sich die Verarbeitung einstellen und darauf diesen Datenverarbeitungsvorgang nicht mehr vornehmen.
  • Die Belehrung hierzu gehört in Deine Datenschutzerklärung.
  • Du brauchst für den Fall des Opt-outs einen Plan B wie ein personalisierungsfreies Tracking oder personalisierungsfreie Werbung
  • Beispiel Newsletter: Wenn jemand einem personalisierten Newsletter widerspricht, schicke ihm einen allgemeinen Newsletter, der sein Klickverhalten oder seine Öffnungsraten nicht misst.
  • Falls Du keinen Plan B hast: Schicke ihm keine Newsletter mehr.

Fakt #4: Berechtigte Interessen des Werbenden können Datenverarbeitung rechtfertigen; Opt-out ist zwingend

Tracking nach DSGVO

Die Übersicht der Prüfungspunkte „Berechtigtes Interesse“ zeigt Dir, mit welchen Tracking- und Targetingmethoden Du Dich im grünen Bereich bewegst und wo Du vorsichtig sein musst, um kein Bußgeld zu kassieren:

0. Personenbezug

Als erstes musst Du prüfen, ob die verarbeiteten Daten Personenbezug haben. Bei einer Mask-IP kann man diskutieren, ob überhaupt noch Personenbezug besteht, da die IP-Adresse  gekürzt wird.

Wenn ich die ungekürzte IP-Adresse nehme oder auf andere Weise mit einem Login oder einem Identifier versuche, Nutzer zu tracken, liegt Personenbezug vor.

1. Berechtigtes Interesse

Ein berechtigtes Interesse wird immer vorliegen.

2. Notwendigkeit

Beim Tracking mit Mask-IP oder ungekürzter IP-Adresse musst Du Dein berechtigtes Interesse definieren, um überhaupt zu zeigen, dass die Erhebung und Verarbeitung der ungekürzten IP-Adresse notwendig ist. Denn schließlich kann ich ein gewisses Tracking und gewisse Informationen auch erlangen, wenn ich eine Mask-IP einsetze und nicht auf das Tracking mit vollständiger IP-Adresse vertraue. Insofern wird es darauf ankommen, das berechtigte Interesse gut zu definieren und zu zeigen, welche Tracking-Ergebnisse man jetzt hinzu bekommt, wenn man die ungekürzte IP-Adresse hat.

3. Kein Überwiegen der Interessen des Nutzers

Dann folgt  für jeden einzelnen Vorgang die Interessenabwägung.

Mask-IP hält Martin für zulässig, wenn der Nutzer teilanonym getrackt wird. Damit rechnen die Leute, da haben sie sozusagen nichts dagegen, es entspricht den berechtigten Erwartungen, wenn dem keine gewichtigen Interessen entgegenstehen.

Bei ungekürzter IP-Adresse kann man möglicherweise schon anderer Ansicht sein. Hier verlassen wir den grünen Bereich.

Mit Cross Device Tracking rechnen Nutzer heutzutage noch nicht. Sie sind eher überrascht, dass quasi die gesamte Customer Journey vom Büro über die S-Bahn auf dem Heimweg bis hin zu dem heimischen iPad aufgezeichnet wird. Cross-Device-Tracking wird also nach DSGVO nicht auf berechtigte Interessen zu stützen sein.

Targeting & Personalisierung nach DSGVO

Gleiches Spiel in Bezug auf Re-Targeting, Testing und Personalisierte Landingpages. Befindest Du Dich im grünen Bereich?

 

 

0. Personenbezug und 1. Berechtigtes Interesse

Herkömmliches Re-Targeting hat in der Regel Personenbezug, denn es zielt darauf ab, die gleiche Person wieder zu erkennen.

Auch, wenn Du Landingpages nach allem personalisierst, was Du über den Nutzer weißt, hast Du Personenbezug.

Bei Testing- oder Personalisierungstools kann es Unterschiede geben. Hier ist zu prüfen, ob das Tool DSGVO-konform ist, wobei sich schon die Frage stellt, ob überhaupt Personenbezug vorliegt.

Da kommt es darauf an, ob es Dir darum geht, die gleiche Person wieder zu erkennen und ob Du hierfür ein Cookie oder ein Finger-Print-Verfahren einsetzt (in diesem Fall wäre es rot, da Personenbezug). Handelt es sich nur um simple A/B-Tests, die anonym schauen, welche Variante besser konvertiert, dann besteht kein Personenbezug.

2. Notwendigkeit

Die Erforderlichkeit ist bei berechtigtem Interesse kein Problem.

3. Kein Überwiegen der Interessen des Nutzers

Bei der Frage, welche Interessen überwiegen, sind alle Felder gelb. Hier musst Du ins Tool schauen und analysieren: Was wird an Daten gesammelt und rechnen die Nutzer damit?

>> Ein Beispiel für (nicht) zu erwartendes Re-Targeting ist dieses:

(+) Das weiß sogar meine Mutter seit Jahren, dass sie dann wiedergefunden wird auf irgendeiner anderen Seite und ihr die Werbung dann nochmals ausgespielt wird.

(-) Wenn sie aber beim Shoppen in der S-Bahn abgebrochen hat und dann zu Hause auf dem iPad oder am Rechner die Re-Targeting-Anzeige bekommet, dann wird sie das schon eher überraschen. Damit wird man heutzutage noch nicht rechnen können.

Und deshalb überwiegen beim 2. Beispiel die Interessen der Nutzer. Hier haben sie eben diese berechtigte Erwartung, dass ein solches Tracking oder Re-Targeting nicht stattfindet.

Beim Testing kommt es auch darauf an, wie die Tools konkret eingesetzt werden. Vieles wird die Nutzer gar nicht tangieren, andere Dinge überraschen die Nutzer, weil sie nicht damit rechnen.

>> Gleiches gilt bei der Personalisierung von Landing-Pages:

Da kommt es auch noch darauf an, wie groß der Topf ist, aus dem die Informationen gezogen werden, um die Personalisierung möglich zu machen. Je mehr man da hineinwirft, umso eher wird man sagen können, damit rechnen die Kunden nicht.

(-) Eine Kombination mit der Bestellhistorie, ohne dass das irgendwo mal aufgetaucht ist, da ist man möglicherweise dann schon wieder raus.

(+) Wenn es nur darum geht, was die Browsereinstellungen sie haben, dann kann man das vielleicht noch durchwinken.

Insofern kommt es wie immer auf den Einzelfall an. Nähere Dich dem Ganzen durch einen Blick in die Tools an.

 

Einwilligung bei Targeting & Personalisierung

Eine zusätzliche Einwilligung kann Unschärfen bei den berechtigten Interessen wett machen. Doch wie einfach ist es, eine Einwilligung von seinen Nutzern zu erhalten und wo musst Du besonders aufpassen? Das Kopplungsverbot stellt bei der Einwilligung das größte Problem dar:

 

Freiwillige Einwilligung

Alternativ besorge Dir eine freiwillige Einwilligung. Wie oft hat Dich WhatsApp schon gefragt, ob Du Deine Kontakte freigeben willst? Und irgendwann ist es einfach so lästig und Du willigst ein. Schon sind alle Daten bei WhatsApp. Das funktioniert auch auf der Website: Wenn Du einen guten Touchpoint hast, kannst Du natürlich auch immer wieder nach einer Einwilligung fragen. Irgendwann willigt der Nutzer dann der Personalisierung ein. Hat er das getan, kann Dir egal sein, ob jemand sagt: „Berechtigte Interessen reichen hier nicht aus für diese oder jene Personalisierung“.

Kopplungsverbot

Was bedeutet das Kopplungsverbot nun für Targeting oder Personalisierung? Muss ich jetzt den Vertragsschluss oder die Nutzung der Seite von der Einwilligung trennen? Oder kann ich es so machen, wie es ja bisher mit den Cookies ist: Wenn jemand eine Cookie-Bar einsetzt, und dort steht, dass Cookies verwendet werden; wobei es dann eine Wahlmöglichkeit zwischen „Ja“ und „Mehr erfahren“ gibt. Hier ein paar Beispiele:

>> Webseite

Eine Kopplung des Targetings oder Personalisierung auf der Website sieht Martin als freiwillige Entscheidung. Nutzer sind freiwillig bei Dir und könnten auch auf einer Vielzahl anderer Webseiten kaufen.

>> Vertragsabschluss

Bei dem Vertragsschluss ist das schon schwieriger. Insbesondere, wenn die Einwilligung erst sehr spät im Bestellprozess erteilt werden soll. Wenn der Kunde zum Beispiel alle Daten eingegeben hat und zum Schluss kommt noch ein Pflichthäkchen „ich bin mit allem einverstanden“. Da werden die Datenschützer auf jeden Fall Zweifel haben und Opposition üben. Deshalb ist es immer besser, die Einwilligung transparent und möglichst früh zu spielen.

Gesonderte Einwilligung

Auch beim Thema gesonderte Einwilligung für unterschiedliche Targeting-Formen muss man differenzieren: Geht es allgemein um Targeting/ Personalisierung oder muss ich hier tatsächlich verschiedene Targeting-Verfahren einzeln abfragen?

Es gibt es zulässige Methoden, um gleichzeitig mehrere Einwilligungen einzuholen, ohne zig Opt-ins verlangen zu müssen. Für Fragen hierzu wende Dich bitte direkt an Martin.

Fakt #5: Der Einsatz jedes OM-Tools setzt Einzelfallprüfung und Opt-out-Option voraus

Und..? Alles in trockenen Tüchern?

Bis zum 25. Mai ist es nicht mehr lange hin und der Handlungsbedarf ist groß. Hast Du Dich schon um alles gekümmert?

Compliance von Online-Marketing-Tools

  • Assessment: Welche Tools setzen wir ein?
  • Welche Daten werden dort erhoben und verarbeitet?
  • Personenbezug?
  • Rechtfertigung?
  • Wo liegen die Daten?
  • Konkrete Anfrage beim Tool-Anbieter!

Anpassung Rechtstexte (nach Abschluss Assessment)

  • Datenschutzerklärung/Datenschutzinformation
  • Einwilligungserklärungen
  • A(D)V-Vereinbarungen

Overall-Compliance

  • Verfahrensverzeichnisse
  • Löschkonzept
  • Datenschutzkonzept
  • neue/erweiterte Betroffenenrechte
  • Erweiterte Pflicht zur Meldungen von Datenschutzverstößen
  • Technische und organisatorische Maßnahmen

 

Priorisierung für Tool-Anbieter, Agenturen und E-Commerce-Unternehmen

Je nach Unternehmensform solltest Du den einzelnen Punkten eine unterschiedliche Priorität geben. Mehr dazu erklärt Martin in der Webinar-Aufzeichnung.

 

Fakt #6: Die DSGVO geht nicht von alleine weg und jedes Unternehmen muss ein DSGVO-Projekt haben

6 Fakten zur DSGVO

  1. Ab Mai 2018 gilt ein neues Datenschutzrecht – und es besteht Handlungsbedarf
  2. Online-Identifier haben Personenbezug
  3. Opt-in kann alles Mögliche rechtfertigen, ist aber kein Selbstläufer
  4. Berechtigte Interessen des Werbenden können Datenverarbeitung rechtfertigen; Opt-out ist zwingend
  5. Der Einsatz jedes OM-Tools setzt Einzelfallprüfung und Opt-out-Option voraus
  6. Die DSGVO geht nicht von alleine weg und jedes Unternehmen muss ein DSGVO-Projekt haben

Webinar-Aufzeichnung

Im Webinar hat Martin die Fragen der Teilnehmer live beantwortet:

  • Was ist denn mit Italien, Schweiz, Österreich und so weiter?
  • Wie gehen wir denn mit Einwilligungen um, die vor Mai 2018 abgegeben wurden?
  • Kann ich denn das Thema Personalisierung nicht als Interesse des Nutzers definieren oder deklarieren und mich dadurch rausmogeln?
  • Was muss man denn tun, damit man Tools für Mouse-Tracking etc. datenschutzkonform einsetzen kann?
  • Wenn man ein Tracking-Tool hat, das zusätzlich Testing und Re-Targeting anbietet, muss man da dann trotzdem separat prüfen?

 

 

Interessieren Dich diese Fragen auch oder möchtest Du noch tiefer in das Thema einsteigen, dann empfehle ich Dir, das ganze Webinar mit Martin Schirmbacher als Aufzeichnung in unserer Webinar-Bibliothek anzusehen!

Seminar „Datenschutz im Online-Marketing“

Gemeinsam mit der 121WATT bietet Martin Schirmbacher ein Ganztagesseminar zum neuen Datenschutzrecht im Online-Marketing an.

Worum geht´s?

Nach einer Einführung zum neuen Recht wird konkret auf die Rechtslage nach der DSGVO für Tracking, Targeting, Social Media und E-Mail-Marketing eingegangen. Dabei wird auch besprochen, was sich für CRM-Systeme und DMP ändert. Es werden Muster-Verfahrensverzeichnisse und Datenschutzerklärungen besprochen.

Für Termine, Infos und Anmeldung zum Seminar klicke hier

 

 

Der Fachmann für IT-Recht:

 

Martin Schirmbacher ist Fachanwalt für IT-Recht bei HÄRTING Rechtsanwälte in Berlin. Er berät Unternehmen aus vielen Bereichen der Technologie und begleitet beispielsweise Softwareunternehmen bei Vertragsverhandlungen, prüft Online-Geschäftskonzepte, berät bei der Einführung innovativer Online-Werbeformen und zeigt Wege zur rechtssicheren Ausgestaltung von Geschäftsideen. Absoluter Tätigkeitsschwerpunkt ist aber derzeit ist die DSGVO, wo sein Team in vielen größere und kleineren Projekten unmittelbar in den Unternehmen mitwirkt. Schirmbacher ist Autor des Buchs „Online-Marketing- und Social Media Recht“, das Anfang des Jahres in neuer Auflage erschienen ist.

Wir danken Martin für diesen wertvollen Input zur DSGVO für Optimierer!

 

André Morys

André Morys ist Gründer und Vorstand von konversionsKRAFT und beschäftigt sich seit 1996 mit der Conversion Optimierung von Websites und Onlineshops. André Morys ist Dozent für User Experience an der TH Mittelhessen und Autor des Fachbuchs "Conversion Optimierung". Er ist häufiger Sprecher und Moderator auf Konferenzen.
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1 Reaktion auf „Tracking, Targeting & Personalisierung trotz DSGVO

  1. von we-love-webdesign

    Danke für den tollen Beitrag über Tracking, Targeting und Personalisierung.

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