Case Study · D2C · air up

Warum Kunden air up kaufen und warum sie wiederkommen

air up wuchs 2020 schnell. Was Kunden nach dem ersten Kauf hält, war kaum belegt. In vier Wochen haben wir mit Jobs-to-be-done-Interviews und einer Behavioral Design Analyse sieben Kaufmotive herausgearbeitet. Die Ergebnisse wirkten weit über den Webshop hinaus.

Ergebnis auf einen Blick

7 Jobs

wirkten bis in Produkt und Verpackung

10 Interviews

mit rund 800 ausgewerteten Aussagen

4 Wochen

von den ersten Interviews bis zu 60 Ideen und 5 Handlungsfeldern

Ausgangslage

Der Erstkauf lief. Der Wiederkauf war ein Rätsel.

air up verkauft eine Trinkflasche, die Wasser über Duft-Pods Geschmack gibt. Das Produkt war neu und erklärungsbedürftig. Die Neugier brachte viele Menschen zum ersten Kauf.

Offen war, was danach passiert. Wer kauft nach und warum? Wer bleibt beim ersten Kauf stehen? Und was braucht ein Neukunde an welcher Stelle, bis das Produkt für ihn zur Gewohnheit wird? Genau diesen Schritt wollte air up besser verstehen.

Vorgehen

Vier Wochen vom Interview zur Roadmap

Interviews. Wir haben zuerst gesichtet, was air up schon wusste. Danach haben wir zehn Kundinnen und Kunden interviewt, jeweils 30 bis 40 Minuten. Die Gruppen: Interessenten, frische Erstkäufer, Einmalkäufer und Heavy User. Gefragt haben wir nach der Situation vor dem Kauf, nach dem Auslöser, nach dem Kauf selbst und nach dem Wieder- oder Nichtwiederkauf.

Auswertung. Aus den Gesprächen entstanden rund 800 einzelne Aussagen. Wir haben sie in 14 Kategorien geordnet und zu sieben Jobs verdichtet. Jeder Job bekam seine Treiber (Fuel) und seine Hürden (Friction).

Job-Audit. Parallel haben drei Expertinnen und Experten die Customer Journey geprüft. Sie haben die wichtigsten Touchpoints gegen die Jobs gelegt, von der Anzeige über den Shop bis zum Auspacken. Ein Daten-Audit hat gezeigt, welche Seiten Kaufentscheidungen tragen.

Ergebnis. Die Ergebnisse haben wir der Geschäftsleitung und den Teams aus mehreren Ländern gemeinsam vorgestellt.

Was wir über die Kunden herausgefunden haben

Erst Euphorie, dann Realitätscheck

Am Anfang überstrahlt die Lust aufs Ausprobieren alles. Manche Kunden kaufen, obwohl sie noch gar nicht überzeugt sind. Nach ein paar Wochen kommt der Realitätscheck. Wer dann nur die Neuheit gekauft hat, kommt selten wieder. Viele Vorteile des Produkts hatten die Kunden schlicht übersehen.

Die sieben Jobs zeigten, dass es den meisten um deutlich mehr ging als um Geschmack. Gesundheit und neue Gewohnheiten spielten eine große Rolle. Dazu kamen praktische und finanzielle Gründe, Nachhaltigkeit und der Wunsch, etwas Neues früh zu entdecken und mit anderen zu teilen.

Der wichtigste Satz aus der Analyse: Weitere Jobs müssen früher in der Journey freigeschaltet werden, damit aus Einmalkäufern Stammkunden werden. Wer schon vor dem Kauf mehrere Gründe für das Produkt kennt, ist danach zufriedener und kauft eher nach.

Was daraus wurde

Fünf Handlungsfelder, die über den Shop hinausgehen

Aus den Jobs entstanden rund 60 Ideen. Wir haben sie zu fünf Handlungsfeldern verdichtet und nach Wirkung und Aufwand priorisiert. Sie betrafen die Kommunikation vor dem Kauf, die Produktinformation und den Weg zum Wiederkauf. Für jedes Handlungsfeld gab es testbare Hypothesen.

Ein Teil der Empfehlungen betraf gar nicht den Shop. Sie reichten bis in Marketing, Service und Verpackung.

air up hat die Ideen in die eigene Roadmap übernommen und selbst umgesetzt. A/B-Tests waren nicht Teil des Auftrags. Die Ergebnisse gingen ans Produktteam, an den Customer Service und in die ganze Firma. Sie sind auch ins Portfolio und in die Verpackung eingeflossen.

Kundenstimme

Was wir gelernt haben

Kundenverständnis wirkt, wenn alle es teilen.

01

Sieben Jobs sind leichter weiterzugeben als ein Stapel Studien.

Shop, Produkt und Service sprechen danach dieselbe Sprache über ihre Kunden.

02

Gute Erkenntnisse wirken über den Shop hinaus.

Bei air up erreichten sie Produktteam, Customer Service und Verpackung.

03

Die Analyse ist der Anfang.

Den größten Hebel hat, wer die Hypothesen danach konsequent testet.

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