Deutscher E-Commerce verbrennt 15 Mio € pro Sekunde Ladezeit (Infografik)

15 Mio € klingt extrem. Betrachtet man den durchschnittlichen Umsatz der Top 100 E-Commerce Unternehmen aus 2014 und setzt diesen mit der Ladezeit in Verbindung, so wird klar wo der Hund begraben liegt. Bei 215,83 Mio € p.A. (Ø E-Commerce Top 100 aus 2014) ergibt sich bei 7% mehr Conversions ein Potenzial von 15.108.100 € p.A. Viele Unternehmen scheinen sich jedoch auf hohen Bandbreiten auszuruhen und legen keinen Wert auf performante Seiten. Warum sich das gleich doppelt rächt, verrät die Infografik über die Ladezeit deutscher Onlineshops.

Onlineshops verbrennen GeldIn einer Zeit, in der immer mehr Nutzer mit ihren mobilen Endgeräten auf Webseiten zugreifen, versteht es sich von selbst, eine möglichst gute User Experience zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang wird meistens eine für die Endgeräte ausgerichtete Darstellung in Verbindung gebracht. Was dabei leider häufig vernachlässigt wird, ist die Geschwindigkeit der Seiten. Denn mit mobilen Daten wird das Laden von zu vielen oder zu großen Inhalten zum Conversion Killer. Aber auch bei Desktop spielt die Ladezeit nach wie vor eine große Rolle. Nicht nur, dass pro Sekunde Ladezeit die Conversion Rate um bis zu 7% abnimmt. Spätestens seit Suchmaschinen wie Google, die die Ladezeit als Rankingfaktor aufgenommen haben, sollte klar sein, dass die Ladezeit einer Webseite sehr wichtig ist.

Die Ladezeit als Wettbewerbsvorteil


Wie sich die Ladezeit im Vergleich mit anderen Anbietern darstellt, zeigt dieser visuelle Vergleich (Das Tool webpagetest ist unten nochmal genannt). Wer seine eigene Seite/Shop mal mit einem Wettbewerber vergleicht, wird erkennen, wie sich 1-2 Sekunden längere Ladezeit tatsächlich auswirken.

Wer eine langsame Seite hat, läuft Gefahr, dass die Besucher gar nicht erst das Ende des Ladevorgangs abwarten, weil es ihnen einfach zu lange dauert. Der Kunde ist weg und fühlt sich womöglich beim Wettbewerber besser aufgehoben.

Das Beispiel zeigt, dass erst nach 2,5 Sek. überhaupt etwas zu sehen ist. Während Beispiel 1 nach nach 3,7 Sek. bereits fertig ist, sieht man bei Beispiel 2 noch nicht mal Inhalt. Dort werden erst nach 6,0 Sek. die ersten Inhalte angezeigt und nach 9,9 Sek. ist die Seite fertig geladen. Die Logik bzw. Reihenfolge des Seitenaufbaus ist daher aus Nutzersicht, wie auch unter Markengesichtspunkten wichtig. Wie schafft man in kurzer Zeit Relevanz für den Besucher und welche Elemente können getrost etwas später geladen werden?

15 Mio Euro liegen auf der Straße

Diese Zahl stellt den Durchschnitt der deutschen Top 100 Shops dar und ist sicherlich beeindruckend. Die Frage lautet aber: Welches Potenzial hat die eigene Seite und wie kann man es heben? Fakt ist auch, dass Shops mit einer langen Ladezeit (größer 12-15 Sekunden) kein Potenzial von 7% Uplift erzielen, wenn die Ladezeit um eine Sekunde verbessert wird. Da muss schon mehr passieren. Welche Maßnahmen Wirkung zeigen, ist in der Infografik aufbereitet.

Wie sieht die Ladezeit der deutschen Top 100 Shops aus?

Wir haben 100 deutsche Onlineshops analysiert und die Ergebnisse in einer Infografik zusammengefasst. Die Ergebnisse sind erschreckend: Deutsche Onlineshops haben viel Potenzial, um sich vom Wettbewerb abzuheben. So lassen sich einige Seiten über 20 Sekunden Zeit, sind bis zu 1.115 kb groß und laden zusätzlich 9.384 kb Inhalte. Die meisten Shops bewegen sich sowohl im Google, Pingdom als auch Yslow PageSpeed Index eher im Mittelfeld. Die Infografik zeigt wo Potenziale liegen und wie diese genutzt werden können.

Ladezeit deutscher Onlineshops 2015 - PNG (2,3 MB)

Wichtiger Hinweis:

Sie können die Infografik herunterladen, ausdrucken und gerne verteilen. Sie können auch gerne selbst einen Beitrag über die Grafik schreiben und eine Preview veröffentlichen. Ich bitte Sie jedoch darum, die Original-Datei zum Download anzubieten.

Ladezeit deutscher Onlineshops 2015 Download

 

Download als hochauflösendes PNG (2,3 MB): http://kKrft.ly/ugU
Download als DIN A4 PDF (1,7 MB): http://kKrft.ly/ey2

Praxis Tipp: Wo stehen Sie?

Hier die verwendeten Tools zum selbst testen:

  • Yslow – Das bekannteste Browser Plugin gibt es für alle gängigen Browser und Unix
  • Google PageSpeed Tools – Je niedriger der Score desto höher das Risiko einer Abwertung im Suchergebnis
  • Pingdom Website Speed Test – Unabhängiger Test mit der Auswahl unterschiedlicher Standorte und Bandbreiten
  • webpagetest.org – Vergleichen Sie visuell das Laden Ihrer Seite mit der Konkurrenz

Sie suchen konkrete Tipps zur Verbesserung der Ladezeit?

Hier meine Artikel-Serie zum Thema Performance-Optimierung

Vorgehensweise zur Erhebung der Daten

Datenerhebung der Ladezeit deutscher Onlineshops

Ergebnis der Datenerhebung: Excel-Tabelle mit allen Kennzahlen. Bedingte Formatierungen stellen farblich gute und schlechte Werte hervor.

Um eine hohe Vergleichbarkeit zu erreichen, haben wir die Messungen zu gleichen Zeitpunkten durchgeführt, wiederholt und gemittelt. Alle Anfragen wurden von identischen Geräten mit gleicher Bandbreite durchgeführt. Der Browsercache wurde bei jedem Durchlauf geleert.

 

Fazit – Ladezeit als strategischer Wettbewerbsvorteil

Ladezeit ist mehr als nur eine Kennzahl von vielen für den eigenen Shop. Diese Zahl ist in Zeiten von einer nicht aufzuhaltenden Verbreitung von mobilen Endgeräten zu einem Wettbewerbsvorteil geworden. Wer den visuellen Vergleich mit dem Wettbewerb macht, wird dies schnell erkennen.

 

Ein besonderer Dank geht an Thomas Kraus für die Erhebung der Daten und Patrick Castronovo für die Gestaltung der Infografik.

Wie sehen Ihre Potenziale aus? Ist der Wettbewerb schneller? Und wenn ja, sind es ganze Sekunden?

Lassen Sie es mich wissen. Ich freue mich auf Ihr Feedback.

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Manuel Brückmann Manuel Brückmann ist als Mitglied der Geschäftsleitung bei der Web Arts AG für den Bereich Technologie verantwortlich. Er beschäftigt sich neben der Beratung im Bereich Testing mit eCommerce-Entwicklung und -Optimierung. Folgen Sie ihm auf Twitter oder verlinken Sie sich auf Google+, XING oder LinkedIn.

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3 Reaktionen auf  “Deutscher E-Commerce verbrennt 15 Mio € pro Sekunde Ladezeit (Infografik)”

Kommentare

  1. Sunny Sunny

    …ist ja alles richtig. Aber: Ein so wichtiges Thema hinter einer so reißerischen Überschrift des Ergebnisses der Rechenaufgabe eines Milchmädchens zu platzieren ist dann schon wieder etwas kontraproduktiv für die Seriösität des Themas. Übrigens birgt die riesige Infografik eine gewisse Ironie. Zumindest ein Hinweis auf die Größe der Datei (vor dem Anklicken) wäre angebracht.

    Grüße,
    Sunny

  2. Manuel Brückmann Manuel Brückmann

    Hallo Sunny,

    vielen Dank für Dein Feedback!

    Die Überschrift, welche Du trefflich als reißerisch bezeichnest, soll neugierig auf das Thema machen. Da Du die Infografik und den Artikel – zumindest teilweise – gelesen zu haben scheinst, weißt Du warum das Thema wichtig ist. Sich hierbei einer einfachen Rechenaufgabe zu bedienen erschien mir als gutes Mittel zum Zweck. Im Artikel gehe ich aber auch darauf ein, dass es sich hierbei um ein großes Potenzial und Chance handelt. Dass nicht jeder Deutsche E-Commerceler so viel Geld verliert oder durch 1 Sek. weniger Ladezeit 15 Mio € mehr Umsatz macht, sollte (hoffentlich) jedem klar sein.

    Der Punkt mit der Dateigröße der Infografik geht an Dich… 😉 Vielen Dank für den Hinweis, ist tatsächlich untergegangen.

    Viele Grüße,

    Manuel

  3. Mike Förster Mike Förster

    Wir haben schon vor 2 Jahren Geld und Mühe in die Optimierung von Server und Daten gesteckt, sodass wir auch in Stoßzeiten schnellere Ladezeiten haben als die Konkurrenz. Der Umstieg von HDD Platten im Server zu SSD hat ebenfalls deutlich die Servierlast gesenkt.

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