Checklisten

Die 7 Ebenen der Konversion (Überblick)

22 Dezember 2009, André Morys

Wenn wir darüber nachdenken, wie Konversion als Prozess aussieht, so denken wir meist an einen linearen Ablauf von Schritten oder Seiten. Dargestellt wird dieser Prozess oft als Trichter (Funnel) in dessen Fortschritt immer mehr Nutzer die Seite verlassen – bis zum Schluss die (meist sehr kleine) Menge derer übrig bleibt, die die Zielaktion (Kauf, Adresseingabe, Registrierung, etc.) durchgeführt haben. Daher erscheint es nicht ungewöhlich, dass wir zur Verbesserung der Konversionsrate auch Seite-für-Seite durchgehen (z.B: Landingpage-Optimierung) und jeweils nach Schwachstellen suchen.

Entspricht diese Denkweise der Realität?

Erfolgsautor Bryan Eysenberg beschreibt schon in seinem 2006 erschienenen Buch “Call to Action” das Dilemma der Sichtweise. In realen Situationen springen die Nutzer nämlich von Seite zu Seite – quer durch den Funnel – bevor sie das eigentliche Konversionsziel erreichen (oder nicht). Seine Sichtweise findet erstmals aus einem anderen Blickwinkel statt – nämlich dem der Nutzer – die wichtigste Grundlage zur Verbesserung der Konversionsrate von Onlineshops und anderen Portalen.

Hilfe, ich rede mit mir selbst,…

Wenn wir nutzerorientiert Denken wollen, müssen wir noch einen Schritt weiter gehen: Nutzer spingen im Entscheidungsprozess nicht nur hin-und-her – sie stellen sich auch eine Menge Fragen. Dieser so genannte innere Dialog läuft fast unbewusst ab. Innerhalb weniger Sekunden suchen Menschen nach Antworten auf diese Fragen – diese Antworten beeinflussen unmittelbar die Motivation. Es gilt also heraus zu finden, was diese Fragen beinhalten.

Motivation = Konversion

Zur theoretischen Absicherung der Entscheidungsprozesse des Kunden können wir zusätzlich noch zahlreiche psychologische Modelle zu Rate ziehen – wie z.B. das Rubikonmodell des Motivationspsychologen Heinz Heckhausen. Vereinfacht erklärt zeigt Heckhausen mit seinem Modell, dass Menschen auf der Suche nach Handlungsoptionen stets Erwartungen und Wahrnehmung sowie die (positiven oder negativen) Folgen einer Handlung miteinander vergleichen. Ist der Vergleich positiv, wird die Handlung durchgeführt – bei einer negativen Bilanz wird die Handlung abgebrochen.

Wie kommen wir zu einer wirklich nutzerorientierten Sichtweise?

Meine Erfahrung aus unzähligen Probandentests der letzten 10 Jahre sowie die beschriebenen Modelle haben im Laufe der Zeit ein Bild ergeben, was ich als “die 7 Ebenen der Konversion” bezeichne. Viele Publikationen und Checklisten, in denen ich diese sieben Basisfaktoren wiederfinde, bestätigen mich darin, die richtigen Entscheidungspunkte der Nutzer gefunden zu haben. Modelle, wie das Behaviourmodel von BJ Fogg oder das “Landingpage Whonder Wheel” lassen sich mit dem 7-Ebenen-Modell auf einen gemeinsamen Nenner bringen.

Was sind nun die sieben Ebenen der Konversion?

neuro-commerce-funnel

Das 7-Ebenen-Modell distanziert sich bewusst von dem seitenbezogenen linearen Ablauf und orientiert sich an den Denk- und Entscheidungsabläufen, wie sie beim Nutzer passieren. Dieser Idee liegt die Beobachtung zu Grunde, dass die Reihenfolge der Seitenaufrufe zwar unterschiedlich sein kann – der Ablauf des Entscheidungsprozesses folgt jedoch stark diesem Modell.

Wozu dient das Modell?

Primär lassen sich mit Hilfe dieses Modells Schwachstellen aus Sicht der Nutzer identifizieren. Die einzelnen Ebenen habe ich in den letzten Monaten bereits im Rahmen der folgenden Artikel beschrieben (inkl. Checkliste):

Relevanz

Vertrauen

Orientierung

Stimulanz

Sicherheit

Komfort

(über Bewertung muss ich noch schreiben – diese Ebene ist ein wichtiger Faktor zur Kundenbindung)

Bei Web Arts haben wir mit dem MotivationLab eine Analysemethodik entwickelt, die systematisch die einzelnen Ebenen überprüft um Handlungsempfehlungen zur Conversion Optimierung zu liefern.

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Über den Autor:
André Morys André Morys ist Gründer und Vorstand der Web Arts AG und beschäftigt sich seit 1996 mit der Conversion Optimierung von Websites und Onlinshops. André Morys ist Dozent für User Experience an der TH Gießen-Friedberg. Er ist vielen als Autor für Fachmagazine oder Sprecher und Moderator auf Konferenzen bekannt. Twitter facebook Google+

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Tags | Behaviour Model, Call-to-Action, Checkliste, Emotionen, Kaufentscheidung, Konversionsrate, Konversionsrate verbessern, Modelle, Motivation, Motivationsmodell, Motivatorik, Nutzerorientierung, Optimierungsmöglichkeiten, Psychologie, Tipps

11 Responses to “Die 7 Ebenen der Konversion (Überblick)”

Kommentare:
  1. sehr interessant!

    freue mich schon jetzt auf den Beitrag mit dem Bewertungsmodell!

  2. Claude Revalière sagt:

    Da bin ich auch gespannt! Für mich ein ganz entscheidender Teil im Kaufprozess – denn der findet wiederum Einzug in die Punkte Vertrauen, Orientierung und Sicherheit! Wann kommt der Beitrag?

    Viele Grüße
    C

  3. Petrina Aun sagt:

    This is a very helpful post, I was looking for this knowledge. Just so you know I discovered your webpage when I was looking around for blogs like mine, so please check out my site sometime and leave me a comment to let me know what you think.

  4. Tom sagt:

    Hallo André,

    das ist eine sehr interessante Artikelreihe. Nun bin ich eher zufällig auf diese Seite hier gestoßen. Dabei fällt auf, dass das Thema “Bewertung” noch nicht angegangen wurde, obwohl das nun schon eine ganze Weile zurück liegt. Eventuell vergessen? ;)

    Grüße,
    Tom

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  1. [...] der genannten Punkte führen uns zurück auf das bekannte Modell “die Sieben Ebenen der Konversion” – nur ein Drittel von 21 – aber einacher zu [...]

  2. [...] anderen Modellen und der Expertise des Conversion Design Experts findet beispielsweise das Modell „Die 7 Ebenen der Konversion“ seinen Einsatz. Bezugnahmen auf die Vorstellung des Modells der 7 Ebenen der Konversion auf diesem [...]

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  5. [...] von einer Anzeige, einem Suchergebnis oder sonst woher auf einer Website landen. Das Modell der 7 Ebenen der Konversion nennt hier nun die Ebene „Relevanz“ als einer der wichtigsten in diesem [...]

  6. [...] Es ist vollbracht. Eigentlich wollte ich ja einfach nur das Sieben-Ebenen-Modell aktualisieren. Am Schluss waren es 222 Seiten, 107 Tipps, 74 Abbildungen, 26 Buchempfehlungen. Mein [...]


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