Diese Checkliste macht Deine Adwords Landing Page zum Treffer [Download]

Damit Du Kunden über SEA gewinnst, muss das geweckte Interesse auf der Adwords Landing Page vollständig bedient werden. Nimmst Du die inneren Dialoge Deiner Nutzer vorweg, ebnest Du ihnen den Weg zum Checkout. Mit Best Practices, Nicht-so-gut-Beispielen und einer Checkliste voller Optimierungstipps (zum Download) wird Deine Landing Page zum Treffer!

Wir wünschen uns Licht im Tal der Verwirrung

Jeder von uns kennt die Situation: Du suchst im Netz nach einem bestimmten Produkt, doch Du klickst schon die zehnte Seite weg, denn Du findest einfach nicht, wonach Du gesucht hast. Du beginnst, innerlich zu toben: „Was soll das? Das habe ich nicht gesucht!“, „Wo ist denn jetzt die Reise nach Malle für 499€?“, „Das war ja klar, dass das super Angebot jetzt schon weg ist, die wollten mich doch nur anlocken“.

Um zu vermeiden, dass die Reaktionen Deiner Nutzer beim Besuch Deiner Landing Page genauso ernüchternd ausfallen, ist es an der Zeit, Dich mit ihren inneren Dialogen auseinanderzusetzen.

Was fesselnde Adwords Landing Pages auszeichnet

Fesselnde Adwords Landing Pages nehmen die inneren Dialoge der Nutzer vorweg. So ebnest Du ihnen den Weg zum Checkout und stellst sie auch darüberhinaus zufrieden. Um sich ein klareres Bild über die Dialoge machen zu können, bietet es sich an, die Nutzerfragen auf Basis des 7-Ebenen-Frameworks zu betrachten.


Das 7-Ebenen-Framework ist ein erprobtes Modell, um Schwachstellen einer Webseite aus Sicht der Nutzer zu identifizieren. Mehr dazu findest Du im Artikel >> Die 7 Ebenen der Konversion.

7-Ebenen Modell konversionsKRAFT


 

Best Practices, Optimierungstipps und eine Checkliste

In diesem Artikel gehen wir die inneren Dialoge der Nutzer Ebene für Ebene durch. Dabei müssen die Ebenen auf dem Weg zur perfekten Adwords Landing Page nicht zwangsläufig hintereinander erklommen werden. Die Prozesse können auch parallel ablaufen.

Wir veranschaulichen unsere Optimierungstipps durch Best Practices und zeigen Dir auch ein paar Nicht-so-gut-Beispiele. Alle Tipps gibt es am Ende des Artikels als praktische Checkliste zum Herunterladen und Ausdrucken.

Wähle eine Ebene mit der Schnellnavigation
>> Ebene 1: Relevanz
>> Ebene 2: Vertrauen
>> Ebene 3: Orientierung
>> Ebene 4: Stimulanz
>> Ebene 5: Sicherheit
>> Ebene 6: Komfort
>> Ebene 7: Bewertung
>> Download Checkliste

Ebene 1: Relevanz

„Finde ich hier, was ich gesucht habe?“

Das wichtigste überhaupt zuerst: Bietet die Landing Page das, was ich suche, bzw. kann ich vermuten, dass ich das finde, was ich suche? Die Frage scheint trivial. Sie ist aber nicht immer so einfach zu beantworten, wenn man ein Set von 3.000 bis 4.000 Keywords optimieren muss. (Automatisierung vs. Individualisierung)

Je genauer eine Eingabe des Suchbegriffs in der Suchmaschine erfolgt, um so enttäuschender ist es, wenn man die Suche auf der Adwords Landing Page nochmal starten muss, da man einfach nicht richtig verlinkt wurde. Wichtig hierbei ist auch, den richtigen Match Type bei den Adwords-Anzeigen für die Suchbegriffe einzustellen, damit man mit der eigenen Werbeanzeige nicht zu Kombinationen oder ganz generischen Begriffen erscheint. Wie sich die Optimierung der Zielseite auf die SEA-Kampagnen Daten (CTR, Conversions, etc.) auswirkt, kannst Du in dem Artikel >> 92:1 Dilemma im Online Marketing nachlesen.

Relevanz am Beispiel der Google-Suche „herrenschuhe braun leder“

Wir haben einmal die Adwords-Treffer untersucht, die bei der Suchanfrage „herrenschuhe braun leder“ erscheinen. Die Anzeigen klingen vielversprechend. Sie locken mit Rabatten, Rückgaberecht und bestimmten Marken.

Google Treffer "herrenschuhe braun leder"

Google Treffer „herrenschuhe braun leder“

Der eingegebene Suchbegriff taucht bei Floris van Bommel auf – einer Seite, die vielleicht nicht jedem direkt ein Begriff ist. Die meisten würden wohl aus Gewohnheit doch eher Zalando wählen. Doch schauen wir mal, was sich auf den Landing Pages hinter den Ergebnissen verbirgt.

Nicht-so-gut-Beispiele:

 

Zalando

Die Landing Page von Zalando lässt mich als Mann direkt wieder abspringen. Zwar erkenne ich bei genauerem Hinsehen, dass ich richtigerweise in der Rubrik „Schuhe“ gelandet bin und auch die Farbe Braun ist per Filter selektiert. Doch schrecken die 4 Paar Damenschuhe und das Paar „Lauflernschuhe“ schon direkt auf den ersten Blick so sehr ab, dass MANN die Seite verlassen hat, bevor er die Kategorien überhaupt erst erblickt hat.

Clarks und Schuhcenter

Bei den Landing Pages von Clarks und Schuhcenter freue ich mich direkt, dass ich der Kategorie „Herrenschuhe“ gelandet bin. Doch möchten sie mich hier scheinbar von einer anderen Farbe überzeugen, denn „braune Herrenschuhe“ suche ich hier vergebens. Vielleicht bin ich mit meiner Anfrage nicht mehr im Trend? Hmm…

 

Positiv Beispiel:

Ist Dir aufgefallen, dass Schuhcenter die Marke Floris van Bommel bewirbt? Wie aus Zufall wollten wir gerade nachsehen, welche Landing Page sich hinter der Anzeige dieses Shops verbirgt.

Floris van Bommel

Auch wenn das Dschungel-Bild Geschmacksache sein mag, so fühle ich mich schon auf den ersten Blick auf dieser Landing Page richtig, denn ich sehe: „herrenschuhe braun leder“ . Beim Blick auf den Filter sehe ich sogar spezielle Ledersorten, nach denen gefiltert wurde. Diese kann ich hier anpassen – toll!

Doch… die Seite sieht ziemlich teuer aus. Kann ich mir die Schuhe hier überhaupt leisten? Da fallen mir die beiden Labels „New“ und „Sale“ ins Auge. Obwohl in der Anzeige nichts von Rabatten stand, gibt es hier tolle Angebote. Doch wo steht der genaue Preis? Ich bewege die Mouse und beim Hovern bekomme ich im „Quick view“ direkt mehr Details zum Preis und Rabatt. Coole Sache.

Relevanz kann auch erzeugt werden, in dem Du dem Nutzer das Gefühl gibst, dass Du das richtige Sortiment anbietest. Für manche Zielgruppen ist die Auswahl wichtig („Wie groß ist das Sortiment?), für manche ist die Qualität wichtig („Sind die Schuhe hochwertig?“) und für wiederum anderen kann es Ziel sein, ausgefallene Ware zu finden. Relevanz bedeutet also auch: „Ist das für Leute wie mich gemacht?“. Diese Frage geht noch viel tiefer als das reine Abbilden eines Keywords, denn es zielt auf das Gesamte Look-and-Feel der Seite ab.

>> Optimierungstipps für mehr Relevanz

  1. Gehe auf Ängste und Bedürfnisse der Zielgruppe ein (z.B. Abofallen) und gebe ihnen Lösungen für ihre Probleme (z.B. „Daten Weg? Festplatte abgeraucht? Keine Sorge, wir retten Ihre Daten schnell und zuverlässig“).
  2. Kommt es auf Aktualität an, hebe diese hervor.
  3. Nehme den inneren Dialog durch direkte Zielgruppenansprache vorweg. (z.B. „Sie sind auf der Suche nach einer günstigen Auslandskrankenversicherung?“)
  4. Zeige, wie viele Treffer es zu dem gesuchten Begriff bei Dir gibt.
  5. Sage klar, worum es auf der Seite geht, nimm das Wording der Anzeige auf (matching) und stimme Headline, Bilder und Inhalte auf den Suchbegriff ab.

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Ebene 2: Vertrauen

„Kann ich Dir vertrauen?“

Wen oder was man nicht kennt, dem vertraut man erstmal nicht. Hat man positive Erfahrungen mit einer Webseite gemacht, vertraut man ihr auch beim nächsten Besuch eher, als einer unbekannten Seite. Gerade bei Shops, die eine geringe Markenbekanntheit haben, ist das Vertrauen ein wichtiger Faktor innerhalb des Kaufentscheidungsprozesses.

Externe Reize können das Vertrauen in eine Seite stärken. Sehr effektiv sind objektive Gütesiegel von einer unabhängigen Prüfstelle (z.B. Trusted Shops).

Auch die Bewertungen anderer Nutzer können das Vertrauen in eine Webseite stärken (s. Behavior Pattern social proof). Die Bewertungen in den Google Adwords sind daher schon vor dem Klick vertrauensbildend.

Auch das Design kann entscheiden, ob ein Nutzer einer Seite vertraut oder nicht. Ein professionelles Design, vertrauensbildende Maßnahmen, wie auch rechtschreibfehlerfreie und professionelle Inhalte prägen den Ersteindruck in Bruchteilen einer Sekunde.

Vertrauen am Beispiel der Google-Suche „goldankauf“

Beim Kauf oder Verkauf wertvoller Dinge ist Vertrauen das A und O für den Kunden. Als Beispiel für unsere Untersuchung geben wir „goldankauf“ in die Google Suche ein. Zwei Anzeigen heben sich direkt von den anderen ab.

Google Treffer Goldankauf

Moneygold sticht optisch mit 5 orangenen Sternen heraus. Daneben erscheint die Bewertung: 4,8 von 5 zeigt mir, dass andere Kunden bei diesem Anbieter sehr zufrieden waren. Und dann soll es sogar schon „mehr als 50.000 zufriedene Kunden“ geben. Außerdem ist es „sicher und unverbindlich„. Ziemlich überzeugend, wie wir finden.

Goldankauf Haeger schafft durch die genaue Adressangabe bereits in der Anzeige Vertrauen. Ein Händler vor Ort – Da kann ich mich bestimmt persönlich beraten lassen. Außerdem „seriös und diskret“ – das klingt erstmal nach Vertrauen.

 

Nicht-so-gut-Beispiele:

Edelmetallhandel Grünwald

Bei der Adwords Landing Page von Edelmetallhandel Grünwald habe ich ein ungutes Gefühl. Es gibt zwar eine Kontaktnummer, doch sagt mir niemand, dass ich der Seite vertrauen kann.

Scheideanstalt

Die Scheideanstalt lässt einen ähnlichen Eindruck entstehen. Neben der Telefonnummer gibt es hier aber ein Siegel, das Vertrauen schafft. Der fehlende Content unter der Überschrift „Unsere Goldpreise…“ wirft dann erneut Zweifel auf. Wer auf seiner Webseite so schludert, kann doch nicht seriös mit meinem Gold umgehen, oder?

 

Positiv Beispiele:

Moneygold

Auf der Landingpage von Moneygold begegnen mir direkt zahlreiche Vertrauenssignale. Direkt im Header wird mir „100% Sicherheit“ versprochen. Die 50.000 zufriedenen Kunden und auch die 4,8-Bewertung mit den 5 Sternen tauchen wieder auf. Außerdem gibt es eine „100% Gold-zurück-Garantie„, einen Videobericht einer Kundin, das eKomi-Siegel in Gold und sogar einen eigenen Sicherheits-Reiter im Menü. Die vorhandene Kontaktnummer wird zusätzlich durch einen Live-Chat ergänzt. Erste Fragen kann ich so direkt hier loswerden. Dieser Seite kann ich vertrauen!

Goldankauf Häger

Goldankauf Häger setzt auf die persönliche Note. Im Fokus stehen hier der geografische Bezug mit Google Maps Karte und die persönliche Beratung von Frau Ullrich (kein Stockfoto). Oben rechts ist das Feld leider hinter „Bewertungen“ – Punktabzug. Bewertungen gibt es trotzdem, und zwar einmal 27 Berichte, dann 146 Bewertungen“von mehreren Portalen“ – wobei eine Kundenstimme zitiert wird – und dann finde ich noch 393 Bewertungen neben dem eKomi-Siegel. Leider sehe ich erst nach langem Srollen bis zum Footer Datenschutzhinweise sowie Medien, die bereits über den Anbieter berichtet haben. Für den ersten Eindruck sollten solche Vertrauenssignale unbedingt above the fold angezeigt werden.

 

>> Optimierungstipps für mehr Vertrauen

  1. Hebe Bewertungen, Gütesiegel und Medienberichte hervor.
  2. Ermögliche und kommuniziere eine kostenlose und ggf. regionale Kontaktaufnahme.
  3. Fördere den authentischen Auftritt durch echte Gesichter (Kunden, Experten etc.); vermeide Stockphotos.
  4. Frage Personen, die Deine Seite nicht kennen, ob sie der Seite vertrauen.
  5. Achte auf ein zu Deiner Zielgruppe passendes Design und fehlerfreie Inhalte.

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Ebene 3: Orientierung

„Wo finde ich relevante Informationen? Wo geht’s weiter?“

Ordnung ist das halbe Leben sagt man. Das sollte man sich auch bei der Orientierung auf einer Adwords Landing Page vor Augen halten. Die Leute haben keine Zeit und wollen sich erst recht nicht auf unüberschaubaren Seiten verirren.

Der innere Dialog lautet: Wo bin ich? Wo geht es weiter?

Gerade bei generischen Keywords ist es schwierig, zu erahnen, was die Besucher eigentlich suchen. Eine gezielte Adwords Landing Page anzubieten, ist daher nicht so einfach. Allerdings bieten gerade generische Keywords einen hohen Anteil von Neu-Besuchern (Neukunden).

Google Anzeige – Suchbegriff: „t-shirt“

Neben den Anzeigen von AboutYou, Otto und Grundstoff habe ich auch die Anzeige von My Theresa bei den Shopping-Ergebnisse untersucht.  Die Ergebnisse sehen so aus:

Nicht-so-gut-Beispiele:

Grundstoff

Die Anzeige von Grundstoff führt mich geradewegs auf die Startseite (1). Auf den ersten Blick bin ich nicht sicher, ob ich hier richtig bin (s. Ebene 1: Orientierung). Doch da ich bei meiner Suche nicht „Herren“ / „Damen“ eingegeben habe, ist das Ergebnis ein Stück weit verständlich. Zum Glück wird mir direkt im Header angezeigt, dass ich mich für „Männer“ oder „Frauen“ entscheiden kann. Die visuelle Untermalung durch die beiden abgebildeten Personen schafft hier zusätzliche Orientierung. Super ist auch das Flyout-Menü (2), das mir beim Hovern direkt zeigt, wo ich nun die begehrten T-Shirts finde.

Auf der Zielseite (3) angekommen frage ich mich, weshalb diese Seite nicht gleich als Landing Page erschienen ist… Diese Seite gefällt mir also schonmal gut! Doch wer erkennt die Filterfunktion in Bild (3)? Diese ist leider zu gut getarnt. Er aufgeklappt (4) fällt sie ins Auge und sorgt für zusätzliche Orientierung durch Eingrenzung der Produkte.

My Theresa

Wo die Landing Page von Grundstoff zu allgemein ausfällt, ist die von My Theresa (5) zu eng gefasst. Ich lande auf der Produktdetailseite eines T-Shirts. Dass der Shop mehr als dieses Shirt zu bieten hat, sehe ich erst auf den zweiten Blick. Die winzig kleine Breadcrumb-Navi führt mich dann zurück zu den T-Shirts (6). Auch hier frage ich mich: Wieso war das nicht die Landing Page und kann mir ein Augenrollen nicht verkneifen.

 

Positiv Beispiele:

 

Otto

Die Landing Page von Otto (1) zeigt mir direkt durch rote Hervorhebungen („Damen“ / „Shirts“), wo ich mich befinde. Nehmen wir mal an, ich suche nach einem Damen-Shirt 😉 , so habe ich links zahlreiche weitere Filtermöglichkeiten (Shirt-Typ, Farbe, Marke, Preis, Bewertung, Verkäufer und Aktionen). Zudem sehe ich direkt, wie viele Produkte des jeweiligen Shirt-Typs mich erwarten.

AboutYou

Auch AboutYou zeigt uns ein Beispiel für eine gelungene Landing Page. Man landet direkt in der Kategorie des eigegebenen Suchbegriffs. Durch Einrückungen im linken Menü erkenne ich direkt, dass es sich um eine Unterkategorie handelt und welche Kategorien es  och so gibt. Oben bekomme ich dann noch den Tipp „Nur noch sehen, was passt„. Hier können die angezeigten Produkte durch Wahl von Größe, Farbe, Marke und Preis weiter eingegrenzt werden. Außerdem kann ich die Reihenfolge nach Style, Preis, Rabatt und Neuheit anpassen. Was mich besonders beeindruckt hat: AboutYou umgeht das Problem der fehlenden Eingabe des Geschlechts durch einen zusätzlichen Reiter direkt über den angezeigten Produkten:

Der Reiter wird, wenn man nicht über die Anzeige auf die Seite geht nicht angezeigt. Sehr cool und übersichtlich gelöst!

>> Optimierungstipps für mehr Orientierung

  1. Zeige dem Nutzer, wo er sich in der Hierarchie/Navigation befindet.
  2. Strukturiere den Content durch Aufzählungen, Listen, Überschriften, Zeilen und Spalten; sortiere Inhalte nach dem Gesetz der Nähe.
  3. 5-Sekunden Test: Zeige Personen, die die Seite noch nicht kennen Deine Seite 5 Sekunden und frage sie dann, woran sie sich erinnern. Wurde das Wesentliche erfasst?
  4. Teile große Themen, in Unterthemen und nutze Landing Pages als Verteiler für generische Keywords (Hub-Landing Pages).
  5. Sitelinks in Adwords Anzeigen schaffen schon vor dem Klick Orientierung (Was erwartet mich da?); nutze Unterthemen oder Aktionen gezielt.

Psycho-Tipp: Paradox of choice vermeiden
Warum wir uns bei vielen Auswahlmöglichkeiten überfordert fühlen, zeigt unser überzeugungsKRAFT Video zum Paradox-of-Choice-Effect

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Ebene 4: Stimulanz

„Will ich kaufen / klicken?“

Schafft es die Landing Page, einen Sog zu erzeugen, der mich unweigerlich in die Tiefen der Seite hineinzieht, oder macht mich die Seite nicht so richtig an? Wie sehr werden unterbewusst meine Emotionen angesprochen? Das ist eine Ebene, die gar nicht so einfach zu erklimmen ist.

Ein emotionales Produkt ist der Urlaub. Urlaubstage sind limitiert, deshalb soll der Urlaub richtig schön werden. Im Netz überschlagen sich die Angebote. Da fällt es schwer sich zu entscheiden. Ich habe mich entschieden, nach einer Wanderreise zu suchen. Mir erscheinen diese Anzeigen:

Google Anzeigen – Suchbegriff: „wanderreisen“

Geworben wird hier mit einem Rundum-Sorglos-Paket, Land & Leute kennenlernen, authentischen Erlebnissen, Wandern in herrlicher Natur. Die Anzeigen wirken bereits vielversprechend und stimulant. In meinem Kopf entstehen Bilder. Mal sehen, ob die Landing Pages diese widerspiegeln.

 

Nicht-so-gut-Beispiele:

ASI Reisen

Die Landing Page wirkt für mich alles andere als stimulant. Die triste, graue Farbgebung lässt den Eindruck entstehen, ich sei auf der Seite eines Bestattungsunternehmens gelandet. Mit Urlaub hat das für mich nichts zu tun. Der Nebel ist vielleicht authentisch, doch träumen wir nicht alle von Sonnenschein im Urlaub? Die kleineren Bilder darunter sind schon freundlicher.

Studiosus Reisen

Bei Studiosus scheint die Sonne. Das Bild vereint Natur- mit kulturellen Erlebnissen. Mein Wandererherz schlägt höher! Doch der Rest der Seite bringt die Ernüchterung. Die eingerahmten Textblöcke kommen wenig stimulant daher. Was, wenn die Reise genauso öde ist? Möchte ich wirklich hier buchen oder gibt es noch etwas Besseres?

 

Positiv Beispiel:

Abenteuerwege

Dieser Anbieter hat die Macht ansprechender Bilder erkannt und setzt sie auch ein. Ich sehe mich schon selbst bei strahlendem Sonnenschein an der Küste entlang wandern und diesen tollen Ausblick aufs Meer genießen. Darunter finde ich einen kurzen Einleitungstext, der die Versprechen der Anzeige („Individuelle Wanderreisen mit Gepäcktransport und ausgewählten Unterkünften“) direkt wiedergibt. Gleich danach geht es weiter mit atemberaubenden Aufnahmen der verschiedenen Destinationen. Meine Reiselust ist geweckt und das Stöbern kann beginnen!

Landal

Landal weiß, dass Wanderer gesellig sind und ihre Erlebnisse gerne mit Freunden und Familie teilen. Die ansprechenden Bilder zeigen begeisterte Paare und Familie. Die Begeisterung schwappt direkt über und ich sehe mich schon, wie ich die Natur gemeinsam mit meiner Familie aktiv erlebe. Ich lese weiter und eine emotionale und bildhafte Sprache begegnet mir: Mir wird erzählt von „Wanderspaß“, „Erlebnissen“, „duftenden Wäldern und malerischen Flusslandschaften“. Meine Phantasie ist geweckt, in meinem Kopf verfeinern sich die Bilder und ich kann es kaum erwarten, diese Dinge selbst zu erleben! Jetzt muss ich mich nur noch für eine Destination entscheiden. Nicht einfach, denn hier werden sie alle gleichermaßen stimulant angepriesen.

 

>> Optimierungstipps für mehr Stimulanz

  1. Wenn Du Besucher in Deiner Google Ad mit einem Versprechen gelockt hast, wiederhole es auf der Landing Page. Wer mit „Testsieger“ wirbt, muss auch auf der Landing Page zeigen, was das bedeutet.
  2. Hebe wichtige Dinge (Sonderangebote etc.) hervor und arbeite mit aktivierenden Farben.
  3. Erhöhe den Druck (sanft), wenn es limitierte Angebote oder Aktionen gibt (Verknappung: „Nur noch 3 auf Lager. Nur noch 4 Tage buchbar. 5/19 Plätzen belegt. etc.).
  4. Wecke Emotionen mit Bildern und Texten, um die Entscheidung zu unterstützen (Freude, Genuss,  Sicherheit etc.)
  5. Nutze den Off-Canvas Bereich, um Besucher in andere Welten/Stimmungen zu entführen.

Psycho-Tipp: Druck aufbauen mit Scarcity
Im überzeugungsKRAFT Video erfährst Du, wie Du Verknappung auf Deiner Adwords Landing Page einsetzen kannst:

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Ebene 5: Sicherheit

„Gehe ich ein Risiko ein?“

Nachdem sich die Besucher unterbewusst die wichtigsten Fragen zu Deiner Landing Page beantwortet haben, wollen sie vor einer Entscheidung nochmal alle Risikofaktoren bewerten, die sich auftun könnten, wenn die Entscheidung getroffen ist.

„Wie lange habe ich Garantie? Wie ist es mit der Rückgabe, falls der Artikel doch nicht gefällt / oder passt?  Wo kann ich Rückfragen stellen? Wie wird mit meinen Daten bei der Buchung umgegangen? Welche Versandkosten kommen auf mich zu, wenn ich an die Packstation liefern lasse, etc.? Binde ich mir gleich einen Vertrag ans Bein?“

Werfen wir mal einen Blick in die Versicherunngsbranche.

Google Anzeige – Suchbegriff: „altersvorsorge versicherung“

 

Die Bewertungen von ErgoDirekt und der Hannoverschen geben schon in der Anzeige Sicherheit. Der Fokus liegt hier auf Beratung und Service. Die Hannoversche verspricht außerdem eine „garantierte Rente“.

 

Nicht-so-gut-Beispiel:

ErgoDirekt

Die Landing Page von ErgoDirekt viel „Kleingedrucktes“, was auf den ersten Blick nicht unbedingt ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. In den UVPs wird jedoch auf den „vollen Schutz“ eingegangen.

 

Positiv Beispiele:

 

Hannoversche

Die Landing Page der Hannoverschen im Jahr 2015 (1): Hier wird mit einer aktuellen Auszeichnung geworben. Ich kann direkt einen Fachberater anrufen und eine Email schicken. Ich kann mich informieren, oder direkt ein Angebot anfordern – hier habe ich das Gefühl, ich hätte die Wahl und kann nichts falsch machen.

Die aktuelle Landing Page (2) sieht noch ähnlich aus, doch die Kundenbewertung und der Kontakt zum Fachberater sind inzwischen ans Ende der Seite gerutscht. Ein stärkeres Sicherheitsgefühl wäre vermittelt worden, hätte man diese Änderung nicht vorgenommen.

Allianz

Auch die Allianz (3) wirbt mit einer Auszeichnung. Der Faktor „Sicherheit“ erscheint in den UVPs und ich erkenne direkt alle „wichtigen Leistungsmerkmale„. Scrolle ich weiter nach unten (4), so erscheinen „Häufig gestellte Fragen“ (FAQ) zum Thema. Einige davon hatte ich auf der Zunge. Super, dass sie hier beantwortet werden!

 

>> Optimierungstipps für mehr Sicherheit

  1. Gib Nutzern das Gefühl von Kontrolle – welche Fragen könnten aufkommen?
  2. Antworten geben Sicherheit; nutze FAQs und Service-Rufnummern.
  3. Stelle Kosten und Bedingungen transparent dar; verstecke sie nicht im Kleingedruckten am Ende der Seite.
  4. Bilde gültige, klickbare Gütesiegel/Zertifikate ab, deren Ermittlung transparent ist; neben Vertrauen geben sie Sicherheit.
  5. Halte Dein Versprechen – von der Adwords Anzeige, über die Landing Page bis hin zum Bestellprozess.

>> Zum Anfang

Ebene 6: Komfort

„Geht das alles einfach?“

Wurden die wichtigsten Fragen beantwortet und ist der Besucher bereit, sich für Dein Produkt zu entscheiden, so sollten ihm die letzten Schritte so einfach wie möglich gemacht werden. Auch wenn ein Formular unumgänglich ist, so sollte es den Eindruck erwecken, schnell ausfüllbar zu sein.

Google Anzeige – Suchbegriff: „Strom Anbieter“

Leider habe ich zu diesem Suchbegriff keine Anzeige gefunden, die mir schon vor dem Besuch der Seite verrät, wie einfach ein Anbieterwechsel ist. Daher nur eine Betrachtung der Landing Page.

Nicht-so-gut-Beispiel:

 

innogy

Auf den ersten Blick sieht die Landing Page von innogy zwar einfach aus, doch ich frage mich als Nutzer: Was passiert als nächstes? Wie funktioniert ein Anbieterwechsel online?

Positiv Beispiel:

E wie Einfach

E wie Einfach fragt im ersten Schritt zwar eine Sache mehr ab als innogy („Personen im Haushalt“), doch hier wird mir schon auf der Landing Page erklärt, wie es weiter geht. Ich sehe, dass der Anbieterwechsel nach nur drei Schritten erledigt ist und ich am Ziel bin.

>> Optimierungstipps für mehr Komfort

  1. Mache deutlich, wie einfach eine Anfrage oder Buchung funktioniert („In nur 3 Schritten…“), zeige dem Nutzer, wo er gerade steht was er richtig gemacht hat und wie die nächsten Schritte aussehen.
  2. Nutze Inline Validation.
  3. Vermeide Hürden (z.B. Captchas), reduziere die Anzahl an Formularfeldern und nutze Aufklappmenüs, um erst auf den zweiten Blick weitere Daten abzufragen.
  4. Setze kleine Schriftarten, Kursiv-Schreibweise und GROSSBUCHSTABEN nur gezielt und mäßig ein, denn sie behindern den Lesefluss.
  5. Ermögliche dem Nutzer, Richtung und Geschwindigkeit des Prozesses selbst zu steuern (Zurück-Button; kein time-out etc.).

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Ebene 7: Bewertung

„War das jetzt richtig?“

Auch wenn die 7. Ebene eigentlich nicht mehr auf einer Landing Page stattfindet, so gehört sie der Vollständigkeit halber hier mit aufgezählt und erläutert. Nachdem eine Entscheidung mehr oder weniger bewusst getroffen wurde, ist es wichtig, die Besucher darin zu bestärken, dass die Entscheidung auf jeden Fall richtig war und es keinen Grund für Reue oder ein schlechtes Gewissen geben muss. Eine umfangreiche Best Practice – Sammlung hat mein Kollege Marcel in dem Artikel 5 Tipps für bessere Kundenbindung und weniger Retouren zusammengestellt.

>> Optimierungstipps für eine bessere Bewertung

  1. Gebe positives Feedback und verstärke damit beim Kunden das Gefühl, das Richtige getan zu haben.
  2. Zeige, dem Käufer, was als nächstes passiert und vermittle ihm das Gefühl, weiterhin die Kontrolle zu besitzen; ein Käuferschutz nimmt zusätzlich Angst.
  3. Greife häufige Fragen auf und gebe sie als inneren Dialog wieder („Was passiert, wenn die Ware nicht rechtzeitig ankommt“; „Ich habe keine Bestätigungsemail erhalten, was nun?“).
  4. Nutze den Herdentrieb und gratuliere den Nutzern dazu, dass sie zu den glücklichen 10.523 Personen gehören, die das auch schon bestellt haben.
  5. Siegel und Zertifikate wirken auch nach dem Kauf und strahlen auf die Marke/ das Unternehmen ab

>> Zum Anfang

Download Checkliste für fesselnde Adwords Landing Pages

Die Checkliste mit allen 35 Tipps gibt es hier. Einfach herunterladen, ausdrucken und Deine Landing Page Tipp für Tipp optimieren. Viel Spaß damit! Download Checkliste

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Weiterführende Links

  • Send to Kindle
  • http://kKrft.ly/bLx
Gabriel Beck Gabriel Beck ist Mitglied der Geschäftsleitung der Web Arts AG. Zuvor hat er sich mit der Conversion Optimierung für die Kunden einer Performance Marketing Agentur gekümmert, wo er zuletzt als Standortleiter und Head of Conversion Optimization tätig war. Er betreibt das Blog conversiondoktor und spricht auf zahlreichen Konferenzen. Folgen Sie mir auf : Twitter // Facebook // Google+

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10 Reaktionen auf  “Diese Checkliste macht Deine Adwords Landing Page zum Treffer [Download]”

Kommentare

  1. Dominik Dominik

    Split URL Tests o.ä. lassen sich übrigens auch sehr gut mit dem Adwords Test Center abbilden. Um die Anzeigen individueller zu gestalten kann man auf die dynamisierenden Parameter in den Adwords Anzeigen eingehen. Ein paar Beispiele & Tipps für die Anzeigen: http://www.elexpress.de/blog/erfolgreiche-google-adwords-textanzeigen/

  2. Christoph Christoph

    Worauf man vielleicht noch verstärkt hinweisen könnte: Das Matching von „Werbung (Keyword+Anzeige) Landing-Page“ hat direkten Einfluss auf die Klickkosten.
    Über die Zielseitenerfahrung fließt die Relevanz – und damit im Prinzip all jenes, was oben beschrieben ist – direkt in den Qualitätsfaktor mit ein.
    Google empfiehlt: „Achten Sie darauf, dass die Zielseite in Bezug auf Ihren Anzeigentext und das Keyword direkt relevant ist“.

  3. Gabriel Beck Gabriel Beck

    Hi Christoph,

    danke für den Hinweis. Ich habe noch einen Link beim Punkt Relevanz ergänzt. Ich habe bereits einen Artikel zu den Auswirkungen der Optimierung auf die Kampagnen KPIs geschrieben, da sind alle Effekte mit drin >> //www.konversionskraft.de/strategie/das-92-1-dilemma-als-gefahr-fuer-ihr-online-marketing-budget-2015.html

    Danke nochmal!
    Gabriel

  4. Artur Jauk Artur Jauk

    Danke für den Artikel. Also kann man sagen, dass ich dem User das geben sollte, wonach er exakt gesucht hat.
    Und eine intelligente Benutzerführung, ohne zu viel Ablenkung, ist auch von Vorteil.

  5. Rico Patzer Rico Patzer

    Klasse Beitrag, vielen Dank!
    Habe ich direkt als ergänzenden Link für meine Leser zu meinem Adwords-Video-Crashkurs hinzugefügt: http://riconic.de/google-adwords-crashkurs/

    Beste Grüße

  6. Gabriel Beck Gabriel Beck

    Danke dafür!

  7. Matthias Matthias

    Hallo Gabriel,

    erstmal vielen Dank für diesen super Content! Konnte persönlich definitiv einiges dazu lernen!

    Allerdings, eine Frage dazu, ist es nicht von Adwords mittlerweile untersagt reine Landingpages zu bewerben? Oder wurde dies wieder verändert? Soweit mir bekannt, meckert die Leute von Google sogar teilweise wenn man bspw. einen Blogartikel promoted und in der Sidebar ein Eintragungsfeld hat.

    Würde mich über ein Feedback freuen!

    Liebe Grüße aus Schwerin

    Matthias

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