Begeisterungsmerkmale, die Konversion bringen…

5 Online-Shops aus unterschiedlichen Bereichen und 5 Begeisterungsmerkmale, die diese Shops meiner Meinung nach ausmachen:

No. 1 – Das Produktvideo
Einige Online-Shops gehen bereits mit gutem Beispiel voran und stellen uns Produktvideos zur Verfügung. Der Grund hierfür? Wenn wir die Produkte in einem Online-Shop schon nicht anfassen können, so sollten wir doch wenigstens daran teilhaben, wie andere Leute die Produkte für uns anfassen, drehen oder tragen. Beispielhaft dafür möchte ich Ihnen nahelegen, sich die Online-Shops von Asos und Zappos anzusehen.
Für nahezu jedes Produkt im Sortiment von Asos gibt es ein entsprechendes Produktvideo, welches genau das abbildet, was ich mir wünsche: man sieht das Kleidungsstück getragen und von allen Seiten, man sieht wie es wirkt bzw. wie es fällt:

Produktvideo asos

Auch auf Zappos.com gibt es Produktvideos, die man sich ansehen kann. Leider ist die Platzierung und Information zum Produktvideo auf den Produktdetailseiten etwas dürftig. Inhaltlich können die Videos jedoch allemal überzeugen:

Produktvideo Zappos

Wirkung beim Käufer: Absolut Verkaufsfördernd!

No. 2 – Customer Action Shots
Ein echter Hingucker bei thinkgeek.com sind die „Customer Action Shots“, von der Käufer-Community hochgeladene Bilder, die sie z.B. beim Posieren mit ihrem gerade eben erworbenen Star Trek Pizzaschneider zeigen. Dass die Protagonisten dabei ein wenig über sich selbst lachen können, verschafft dem Shop Sympathiepunkte und zeigt obendrein mehr Produktbilder eines Artikels als jeder andere Shop, der die gleichen Artikel anbietet.

Customer Action Shot Think Geek

Wirkung beim Käufer: Einige Lacher und das Gefühl, ein Produkt zu kaufen, das richtig Spass macht…

No. 3 – Klangbeispiele
Beim Kauf einer Gitarre bei thomann.de kann man sich zu fast jeder Gitarre Soundbeispiele in verschiedenen Geschmacksrichtungen vorspielen lassen. Bei den E-Gitarren sind das Rock, Metal uns Blues. Das Ganze ist intuitiv bedienbar und es macht Spass dabei zuzuhören, wie ein echter Profi die Gitarre der Wahl spielen kann.

Klangbeispiele

Wirkung beim Käufer: Verspürt die Lust auch mal wieder in die Saiten zu hauen. Warum nicht mit dieser Gitarre?!

Platz 4 – Der Mauszeiger
Wer hätte gedacht, dass es ein Mauszeiger hier in diese Liste schaffen würde, aber ein kleines Feature mit großer Wirkung ist das Symbol des Mauszeigers im EMP-Shop. Anstelle des langweiligen und altbekannten Mauszeigers in Form eines Pfeils, ändert sich dieser in eine Devils Fist, sobald man sich im Shop rumklickt.

Wirkung beim Käufer:
Impulsives Headbangen und das plötzliche Gefühl auf einer Wellenlänge zu sein. Hier kauf ich!

Platz 5 – Der Produktslider
Im Shop von Anon habe ich einen Produktslider entdeckt, der mich wirklich begeistert hat. Gefühlt macht das Ansehen der verschiedenen Varianten einer Brille sogar Spaß: sobald ich über einen Pfeil vor oder zurück klicke erscheint sofort die nächste Variante. Das ganze geht relativ schnell und es fühlt sich einfach nur nach einem richtigen Shoppingerlebnis an. Dazu trägt auch bei, dass die Produkte sehr groß abgebildet sind: ich habe keine Buttons, Texte oder sonstige Teaser auf dieser Produktdetailseite, sondern kann mich voll und ganz auf das Produkt konzentrieren.

Produktslider

Wirkung beim Käufer: Verfällt in Stöberlaune und macht so manchen Impulsivkauf!

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Susanne Seibold Susanne Seibold untersucht Online-Shops mit Fokus auf die emotionale Wahrnehmung innerhalb der Zielgruppe. Ihre Leidenschaft gilt dem Joy of Use von Online-Shops und Communities.

12 Reaktionen auf  “Begeisterungsmerkmale, die Konversion bringen…”

Kommentare

  1. Thomas Thomas

    Schöner Artikel – allerdings muss ich sagen, dass der Shop von Anon wirklich ein Beispiel ist, wie man es nicht unbedingt machen sollte: man kann auf kaum eines der gross dargestellten Bilder klicken. Gerade im oben angesprochenen Slider ist das sehr dumm. Wenn ich durch die Brillen „slide“ und mir eine gefällt, muss ich im unteren Bereich nach dem Modell suchen, um Produktinfos zu erhalten. Im Slider ist das Bild nicht verlinkt… Noch viel schlechter ist, dass nach dem Klick auf den „Buy now“ Button das angezeigte Produkt nicht vorausgewählt ist – viel schlimmer: die vorhandene Auswahlmöglichkeit ist nicht eindeutig (z.B. 4 x „white“, 4 x „black“). Der Knaller ist dann aber, dass ich gar keinen „echten“ Warenkorb habe sondern zu einem anderen Shop weitergeleitet werde (was ja noch nicht sooo schlimm wäre), dabei aber meine Auwahl nicht übernommen wird…

  2. Dominik Dominik

    Der Relaunch ist Anon dieses Jahr sehr gelungen.
    Schau dir mal den Lens Tester an, der ist das reinste Vergnügen und in der Form auch bei keinem anderen Hersteller so. Jetzt fehlts bei Anon nur noch an nem ordentlichen Shop.

  3. Petra Petra

    Moin,

    mir fehlt im Artikel noch der Punkt, dass viele jetzt zu einem Produkt Konfigurator tendieren.
    Wie sieht es damit aus?
    Spielt das eine Rolle?

    LG

  4. Julian Julian

    Finde die Seite gut aufgemacht, aber der Call to Action ist zu klein und die Transparenz ist nich so gegeben. Und würde auch wie Thomas sagen, dass es besser ist durch Klicken direkt auf den Artikel zu kommen.

  5. Marco Marco

    Ist man nicht immer auf der Suche nach Möglichkeiten, das angebotene Produkt noch ein wenig besser in Scenen zu setzen? Zumindest bin ich der Meinung, dass das Fehlen realer Möglichkeiten das Produkt zu erleben, kompensiert werden muss. Und wer kennst sie nicht, die Shops, in denen schlechte Bilder aus gerade einmal einer Perspektive einen Kaufanreiz bieten sollen.

    Dass es auch anders geht, zeigen die genannten Seiten. Und vor allem kommt man einmal wieder auf neue Ideen durch derartige Anregungen. Vielen Dank für den Artikel.

  6. Markus Kehrer Markus Kehrer

    Sehr schöner Artikel! Er zeigt, dass Einkaufen Spaß machen muss oder zumindest versuchen die realen Fakten ins digitale zu bringen.

  7. Susanne Seibold Susanne Seibold

    @Thomas & Julian: Was eure Kritikpunkte bzgl. des Anon „Shops“ betrifft, so bin ich ganz eurer Meinung.
    Ich habe den Produktslider ausgewählt, weil er durch seine Optik und das schnelle
    Laden der Bilder positiv auffällt und man sofort zugreifen möchte.
    Will man dann wirklich zugreifen, folgt ganz schnell ein ernüchterndes Gefühl – würde der Rest noch stimmen, wäre das ganze perfekt 😉
    @Petra: Stimmt, der Produktkonfigurator. In meinen Augen befindet sich diese Funktionalität in ihrer späten Entwicklungsphase.
    Als die ersten Websites damit anfingen, war der Konfigurator noch sehr holprig und ich hatte nicht wirklich Lust, mich näher damit zu beschäftigen.
    Mittlerweile gibt es bereits Shops, die das ganze technisch super umgesetzt haben,
    aber in der Bedienung fehlt mir oft noch der letzte Schliff. Ich bin mir trotzdem sicher, dass es den optimalen Konfigurator gibt
    und dass wir diesen eines Tages zu sehen bekommen 😉
    Falls ihr schon Beispiele kennt (á la youtailor.de oder der Outfit Berater auf sheego.de), dann könnt ihr diese gerne posten.
    @Marco: Ganz genau 🙂
    @all: Danke für die rege Beteiligung!

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