Herzberger schaut TV – In 3 Schritten zum Second Screen Erfolg

TV ist als Trafficquelle für Online-Marketer inzwischen relevant geworden. Media-for-Equity-Deals ermöglichen bereits Start-Ups, ein Millionenpublikum zu erreichen und eine Marke aufzubauen. Aber wie kommt der Traffic effektiv auf der Webseite an und wie konvertieren die Nutzer so wie sie sollen? In diesem Blogpost erläutere ich grundlegende Entscheidungsmechanismen der Zuschauer und zeige anhand von 3 Schritten, wie Zuschauer zu Nutzern werden.

Was bedeutet Second Screen?

Das Phänomen „Second Screen“ ist eigentlich nichts Neues. Seit Computer in das Format eines handlichen Koffers gepresst wurden, können wir in vielen Situationen Daten abrufen, bearbeiten und konsumieren. Das Notebook ist damit der wahre Vorreiter der Multiscreen-Experience. Erst mit Erscheinen des ersten iPad im Jahr 2010 wurde jedoch der Begriff „Second Screen“ geprägt. Media-for-Equity-Deals beflügeln die Phantasie der Investoren und lassen immer mehr Internet-Pure-Player ihr Glück zwischen TV und Second Screen suchen.

Second Screen bedeutet letztlich, dass Konsumenten zwei Bildschirme gleichzeitig verwenden: TV und Internet. Durch dieses Verhalten wird der Fernseher zu einer neuen Traffic Quelle. Die Werbung inspiriert den Zuschauer und er greift parallel zum Notebook, Tablet oder Smartphone.

Wachstumsrate der Second Screen Geräte

Smartphone, Tablets und Notebooks werden immer häufiger vor dem Fernseher verwendet. (Quelle: Mobile Effects 2014)

Ich unterscheide bei diesem Verhalten zwei grundsätzliche Arten der Zuschauer-Fokussierung, denn Zuschauer können sich in der Regel primär nur auf ein Medium konzentrieren:

Primärfokus – TV:

Der TV-Konsument schaut aktiv das Fernsehprogramm an und tauscht sich über die laufende Sendung oder Werbung durch soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Instant Messaging mit Freunden aus. Die Interaktion findet parallel statt – mit Fokus auf die TV-Sendung. Weitere mögliche Szenarios eines Zuschauers:

  • Teilnahme an einem Voting
  • Aktive Teilnahme an einem Quiz
  • Interaktion mit Live Shows, die Rückfragen erlauben (und die direkt durch den Moderator beantwortet werden)
  • Suche nach zusätzlichen Informationen zur Sendung, bspw. zu den Schauspielern oder Moderatoren
  • Befriedigung kontextspezifischen Wissensdursts
Nutzung SecondScreen Anywab

So nutzen die Zuschauer den Second Screen während einer Sendung. Der Löwenanteil liegt auf sozialen Medien und der Informationssuche. (Quelle: Anywab Second Screen Studie)

Primärfokus – Second Screen Device (Smartphone, Tablet oder Notebook):

Viele alltägliche Aufgaben können inzwischen bequem vor dem Fernseher erledigt werden. Egal ob Online-Banking, E-Mails bearbeiten, Urlaubsziele suchen oder Online-Shopping: Die primäre Intention liegt klar auf der Erledigung einer Aufgabe. Dabei ist der Fernseher ein Nebenschauplatz und berieselt den Tablet-/Notebook-Fokussierten Nutzer im Hintergrund. Für diesen Typ muss das TV Programm eine starke Ablenkung bringen, um einen Wechsel der Fokussierung zu bewirken.

Second Screen mit Fokus auf Device

Das sind die häufigsten Aufgaben, welche am Second Screen bei vollem Fokus auf das Device, erledigt werden. (Quelle: Mobile Effects 2014)

 

Ziele des „Second Screen“ definieren

Der Vorteil des Second Screen sind die vielfältigen Möglichkeiten: Marketers haben nun die Option, über mehrere Kanäle und Devices hinweg zu kommunizieren. Fernsehkampagnen verlieren ihre unidirektionale Kommunikation, denn es gibt einen messbaren Rückkanal.

Im einfachsten Fall wird der Second Screen dazu genutzt, dass sich Nutzer mit dem Anbieter oder der Marke weiter gehend auseinander setzen. Daher ist das primäre Ziel das Stärken der Marke durch eine erhöhte Interaktion. Eine Studie von wywy/TNS Infratest beweist, dass eine Verbesserung der Markenwahrnehmung möglich ist, indem gleiche Anzeigen auf dem Fernseher und dem Seconds Screen gezeigt werden.

Wywy Studie - Second Screen Impact on Brand KPIWeitere relevante Metriken:

  • Wie lange interagiert der Nutzer nach Ausstrahlung der Werbung mit der Seite (Viewtime)?
  • Über welchen Traffic-Kanal kommen nach Ausstrahlung der TV-Kampagne die Besucher?
  • Wie verhält sich die Conversion Rate mit und ohne TV-Kampgane?
  • Welches Device wird am häufigsten genutzt?
  • Wie wird die Kampagne qualitativ in Sozialen Medien bewertet (Social Media Monitoring)?
  • Welche Reichweite hat die Kampagne in den sozialen Medien?

Die Beantwortung dieser Fragen gibt Aufschluss über die Effizienz der Kampagne. Sie liefern weitere Erkenntnisse, die massiv zur Verbesserung und zielgenauen Ausrichtung beitragen.

Der Second Screen als Conversion Treiber

Das Ineinandergreifen des Mediums TV und der sozialen Medien ist ein wichtiger Faktor bei der Optimierung von Kampagnen. Demnach müssen Kampagnen auch geräteübergreifend einheitlich funktionieren.

Ein gutes Beispiel für eine konsistente Kampagne lieferte Bahlsen mit seinem Product-Placement des „Pick UP!“ Riegels bei der Sendung „Dschungelcamp“.

Ein kurzer Ausflug:

Der Pick UP! Riegel wird als heiß ersehnter Preis in der Sendung eingesetzt. Nutzer der App „RTL Inside“ erhielten passend dazu eine entsprechende Markenwelt auf dem Second Screen. Auch online bzw. im Digitaltext des TV-Geräts wurde parallel der Riegel beworben. Laut Umfrage erzielte die Kampagne eine hohe Akzeptanz und 74% der Befragten gefiel die Kampagne gut bis sehr gut und steigerte signifikant die Brand-Awareness.

Doch Awareness ist Mittel zum Zweck – als Conversion Optimierer betrachten wir lieber den Zusammenhang zwischen TV-Werbung und den „harten“ Zielen der Webseite. Deshalb möchte ich mich auf die Analyse von TV-Kampagnen beschränken, die eine direkte Interaktionen mit der Website als Ziel haben:

Warum scheitert die Ehe von TV und mobilen Geräten häufig?

Ich konnte zwei Faktoren identifizieren, warum Second Screen Kampagnen nicht zu erfolgsversprechenden Ergebnissen führen können:

Faktor 1: Aufmerksamkeit

Zuschauer einer Fernsehsendung müssen (je nach Fokussierung) einen Aufmerksamkeitswechsel zum Second Screen durchführen.

Verursacher eines Aufmerksamkeitswechsels

Diese Faktoren tragen zu einem Aufmerksamkeitswechsel bei. (Quelle: Mobile Effects 2014)

 

Externe Gründe:

Hierunter fallen akustische oder visuelle Signale, wenn bspw. eine Nachricht auf dem Handy eingeht.

Reizarmut und Langeweile:

Wer kennt das nicht: Das TV Programm ist langweilig und man beginnt aus Langeweile im Internet zu surfen oder am Smartphone zu spielen.

Werbepausen / Zeit überbrücken:

Häufig wird in den Werbepause die Zeit mit dem Second Screen überbrückt und sinnvoller genutzt, bspw. mit Lesen von E-Mails.

 

Ablenkung und Langeweile sind demnach die Hauptgründe, warum sich ein Zuschauer nicht mehr aktiv auf die Werbung oder das TV Programm konzentriert.

Kennt der Werbetreibende die Gründe für einen Aufmerksamkeitswechsel, kann er sie sich zum Vorteil machen, indem er den Zuschauer gezielt dazu animiert, einen Wechsel des Mediums vorzunehmen.

Klassische TV-Werbung ruft in erster Linie eine Emotion und ein Bedürfnis hervor. Sie hat Brand-Awareness als primäres Ziel. In einem realistischen Szenario sitze ich vor dem Fernseher und sehe einen TV-Spot von „Hotelreservierung.de“. Was wird passieren? Gehe ich sofort auf deren Webseite um einen Urlaub zu buchen? Nein – es sei denn, der Spot verspricht mir z.B. das günstigste Angebot. Ohne einen solchen expliziten Mehrwert (Value Proposition) wird der Nutzer keine Handlungsbereitschaft (Motivation) entwickeln.

Learning: „TV-Werbung muss einen expliziten Nutzen als Motivator verwenden, um nicht nur Aufmerksamkeit zu erregen sondern eine Handlungsbereitschaft aufzubauen.“

Faktor – Messbarkeit

Erfolge richtig zu messen ist besonders bei deviceübergreifenden Kampagnen enorm wichtig. Online ist, wie bereits erwähnt, der erforderliche quantifizierende Rückkanal zum TV-Programm. Die Problematik liegt in der Auswertung der Ergebnisse. Es kann nicht exakt identifiziert werden, wie viele Nutzer aufgrund der TV-Kampagne zusätzlich auf der Webseite landen und das Conversion-Ziel auslösen. Lediglich Tendenzen lassen sich erkennen, indem ein vergleichbarer Zeitraum ohne Ausstrahlung einer TV-Kampagne zur Auswertung heran gezogen wird. Zusätzlich wird eine zeitgenaue Auswertung erschwert, da der Sendeplan und damit die Ausstrahlung des Spots um bis zu +/- 5 Minuten schwanken kann. Eine Reaktion auf den Spot kann auch erst nach Beendigung der gesamten Sendung erfolgen.

MobileEffects Studie 8% Kaufen nach der Sendung

Mobile Effects Studie 2014 – 8% kaufen nach der Sendung am Second Screen

Weiterhin lassen sich Langzeiteffekte bei Kampagnen zur Stärkung der Marke nicht unmittelbar auf ein Second-Screen-Device zurück führen. Außerdem kann der Traffic über die unterschiedlichsten Quellen eintreffen. Nicht jeder Zuschauer merkt sich die individuelle Kampagnen-URL und wird stattdessen eventuell Google als Recherche-Medium zu nutzen.

Besucher einer Second Screen Kampagne nach Kanal

searchengineland.com misst die Auswirkungen einer Second Screen Kampagne unter Segementierung der Traffic Quellen.

Learning: Ein fundiertes Cross-Device-Tracking schafft die Basis für erfolgreiche Second Screen Kampagnen. Die Auswertung und Validierung der Daten ist jedoch mit einem gewissen Aufwand verbunden.

Die 3 Schritte zum optimalen Second Screen Experience

Anhand der folgenden Praxisbeispiele konnte ich 3 Schritte ableiten, die zu einer erfolgreichen Kampagne führen.

Schritt Nr.1 – Aufmerksamkeit erregen

Der Aufmerksamkeitswechsel muss zum richtigen Zeitpunkt stattfinden. Ein guter TV-Spot muss zunächst die volle Aufmerksamkeit erhalten und den TV-Konsumenten erreichen. Erst danach muss der Spot einen relevanten Grund liefern, auf die Webseite zu wechseln. Besonders starke Gründe können sein:

  • Angebote, Rabatte und Sonderpreise. Einen zusätzlichen Anreiz, die Aufmerksamkeit sofort auf den Second Screen zu lenken, schaffen Sie mit zeitlich begrenzten Sonderangebote (Scarcity).

  • Teilnahme an Gewinnspielen mit attraktiven Preisen, die den Nutzer auf Facebook locken und mehr Likes generieren sollen.

  • Saisonale Relevanz steigern (Buchen von Urlaub, Hinweise auf Gartenpflege). Spezifische Botschaften setzen dem Zuschauer den „Floh ins Ohr“, mögliche Arbeiten oder Projekte zu erledigen…

  • Neugier wecken durch Geheimnisse: „Geheimnisse“ machen Zuschauer neugierig und führen sie über die Kampagne auf die Webseite.

  • Storytelling: Otto punktet bei seiner Kampagne „Gefunden auf Otto.de“ durch eine eingehende Geschichte. Eine Dame möchte nicht verraten, wo sie ihre Kleidung kauft und denkt sich witzige Designer und Herkunftsländer aus.

  • Uniqueness: Einzigartige Gründe zeigen dem Zuschauer, warum er nur bei ihnen kaufen sollte.

Schritt Nr.2 – Zielführende Call-to-Action am TV-Gerät

Auf einer Webseite ist eindeutig definiert, was der Nutzer tun soll: „Klick diesen Button!“. Anders am Fernseher. Nachdem die Aufmerksamkeit erfolgreich geweckt wurde, muss der Zuschauer auch ihre Seite besuchen. Nachfolgend die wichtigsten TV-Call-to-Actions:

Call-to-Action: keine Handlungsaufforderung vorhanden

Gibt es keine Call-to-Action in Form eines Links, einer URL oder einer Handlungsaufforderung, wird der Second Screen zur Traffic-Schleuder. Der interessierte Nutzer muss sich an die Marke oder das Produkt, welches in dem Spot beworben wird, erinnern und in der bekannten Suchmaschine umständlich das gewünschte Ergebnis finden. Ist dies geschafft, sollten auch hier die selben Signale aus dem TV-Advertisement (bspw. Rabatte, Values) wiederholt werden. Damit klickt der Nutzer auch auf die richtige Anzeige und wechselt nicht versehentlich zu einem Konkurrenten mit besseren Argumenten.

Call-to-Action: der Link

Idealerweise gibt der Werber in seinem Spot eine URL an, welche direkt aufgerufen werden kann. Aber auch hier liegt der Teufel im Detail: Wird die Angabe der Webadresse des Herstellers selbst gewählt, landet er direkt auf der Startseite. Eine bessere Option stellt eine spezielle auf die Kampagne zutreffende, gekürzte Adresse dar. Auf die nachfolgende Kampgane von Caritas gelangen Sie mit dem Link: www.globale-nachbarn.de

Caritas - Globale Nachbarn

Die Landinpage von Caritas zeigt Wiedererkennungsmerkmale aus dem TV-Spot und stellt auch das Video selbst noch einmal dar.

Sollte keine aussagekräftige Domain zur Verfügung stehen, kann man auch mit Subdirectory (www.adresse.de/subdirectory) oder einer Subdomain (tv.adresse.de) arbeiten. Eine solche Adresse hat den Vorteil, dass ihr Traffic eindeutiger auf eine Kampagne zurück geführt werden kann und damit auch Ergebnisse besser gemessen werden können. Ist die Adresse allerdings zu kompliziert und kann schlecht gemerkt werden, ist der Nutzer gezwungen die Suchmaschine zu bemühen. Gefahr dabei ist, einen besseren Anbieter oder Marke zu finden.

Learning: Eine einfache und prägnante URL bringt den Nutzer gezielt auf Ihre Seite. Im besten Fall eine eigene Domain mit Redirect.

Call-to-Action: der Hashtag

Ein schönes Beispiel zur Interaktion mit sozialen Medien liefert der Markenrelaunch von Iglo. Die Familie und der Spaß beim Essen soll im Vordergrund stehen. Dabei kommen die Slogans „So schmeckt das Leben“ und „Mit Fingern essen“ zum Einsatz. Eine digitale Komponente kommt durch Verwendung des Hashtags #mitfingernessen ins Spiel . Eine solche Kampagne spricht vornehmlich eine jüngere Zielgruppe an, welche sich bereits mit sozialen Medien, allen voran Twitter, beschäftigt. Die Idee von Iglo ist prinzipiell nicht verkehrt und die liefert durch Rezeptvorschläge auf Twitter oder auf der Webseite einen eindeutigen Mehrwert. Aber eine solche Kampagne will auch gepflegt werden. Eine spezielle #mitfingernessen-Landingpage von Iglo nützt wenig, wenn sie keiner findet. Eine Interaktion via Twitter mit den Kunden scheint auch nicht wirklich geplant und wird nicht aktiv voran getrieben. Der letzte Eintrag findet sich am 19. Mai. Die Kommentare auf Twitter lassen darauf schließen, dass die Aktion eher auf die Schippe genommen wird statt ernsthaft einen Vorteil zu bringen.

Learning: Werden soziale Medien genutzt, müssen sie beobachtet und gepflegt werden. Auch die Zielgruppe sollte Social Media aktiv nutzen…

Call-to-Action: Audio Tags (Shazam)

Zugegeben: für mich eine Randerscheinung und ich persönlich glaube nicht an den Erfolg. Ich habe es während meiner gesamten Recherche-Phase nicht geschafft, dass Smartphone rechtzeitig zu zücken und Shazam zu öffnen, um zu sehen, was sich hinter dem Audio-Tag verbirgt. Es sei aber zur Vollständigkeit erwähnt. 😉

Schritt Nr.3 – So schließen die Kunden den Kauf nach einer TV Kampagne ab

Eine Second Screen Customer Journey ist nicht immer einfach nachvollziehbar. Deshalb müssen alle verwendeten Werbemittel sowie die Webseite der TV-Kampgane die selbe Sprache sprechen. Ich möchte mögliche Customer Journeys näher beleuchten:

Beginn über die Suchmaschine:

Der Nutzer konnte sich die URL im Spot nicht merken und sucht bei Google. Das Auffinden der passenden Anzeige kann durch Verwenden gleicher Keywords aus der TV-Werbung gefördert werden. Auch im TV gegebene Versprechen wie „kostenlos“ oder „50% Rabatt“ müssen sich wiederfinden. Landet er dann auf der Zeilseite, so sollten diese Signale ebenfalls wiederholt werden, um den Information Scent aufrecht zu erhalten. Dabei ist darauf zu achten, die selbe Sprache zu wählen und die gegebenen Versprechen einheitlich zu wiederholen.

Einstieg über eine direkte Landingpage:

Lockt das TV-Angebot den Zuschauer, sein Tablet in die Hand zu nehmen und direkt eine URL einzugeben, haben Sie die Conversion sicher in der Tasche!

Doch leider passiert dies im Alltag nicht, wenn…

  • … die Seite nicht die gleiche Emotionalität und Bildsprache wählt wie die TV-Werbung. Der Spot wird durch Menschen, Haustiere und ähnliches lebendig. Verwenden Sie auch die selben Personen, Bild- oder Farbwelten auf der Seite, um den Nutzer abzuholen und ihm die selben Emotionen zu vermitteln.

Poco Domäne

Die Farbwelt wird stringent durch den TV Spot als auch der Webseite fortgeführt. Die Werbefigur Daniela Katzenberger findet sich auch auf der Webseite wieder.

  • … die Werbung mehr verspricht, diese Versprechen aber nirgends auf der Webseite zu finden sind. Ein positives Beispiel: Peter Hahn stellt in seinem TV Spot am Ende das reichhaltige Markensortiment in den Vordergrund. Dieses findet sich auf der Startseite sofort neben dem Teaser wieder.

Peter Hahn Startseite

Peter Hahn Präsentiert sowohl das Jubiläums Signet als auch die Marken aus dem Spot prominent auf der Startseite.

  • … sich der Hinweis auf die TV Werbung versteckt und auf der Webseite nur schwer aufzufinden ist. Ein Teaser, welcher sich schnell finden lässt oder gar das Werbevideo auf der Seite geben im ersten Moment das Gefühl, richtig zu sein. Hier findet ein Message Match statt.

Fazit & Zusammenfassung

Second Screen Kampagnen haben ein hohes Potenzial als Traffic- und Conversion-Quelle. Stellen Sie jedoch sicher, dass die Zuschauer auch auf Ihrer Seite landen und sammeln Sie Erkenntnisse über Ihre Nutzer, indem Sie umfassende Analysen durchführen. Reine Brand-Awareness ist ein kostspieliges sekundäres Ziel.

So gehen Sie vor:

  1. Wecken Sie die Aufmerksamkeit der Zuschauer durch spezifische Trigger und einzigartige Werte, z.B. zeitlich begrenzte Aktionen oder Rabatte.
  2. Verwenden Sie eine eindeutige Call-to-Action um zu garantieren, dass der TV Konsument auch die Webseite besucht. Eine zielgerichtete URL kann dabei helfen und erleichtert das Auffinden.
  3. Sorgen Sie dafür, dass über alle Devices und Werbekanäle hinweg die gleichen Werte kommuniziert werden. So verliert der Zuschauer nicht die „Fährte“. Sprechen Sie auf Landingpages und Websites die gleiche (Bild-)Sprache wie im TV-Spot.

Haben Sie Second Screen Erfahrung gesammelt? Wie analysieren Sie den ROI? Ist es Ihnen jemals gelungen, während der Werbung rechtzeitig Shazam zu öffnen? Kennen Sie Beispiele für eine gut umgesetzte Second Screen Kampagne?

Aufruf:

Senden Sie mir Ihren Input, ich ergänze gerne den Beitrag um weitere gute Beispiele.

Ich freue mich auf Feedback!

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Dennis Herzberger Als Senior Conversion Architect bei der Web Arts AG hat sich Dennis Herzberger der Usability und User Experience von Webseiten gewidmet. Sein leidenschaftlicher Fokus liegt auf der Konzeption und Optimierung von mobilen Webseiten und Onlineshops. Folgen Sie ihm auf Twitter.

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9 Reaktionen auf  “Herzberger schaut TV – In 3 Schritten zum Second Screen Erfolg”

Kommentare

  1. Oliver Putz Oliver Putz

    Ein sehr guter Artikel der gut aufzeigt, wie eine Convergenz vom Massenmedium TV zu Tablets erreicht werden kann.

    Mir fehlt dabei die Ergänzung Smart-TV warum ein Tablet in die Hand nehmen, wenn ich doch direkt am TV den ganzen Prozess abschliessen kann ? Diese Funktion ist allerdings noch ungewohnt für gelernte „CouchPotatoes“ – deswegen wird es spannend wer es schafft eine Usability in HbbTV zu schaffen die diesen Anreiz weiterverarbeitet und dann zu einer echten Konversion führt.

    Alternativ bieten sich auch noch Smart-TV Apps an – diese können im Prinzip das gleiche leisten wie ein Tablet nur der Kunde muss bereit sein den AppStore seines Smart-TV Gerätes aufzurufen. Auch hier wird der Content die entscheidende Rolle spielen. Aus der Couch-Position heraus möchte der Nutzer nur das tun was absolut bequem ist und ihn maximal interessiert….

    Ich bin gespannt wie sich das Thema SecondScreen weiter entwickeln wird !

    Insbesondere weil ALLE vorgenannten Methoden auf IT Technologie basieren die messbar sind jetzt eben auch am „SmartTV“ der ja mit dem Internet verbunden ist 😉

  2. Dennis Herzberger Dennis Herzberger

    Hallo Herr Putz,
    danke für den Hinweis. Ich habe die Smart-TVs bewusst nicht in die Betrachtung einbezogen. Aber ähnlich wie Tablet und Smartphone in den letzten Jahren an Akzeptanz gewonnen haben, bin ich mir sicher, dass auch Smart-TVs häufiger in den Traffic Quellen auftauchen werden. Haben Sie schon über Ihren Fernseher direkt eingekauft?

    Ich betrachte das Thema auch weiterhin gespannt. 😉

  3. Oliver Putz Oliver Putz

    Um Ihre Frage kurz zu beantworten:
    JA – ich habe schon direkt am Smart-TV gekauft – zugegeben es war ein „echter“ Versuch – aber dank paypal hatte ich einen vollständigen Kaufprozess am Smart-TV ohne mich vom Sofa wegbewegen zu müssen…..

  4. Roland Weinzierl Roland Weinzierl

    Klasse Artikel, selten eine derart gute Zusammenfassung gelesen! Eine Ergänzung zum Thema „Audio Tags“: Mit wywy oder mufin stehen zwei Lösungen zur Verfügung, die zwar ähnlich wie Shazam arbeiten, sich aber nicht auf das Audio-Snippet eines kurzen Werbespots beschränken. Beide erkennen zu jeder Zeit, welches Programm der TV-Konsument gerade sieht … solange es sich um lineares, also nicht zeitversetztes Fernsehen handelt. Ist für diesen Artikel nicht primär relevant, da hier ja die TV-Werbung als Auslöser für Second Screen Nutzung betrachtet wird. Die Nutzung wird aber auch abseits der Ausstrahlung von TV-Werbung (vielleicht sogar in erster Linie dann) angestoßen und gerade da kann ACR (Automatic Content Recognition) durchaus Sinn ergeben. Ich bin gespannt, wie Amazon damit in Verbindung mit Firefly arbeiten wird.

  5. Dennis Herzberger Dennis Herzberger

    Hallo Herr Weinzierl,
    solche speziellen Apps von Wywy oder TV Smiles sind natürlich für Werbetreibende hochgradig interessant. Sie arbeiten mit einer engen Verzahnung von Werbung und emotionalen Mechanismen wie der Aktivierung des Spieltriebes. Der Nutzer kann bei TV Smiles auch Punkte sammeln und bekommt passend zu ausgestrahlten Werbung ein Quiz zur Verfügung gestellt. Damit wird TV Werbung wieder interessant und man beschäftigt sich intensiver mit der Marke. Laut Sevenone Media wird auch das Umschalten von Werbung durch Nutzung des Second Screen reduziert.

    Danke für Ihr Feedback und Viele Grüße

  6. Thorsten Wilhelm Thorsten Wilhelm

    Der Beitragstitel wertet den Beitrag m.E. total ab:
    Ich dache, ah okay, so ein n=1 Erfahrungsbericht. Was kann’s da schon an Erkenntnissen geben. Schau ich mal rein, wer denn dieser Herberger eigentlich ist.

    Und dann lese ich rein und entdeck diese vielen, spannenden Studienverweise, Daten & Fakten und toll zusammengestellte „Good / Bad Practices“.
    Vielen Dank für diesen Beitrag, sehr gelungen.

    Befasse mich grad selbst mit dem Thema „Second Screen“. Bereits seit 2 Monaten führen wir zu verschiedenen Fragestellungen und Themen virtuelle Fokusgruppen mit 20 Digital Natives durch. Über die Erkenntnisse zu deren Einstellungen und Verhalten rund um den „Second Screen“ berichten wir in unserem Blog, schaut doch mal rein:
    –// http://www.usabilityblog.de/2014/07/second-screen-studie-das-fernsehen-im-wandel/

    Werde den Beitrag hier in meine monatlichen Linktipps auf unserem Blog ganz sicher erwähnen!

  7. Andreas Mast Andreas Mast

    Sehr schöner und vor allem ausführlicher Artikel. Ich finde auch viele verbinden die Fernsehwerbung nicht gut genug mit ihren online Kanälen. Es gibt so viel Potential, die Personen welche man in der TV-Werbung angesprochen hat auf der Webseite richtig abzuholen.

    Ps.: Der Link auf www.globale-nachbarn.de funktioniert nicht. Vermutlich fehlt ein http:// davor.

  8. Dennis Herzberger Dennis Herzberger

    Hallo Herr Mast, Halo Herr Wilhelm,

    vielen Dank für Ihr Feedback. Der Link ist korrigiert.

    An Fernsehwerbung (ich habe einige angesehen) finde ich schlimm, dass ich mit einer Markenwelt angesprochen werde, also einem bestimmten Ambiente und Wortwahl. Dieses findet sich allerdings nirgends wieder. Hier müssten m.E. das Marketing und das Webseiten-Team besser abstimmen.

    Ein weiter Aspekt der online Kanäle für Second Screen sind natürlich die unterschiedlichen Customer Journeys. Nicht immer agiert der Zuschauer so, wie man es gerne hätte. 😉

    Viele Grüße

Trackbacks/Pingbacks

  1. […] In drei Schritten zum Second Screen Erfolg Wer kennt das nicht: Werbung läuft, das Programm ist grad nicht so interessant (aber der Frau scheint’s zu gefallen) oder es gibt eine Motivation Gesehenes weiter zu verfolgen. In solchen Situationen ist der Griff zum Smartphone oder Tablet schnell mal gemacht und der Fernseher wird zum „Nebenbei-Medium“. Ist so, vor allem in der Zielgruppe der Digital Livings, und kann nicht verhindert werden. Folglich ist es nötig sich auf diesen veränderten TV-Konsum einzustellen und bestenfalls nützliche und gut bedienbare Kampagnen zu erstellen. Dafür ist dann aber ein Umdenken zwingend nötig. Dennis Herzberger (Berater bei Web Arts) bietet hierfür eine tolle Starthilfe und beschreibt zahlreiche, gelungene Second Screen Kampagnen. Ganz nebenbei bietet er auch wertvolle Daten & Fakten zum Phänomen „Second Screen“. […]

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