Social Media im E-Commerce: Lass Deine Follower nicht am langen Arm verhungern

Social Media ist etabliert, doch schöpfen wir das Potential aus Conversionsicht auch richtig aus? Kaum Unternehmen kommen heutzutage mehr ohne eine Facebook-Fanpage aus (90% haben eine). Über die Hälfte (56%) möchten den Kunden mit einem Like-Button “gefallen” und diverse Social-Icons pflastern die Footer der Onlineshops zu. (Quelle: Studie von der Voyer AG).

Mit der richtigen Strategie kann eine hohe Awareness (Wahrnehmung) bei der Zielgruppe und Reichweite erreicht werden. Doch alleine die Tatsache, dass Beiträge gesehen werden, garantiert noch nicht, dass die User auch zu Kunden konvertieren. Und hier liegt das Problem.

Mehr Conversions durch Social Media

In der Verknüpfung des eigenen Onlineshops mit Social-Media-Kanälen schlummert ein großes Potential zur Steigerung der Conversion Rates. Leider wird es aktuell nur selten zielgerichtet genutzt.

Keine Sorge: Wir möchten nicht, dass Du Deine Social-Media-Kanäle nur noch als reine Werbeplattformen nutzt. Doch mit hohen Reichweiten und Awareness alleine ist es nicht getan.

Die Nutzung des vorhandenen Contents sowie die zielführende Leitung des Users zum Kauf kann in den meisten Fällen noch deutlich gefördert werden. Zudem wird der teils stimulante Content für die sozialen Kanäle im Onlineshop selbst noch zu stark vernachlässigt.

In diesem Artikel möchten wir Dir neue Impulse zur conversion-orientierten Nutzung von Social Media geben. Erfahre, wie soziale Inhalte genutzt werden können, um den Nutzer zum Kauf zu führen und umgekehrt, wie Du auch soziale Inhalte auf der Webseite nutzen kannst, um den Nutzer vom Kauf eines Produkts oder Dienstleistung zu überzeugen.

Conversions durch Facebook und Twitter

Facebook und Twitter sind die meist verbreiteten Social-Media-Plattformen für den Kundendialog. Unternehmen sind fast schon gezwungen, auf Facebook und Twitter vertreten zu sein und seitens der User besteht eine starke Erwartungshaltung. So erwarten 41% der User eine Reaktion in unter 60 Minuten (Quelle: Allfacebook).

In Bezug auf Aufmerksamkeit und Reichweite träumt natürlich jeder Social Media Manager davon, einmal so einen Tweet wie Oreo während des Stromausfalls beim Super Bowl abzusetzen.

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Hierfür ist ein Realtime-Marketing notwendig, das innerhalb kürzester Zeit auf aktuelle Ereignisse reagiert.

Elemente zur Steigerung der Conversions über Facebook und Twitter sind Texte, Bilder und Verlinkungen.

Einsatz von Bildern und Links bei Twitter von Bershka

Einsatz von Bildern und Links bei Twitter von Bershka

Einsatz von Bildern mit weiterführenden Links bei Edited.

Einsatz von Bildern mit weiterführenden Links bei Edited.

Bei den Posts lautet die Devise “Qualität vor Quantität”. In Zeiten überfüllter Timelines sollte man den User nicht mit einer Masse nebensächlicher Posts bombardieren. Um wahrgenommen zu werden und die gewünschte Interaktion von Nutzerseite zu erzielen, bedarf es relevanter, zielgruppenspezifischer Inhalte.

Nach einer Studie von Quintly im Zusammenhang mit Instagram hängt die steigende Anzahl an Posts mit der sinkenden Interaktion zusammen. Je mehr Posts die Nutzer in ihrer Timeline sehen, desto strikter wählen sie aus, mit welchen Inhalten sie interagieren. (Quelle: Quintly)

Conversions durch Instagram

Ein gutes Beispiel für die Steigerung der Reichweite über Instagram liefert uns der niederländische Fußballer Demy de Zeeuw. Mit seinem Account für seine Fußball-App 433 hat er bereits über 10,7 Millionen Abonnenten gewonnen. Seine Kurzvideos haben jeweils über 1/2 Million Views und über 1.000 Kommentare erzeugt. Über Instagram wird bereits penetrant auf die App hingewiesen. Über die App wiederum wird das eigene Modelabel “BALR.” promotet. Wenn Demy seine Instagram-Benachrichtigungen einschaltet sieht das dann gleich so aus:

Die Nutzer selbst erstellen auf Instagram meist sehr hochwertigen Content. Wenn man es schafft, diesen Nutzercontent über Erwähnungen oder einen Hashtag zu aggregieren, kann man ihn gut für das eigene Profil verwenden.

Urban Outfittery zum Beispiel nutzt auf Instagram nur zu 80% eigenen Content. Für die restlichen 20% greift der Onlineshop auf Content von anderen Nutzern zurück, die eine Erwähnung im Beitrag finden. So ist es möglich, weniger Budget in die eigene Erstellung von Content zu investieren und dennoch hochwertigen und interessanten Content für seine Follower zu erhalten.

Grenzen der conversion-orientierten Nutzung von Instagram

Möchte man Conversions über Instagram erzeugen, so ist dies erst einmal nicht so einfach, denn man kann dem Nutzer keine direkte CTA liefern. Leider ist es nicht möglich, klickbare Links direkt bei den Beiträgen zu platzieren. Durch den Hinweis „Link in Bio“ versuchen viele Unternehmen, die Nutzer zu animieren, einen entsprechenden Link in der Profilbeschreibung anzuklicken.

Typischer Hinweis auf den Link in der Bio bei Instagram.

Typischer Hinweis auf den Link in der Bio bei Instagram.

Diese Methode hat den Nachteil, dass der Link in der Profilbeschreibung bei wechselnden Bildern/Posts/Produkten ständig angepasst werden muss. Dann würde der Link aber für ältere Posts nicht mehr passen. Eine Zwickmühle…

Shopable Instagram

Viele Shops sehen das Potenzial von Instagram, doch sie stehen vor der Herausforderung, die Nutzer nicht nur zu inspirieren, sondern auch zu konvertieren. Zur Unterstützung dieser Zielsetzung haben sich inzwischen einige Tools am Markt etabliert.

About You setzt zum Beispiel auf das Tool “Feedshop” (Link). Feedshop bildet den Instagram-Feed unter einer separaten URL ab. Einzelne Produkte können über Marker verlinkt werden. Das Ergebnis ist ein shopable Instagram-Account. Man muss nur in der Profilbeschreibung einen Link teilen, der alle Inhalte des Accounts beinhaltet. Eine Aktualisierung des Links ist somit nicht mehr nötig.

Shopable Instagram von Asos

Shopable Instagram von Asos

Grenzen:

Der Nachteil von Feedshop ist, dass der Instagram-Inhalt nicht auf dem eigenen Shop verfügbar ist, sondern nur auf einer externen Seite.

Instagram-Verknüpfung mit dem Onlineshop

Wird der auf Instagram produzierte Inhalt mit dem Onlineshop verknüpft, ergeben sich erst richtige Synergie-Effekte.

Eine Verknüpfung ermöglicht die direkte Weiterleitung der Nutzer von Instagram auf die Webseite. Außerdem kann ansprechender Instagram-Content genutzt werden, um ein Produkt im Shop besser in Szene zu setzen.

Umgekehrt werden Besucher durch eine Verknüpfung stärker auf den Instagram-Account aufmerksam gemacht. So sehen sie bereits auf der Webseite die auf Instagram geteilten Inhalte. Sie können so direkt entscheiden, ob der Content interessant ist und ob es sich lohnt, dem Account zu folgen. Ein einfaches Icon im Footer kann das nicht leisten.

Manche Tools wie Taggd oder Pixlee ermöglichen es außerdem, nicht nur die eigenen Inhalte sondern auch Inhalte von anderen Nutzern einzubinden.

Über Taggd können auf Basis eines Hashtags Seiten für den Shop erstellt und passende Produkte verlinkt werden. Mit Pixlee kann der komplette Prozess, vom Sammeln der Bilder über die Freigabe bis zur Veröffentlichung im Shop abgebildet werden.

Teilweise gibt es für Shopsysteme auch Plugins zur Verknüpfung von Instagram mit dem eigenen Onlineshop (z.B. Showcase für Shopify).

KZ Gear macht die richtige Verknüpfung von Instagram mit dem Onlineshop vor. Hier wird der Instagram-Account im Shop abgebildet. Durch einen Klick auf ein Bild wird ein Layer mit dem Instagram-Bild und -Text geöffnet. Passend dazu werden die Produkte angezeigt und verlinkt. Zusätzlich sind die Produkte auch auf dem Bild markiert und verlinkt.

Im Shop lassen sich alle auf Instagram präsentierten Produkte auch direkt kaufen.

Im Shop lassen sich alle auf Instagram präsentierten Produkte auch direkt kaufen.

Tony Bianco aggregiert auf Basis eines Hashtags Instagram-Bilder für seinen Onlineshop. Per Klick auf das Bild wird dieses vergrößert und das Produkt wird mit einem passenden Link angezeigt. Auf der Produktseite werden ebenfalls Bilder passend zum Produkt angezeigt.

Auch im Shop Tony Bianco lassen sich Produkte von Instagram direkt kaufen. Zudem werden die Bilder auch noch auf der Produktdetailseite angezeigt.

Auch im Shop Tony Bianco lassen sich Produkte von Instagram direkt kaufen. Zudem werden die Bilder auch noch auf der Produktdetailseite angezeigt.

Native Shoes wählt einen minimalistischeren Ansatz. Hier dienen aggregierte Bilder von Instagram lediglich dazu, das Produkt weiter für den Verkauf zu unterstützen. Auf Instagram werden hochwertige, aber authentische Fotos produziert. Diese sind also nicht vergleichbar mit Nutzerfotos auf Amazon. Sie bilden einen schönen Kontrast zu den Studio-Fotos und sollten zielführend eingesetzt werden. Für den Nutzer ergibt sich so auch noch der Vorteil, dass er das Modell direkt am Fuß angezogen betrachten kann und den Schuh in einer natürlichen Umgebung sieht. Das macht Lust auf das Produkt.

Native Shoes nutzen die stimulanten Bilder von Instagram direkt beim Produkt.

Native Shoes nutzen die stimulanten Bilder von Instagram direkt beim Produkt.

Auch Bellroy nutzt Instagram-Bilder für einen stärkeren Einblick in das Produkt und zeigt diese am Seitenende.

Instagram-Bilder am Ende der Produktdetailseite für einen besseren Einblick in die Produkte bei Belroy.

Instagram-Bilder am Ende der Produktdetailseite für einen besseren Einblick in die Produkte bei Belroy.

Bugaboo hat für seinen Kinderwagen „Bee“ einen eigenen Bereich eingerichtet, wo Inhalte von Nutzern aus Social-Media-Kanälen gesammelt werden. Dieser Bereich wird auf der Produktseite angeteasert und trifft die urbane Zielgruppe.

Bugaboo hat für seinen Kinderwagen "Bee" gleich ein ganzes Portal mit einem Sammelsurium von sozialen Beiträgen von Kunden.

Bugaboo hat für seinen Kinderwagen „Bee“ gleich ein ganzes Portal mit einem Sammelsurium von sozialen Beiträgen von Kunden.

Made of Sundays zeigt hingegen nur dezent auf der Startseite Bilder zu einem Hashtag. Eine ziemlich einfache Lösung. Auf jeden Fall erweckt dieser Bereich eine stärkere Aufmerksamkeit als ein einfaches Icon im Footer und erzeugt zum Einstieg eine emotionale Stimmung. Leider fehlt hier eine Verlinkung, um das Produkt auch kaufen zu können.

Noch nicht die optimale Lösung… die Produkte lassen sich leider nicht direkt in den Warenkorb legen. Aber eine einfach zu implementierende Lösung, die die investierte Energie in Instagram auf den Shop überträgt und auffälliger ist als ein kleines Icon.

Noch nicht die optimale Lösung… die Produkte lassen sich leider nicht direkt in den Warenkorb legen. Aber eine einfach zu implementierende Lösung, die die investierte Energie in Instagram auf den Shop überträgt und auffälliger ist als ein kleines Icon.

Conversions durch Pinterest

Pinterest liegt mit ca. 100 Millionen Nutzern hinter Plattformen wie Instagram. Beide Kanäle haben Millenials (Personen, die 1980–1999 geboren sind) als große Nutzergruppe. Es ist allerdings schon erkennbar, dass Instagram die jüngere Zielgruppe besser abholt (Quelle).

Dennoch zeigt Pinterest Vorteile für den E-Commerce, für welche die Plattform als Traffic-Lieferant gefeiert wurde. Die Pins sind über einen Button direkt mit der Ursprungsseite des Pins versehen. So finden interessierte Nutzer direkt zum passenden Produkt.

Grenzen der conversion-orientierten Nutzung von Pinterest:

Pinnt man das Ursprungsbild nicht direkt über die Produktdetailseite oder ist es dort nicht mehr verfügbar, so finden die Kunden auch nicht zum Produkt. Ein weiteres Problem von Onlineshops ist, dass hier häufig freigestellte Produktbilder auf weißem Hintergrund genutzt werden. In einem Pinterest-Stream können solche Bilder leider schnell untergehen und nicht so stimulant wirken. Ein etwas unterstützender Hintergrund, der dennoch ruhig genug ist, um nicht vom Produkt abzulenken, kann hier bereits mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Die Produktbilder von unserem Best Practice Bershka machen hier einen guten, abwechslungsreichen Eindruck. Sie inszenieren das Produkt auch mal ungewöhnlicher, wie z.B. an einem Kleiderhaken.

Ein Pin von Bershka hat das Potenzial mehr Aufmerksamkeit auf Pinterest zu erhalten als ein freigestelltes Foto auf weißem Hintergrund.

Ein Pin von Bershka hat das Potenzial, mehr Aufmerksamkeit auf Pinterest zu erhalten, als ein freigestelltes Foto auf weißem Hintergrund.

Conversions durch Snapchat

Snapchat ist vor allem für die jüngere Zielgruppe bekannt und interessant. Aktuell gibt es noch keine Account-Statistiken. Es ist also schwierig zu beurteilen, wie erfolgreich ein „Snap“ am Ende des Tages war.

Zudem ist es hier noch schwieriger als bei Instagram, die Brücke zum Shop zu schlagen. Links existieren gar nicht. Außerdem blättern die einzelnen Inhalte nach nur wenigen Sekunden weiter und sind nur für 24h in Snapchat verfügbar.

Klingt erst mal nicht so optimal für den Einsatz im E-Commerce. Doch das Besondere an Snapchat ist die Ehrlichkeit, Menschlichkeit und Authentizität, mit der das Portal arbeitet. Während es sich auf anderen sozialen Kanälen häufig um das schön inszenierte Bild dreht, steht bei Snapchat die knallharte Realität im Vordergrund. Kein aufwändig bearbeitetes Material kann hochgeladen werden. Die Inhalte müssen live produziert werden. Das heißt natürlich nicht, dass man sich nicht auch hier vorher über ein gutes Storyboard Gedanken machen müsste, aber eine Nachbearbeitung von Inhalten ist nicht möglich.

Genau diese Ehrlichkeit kann bei Snapchat im Vergleich zu anderen Plattformen eine stärkere Emotionalität zur Marke schaffen.

Ein Beispiel für die kommerzielle Nutzung von Snapchat liefert Asos. Der Online-Versandhandel ist hier sehr experimentierfreudig. Er veröffentlicht regelmäßig Content, der tatsächlich auch nur exklusiv auf Snapchat zu sehen ist. Inhaltlich dreht es sich häufig um die neusten Promi-News mit ein bisschen Fashion gespickt. Aber auch Einblicke hinter die Kulissen werden gewährt. Zur Inspiration werden natürlich auch Kleidungsstücke gezeigt, die bei Asos erworben werden können. Um hier den Übergang zur Conversion zu schaffen, arbeitet Asos häufig mit den Artikelnummern, die dann einfach in die Suche von Asos eingegeben werden können. Wer hätte gedacht, dass die Artikelnummer nochmal einen sinnvollen Einsatz im E-Commerce findet? 😉

Bei Produkten zeigt Asos die passende Artikelnummer, damit der Nutzer die Chance hat, die Produkte im Shop wiederzufinden.

Bei Produkten zeigt Asos die passende Artikelnummer, damit der Nutzer die Chance hat, die Produkte im Shop wiederzufinden.

Grenzen der conversion-orientierten Nutzung von Snapchat

Da die einzelnen Inhalte auf Snapchat nur wenige Sekunden lang sind, muss der Nutzer relativ schnell einen Screenshot schießen, um die Nummer dann später abtippen zu können. Ein ziemlich großer Gap also noch zwischen Kanal und dem Onlineshop.

Conversions durch Soundcloud & Spotify

Soundcloud als Social Media Kanal? Na klar: sei da, wo die Zielgruppe ist! Wenn Deine Zielgruppe ihre Zeit bei Soundcloud verbringt, dann lohnt es sich, einen Blick auf die Möglichkeiten dieser Musik-App zu werfen, auch wenn sie noch sehr zaghaft genutzt wird.

About You und Native Shoes machen es vor – wenn auch mit mäßiger Aktivität. Ihre Soundcloud-Accounts Sind jeweils im Footer der Onlineshops verlinkt sowie umgekehrt die Shops in den Soundcloud-Profilen.

About You repostet Tracks von verschiedenen Künstlern und hat über den DJ und Producer JuanMa Salcedo einen eigenen Summer-Mix veröffentlicht

AboutYou auf Soundcloud…

AboutYou auf Soundcloud…

Native Shoes hat zumindest bis vor fünf Monaten noch zusammengestellte Playlisten veröffentlicht. Auf der Startseite des Onlineshops können diese direkt über eine „Soundcloud-Karte“ abgespielt werden.

Integration der Musik von Soundcloud auf der Startseite von native shoes.

Integration der Musik von Soundcloud auf der Startseite von native shoes.

Grenzen der conversion-orientierten Nutzung von Soundcloud

Bei den Beispielen fehlt noch eine klare Zielsetzung, was mit den Inhalten auf Soundcloud erreicht werden soll.

Wie man musikalische Inhalte gut mit anderem Inhalt kombinieren kann, zeigt vielleicht das Beispiel bei Spotify.

Spotify klingt vielleicht genauso abwegig für die Conversionerhöhung wie Soundcloud, doch hier lässt sich bereits ansatzweise eine sinnvolle Verknüpfung finden, die auch mit Soundcloud umsetzbar wäre.

Bershka hat mit den öffentlich angelegten Playlisten immerhin schon über 6.000 Follower. Angefangen hat das Unternehmen mit Top10-Listen. Für die Festivalzeit ist Bershka auf Spotify auf das Festival-Thema aufgesprungen und hat passenden Content dafür erstellt, wie z.B. eine Playlist für das bekannte Coachella-Festival in Kalifornien. In der Listen-Beschreibung ist ein passender Link zum Blog von Bershka, in dem auch passend mit Fotos von Festival-Outfits über das Festival berichtet wird. Passend dazu werden ähnliche Artikel verlinkt, die im Onlineshop zu erwerben sind. So wird die Zielgruppe an der richtigen Stelle abgeholt und über nützlichen Content zum Shop geleitet.

In der Beschreibung im Mix zum Coachella-Festival ist zumindest ein Link zum Blog integriert.

In der Beschreibung im Mix zum Coachella-Festival ist zumindest ein Link zum Blog integriert.

Im Blog findet der Nutzer Berichte über das Festival mit passenden Outfits, die im Shop erworben werden können.

Im Blog findet der Nutzer Berichte über das Festival mit passenden Outfits, die im Shop erworben werden können.

Vor allem bei einer Zielgruppe, für die Musik eine wichtige Rolle spielt, und die abseits des Mainstreams nach Inspiration sucht, kann das Engagement auf einer Musikplattform zu einer stärkeren Kundenbindung führen.

Urban Outfitters ist ein gutes Beispiel dafür. Nicht nur, dass UO auch selbst Musik in ihren Shops vertreiben, spielt Musik wichtige Rolle im Leben der Zielgruppe. Diese sucht abseits der üblichen Musikcharts ihre Inspiration für neue Musikentdeckungen. Für verschiedene Anlässe organisiert UO passende Playlisten. So konnten schon über 20.000 Follower gewonnen werden.

Einige Playlists und über 20.000 Follower konnte Urban Outfitters schon für sich auf Spotify gewinnen.

Einige Playlists und über 20.000 Follower konnte Urban Outfitters schon für sich auf Spotify gewinnen.

Conversions durch Tumblr

Tumblr ist zwar im eigentlichen Sinne eine Blogging-Plattform, hat aber auch eine stark visuelle Ausprägung. Weltweit hat Tumblr mehr aktive Nutzer als Instagram. In Deutschland spielt Tumblr allerdings nicht so eine große Rolle, weshalb Aktivitäten auf der Plattform eher rar sind.

Der Vorteil gegenüber Instagram ist natürlich, dass man ähnlich wie auf Facebook die Möglichkeit hat, ausführliche Texte und Links zu den Bildern zu teilen und den Nutzer so in den Shop zu ziehen. Zudem hat Tumblr etwas freiere Guidelines bezüglich des Contents, der veröffentlicht werden darf. Während Facebook und die Facebook-Tochter Instagram relativ prüde sind, können auf Tumblr auch NSFW-Inhalte (not safe for work) geteilt werden.

Für Anbieter von provokanter Unterwäsche wie La Fille d’O ist Tumblr also eine gute Alternative. Das Unternehmen kuratiert unter Tumblr eigene und Nutzer-Fotos von ihrer Unterwäsche. Die Verlinkung von tumblr in den Shop ist dabei leider nicht optimal umgesetzt. Umgekehrt nutzt der Shop die Inhalte von tumblr auf der Produktdetailseite, um das Produkt visuell stärker zu unterstützen.

Auf Tumblr hat La fille d'O die Möglichkeit auch mit freizügigeren Fotos zu arbeiten. Diese werden zur Unterstützung auf der Produktdetailseite angezeigt.

Auf Tumblr hat La Fille d’O die Möglichkeit auch mit freizügigeren Fotos zu arbeiten. Diese werden zur Unterstützung auf der Produktdetailseite angezeigt.

Conversions durch YouTube

Content für YouTube kann sich dazu eignen, Traffic auf den Shop zu ziehen. Er kann aber auch sehr gut auf dem Shop selbst eingesetzt werden, um Produkte durch Bewegtbild besser zu erläutern und für den Kauf in Szene zu setzen. Im Idealfall kann ein Video natürlich sogar beides leisten.

Reichweite und Traffic

Möchte man Traffic über YouTube auf die Webseite holen, ist natürlich die Frage, welcher Content sich dafür eignet und wie groß die eigene Reichweite (feste Abonnenten) schon ist.

Bei einer kleinen Reichweite sollten Themen recherchiert werden, die häufig auf YouTube gesucht werden. Dabei sollte man überlegen, inwieweit man einen Inhalt zu den Themen beisteuern kann.

Ist die Reichweite entsprechend groß, so kann man auch selbst Themen setzen. Als fließende Daumenregel nennt Christoph Burseg (VeeScore – YouTube Analytics) in seinem Vortrag auf der New Platform Advertising der Online Marketing Rockstars ca. 100.000 Abonnenten als Reichweite, ab der man im Stande ist, eigene Themen zu setzen (seinen Screencast zu dem Vortrag findet ihr natürlich auf YouTube.

Als Beispiel für auf die Suche ausgerichteten Inhalt zeigt Christoph Burseg in seinem Vortrag Content für Kinder auf. Hier steigt zur Zeit die Nachfrage sehr stark auf YouTube. Dazu passt ein Werbespot von Mercedes sehr gut, der Kinder beim Spielen mit Spielzeugautos zeigt und ihnen dabei ganz spezielle Spielzeugautos von Mercedes gibt, um den Bremsassistenten zu bewerben.

Mit dem Spot erzielt Mercedes immerhin schon eine Reichweite von über 4 Millionen Views.

Hornbach kann zwar nicht mit so einer großen Reichweite auftrumpfen, zeigt aber mit eigenen Ratgebern auf YouTube sehr schön, wie zu verschiedenen Themen entsprechender Content mit Mehrwert für den Nutzer erstellt werden kann.

Zum Ratgeber-Video wird eine Material- und Werkzeugliste beigefügt, die natürlich mit den dazugehörigen Kategorieseiten auf hornbach.de verlinkt sind. Zudem wird eine Entscheidungshilfe verlinkt, über die man wiederum in der passenden Kategorie landet.

Das Ratgeber-Video von Hornbach hält weiterführende Links für den Nutzer bereit.

Das Ratgeber-Video von Hornbach hält weiterführende Links für den Nutzer bereit.

Auch im Shop werden die Inhalte auf Youtube verlinkt. So kann sich Hornbach als kompetenter Partner positionieren.

Auch im Shop werden die Inhalte auf Youtube verlinkt. So kann sich Hornbach als kompetenter Partner positionieren.

Natürlich steht nicht jedem Unternehmen ein Budget wie Hornbach oder Mercedes zur Verfügung. Dass ein großes Budget nicht unbedingt notwendig ist, zeigt der Onlineshop und Hersteller für Clip-in Hair Extensions Luxhair: In einem einfach produziertem Hair Tutorial zeigt Luxhair, wie man den Style der Stilikone Brigitte Bardot nachmachen kann. Das Ergebnis: über 1 Millionen Views. Passend dazu sind die verwendeten Hair Extensions im Shop verlinkt.

Produktvorteile kommunizieren

Die Produktvorteile deutlich zu kommunizieren hat einen deutlichen Einfluss auf die Konversionsrate. Manchmal ist es nur schwierig, den vollen Vorteilsumfang gut mit Text, Icons oder Bildern zu beschreiben. Hier kann ein kurzes Video einen Vorteil bringen.

The Frenchie Wallet ist ein Anbieter für intelligente Schlüsselanhänger und Portemonnaies. Die Vorteile könnte man mit Bildern zwar kommunizieren, aber einfacher und besser auf den Punkt funktioniert das tatsächlich mit einem kurzen Video. In nur 25 Sekunden wird gezeigt, wie klein das Portemonnaie ist und wie einfach man auf seine Karten und Geldscheine zugreifen kann. Wer hat danach nicht das Bedürfnis diesen Geldbeutel unbedingt kaufen zu müssen?

The Frenchie nutzen Youtube-Videos, um ihr Produkt besser zu erklären.

The Frenchie nutzen Youtube-Videos, um ihr Produkt besser zu erklären.

Auch die Männerpflegeserie V76 nutzt Videos auf der Produktdetailseite, um eine kurze Einführung zu geben und die Anwendung des Produkts zu zeigen. Das interessante dabei ist, dass V76 mit der Gestaltung und dem Aufbau des Videos die Emotionalität des Onlineshops widerspiegelt. Das Auftreten des Gründers Vaughn unterstreicht seine Autorität im Bereich Männerpflege. Die Aufmachung in schwarz-weiß unterstützt die dominante Ausrichtung der Produkte.

V76 nutzen Youtube-Videos, um die Anwendung zu erläutern und unterstützen mit der Videogestaltung das Branding.

V76 nutzen Youtube-Videos, um die Anwendung zu erläutern und unterstützen mit der Videogestaltung das Branding.

Ein Klassiker im deutschsprachigen Raum ist Horst Lüning vom Whisky Store. Mit seinen authentischen und sehr informativen Whisky-Verkostungen zeigt er, dass Verkauf und ehrliche Beratung sich nicht widersprechen müssen. Im Shop werden die Videos auf der Produktdetailseite gespielt, um dem Nutzer einen guten Einblick in den Whisky zu geben. (>> Einblick in den Whisky?? ;)<<) Eine Verkostung ist ja online nicht so einfach möglich und die Investition in einen guten Whisky schon etwas höher. Von daher ist es wichtig, dem Nutzer hier einen guten Einblick zu geben, ob der Whisky seinen Geschmack trifft.

Bei whisky.de werden alle Flaschen genau unter die Lupe genommen und auf Youtube ausführlich bewertet.

Bei whisky.de werden alle Flaschen genau unter die Lupe genommen und auf Youtube ausführlich bewertet.

Fazit

Nahezu jedes Unternehmen investiert Geld in Social Media Kanäle. Natürlich kann es sich in den Netzwerken nicht nur darum drehen, dem Nutzer ein Produkt ans Bein zu binden. Der Inhalt muss in Zeiten von überfüllten Timelines relevant für den Nutzer sein, damit er ihn wahrnimmt und damit interagiert.

Eine gute Mischung aus Aufmerksamkeit, Reichweite und Verkauf bildet eine solide Basis, um das wirtschaftliche Potenzial von Social Media zu heben. Wenn Du dem Nutzer inspirativen Content bietest, der ihn vom Kauf überzeugt, heißt es, den Nutzer auch zu seinem Ziel zu führen.

Learnings für die effektive Nutzung von Social Media:

#1 Biete relevanten Content, damit der Nutzer Deine Inhalte wahrnimmt und mit ihnen interagiert.

#2 Nutze eine klare Call to Action, um den Nutzer weiterzuführen.

#3 Beziehe deine Zielgruppe mit ein. So gewinnst Du authentischen Content und die Aufmerksamkeit bindet Deine Nutzer.

#4 Mache es dem Nutzer so leicht wie möglich, die gesehenen Artikel zu kaufen.

#5 Nutze Deinen Social-Content auch im Shop, um bessere Einblicke in das Produkt zu geben.

#6 Es geht nicht darum auf jeder Plattform vertreten zu sein. Konzentriere dich auf für deine Zielgruppe relevante Portale.

#7 Inszeniere Bilder für deine Produkte so, dass sie auch auf sozialen Netzwerken Interesse wecken.

#8 Eine authentische Kommunikation und Einblicke hinter die Kulissen (Realness, um es mal im Jugendsprech auszudrücken) deckt die Bedürfnisse der Nutzer. Stimmt die Kommunikation, so stärkt sie die Marke.

#9 Schaue über den Tellerrand

  • Ermittle und nutze verstärkt Portale, auf denen Du Deine Zielgruppe punktgenau erreichen kannst. Bei mangelnder Konkurrenz hast Du hier das Potenzial hervorzustechen.
  • Überlege, für welche Plattformen Du sinnvollen Content liefern kannst bzw. welche Portale Deinen Content am besten unterstützen. Nutze diese Portale, um Dein volles Marketing-Potenzial auszuschöpfen.

#10 Bewegtbild wird immer wichtiger für ein emotionaleres Auftreten und bessere Kommunikation der Produktvorteile. Dabei spielt nicht nur YouTube eine Rolle – auch Snapchat und Instagram setzen verstärkt auf bewegte Bilder.

Wie sind Eure Erfahrungen mit Social Media im E-Commerce? Kennt ihr weitere tolle Einsatzmöglichkeiten? Wie steht es um Social Commerce, also dem direkten Kauf auf sozialen Plattformen? Schreibt es uns als Kommentar! 😉

Weiterführende Quellen:

  • Send to Kindle
  • http://kKrft.ly/8yd
Manuel Ressel

Manuel Ressel ist Head of UX Design bei der Web Arts AG. Seine Leidenschaft gilt dem Thema der Emotionalisierung von Kauf-Prozessen in E-Commerce-Portalen. Manuel Ressel ist unentwegt auf der Suche nach einzigartigen Shop-Perlen und neuen Design Trends im E-Commerce und sammelt diese in dem E-Commerce Showcase conversiondesign.de.
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