Von André Morys | Landingpage-Optimierung | 10 Reaktionen

Resultate zählen: WiderFunnel und das LIFT-Modell

24% mehr Sales. 48% Conversion Uplift. 60% mehr Leads. Chris Goward, President und Gründer von WiderFunnel aus Vancouver, feuert die Resultate seiner Tests in das Publikum der Conversion Conference in San Jose. Große Augen, offene Münder – mit Abstand liefert er die beste Präsentation hier. (und ich bin froh, mit WiderFunnel einen der renommiertesten internationalen Experten auf dem ConversionCamp in Frankfurt zu haben!)

Vorab: Einmal mehr wird der Unterschied zwischen Landing-Page-Optimierung und „echter“ Conversion-Optimierung deutlich. Es ist ein dramatischer Unterschied, ob ein E-Commerce-System in seiner systembedingten Komplexität oder eine einzelne Seite optimiert wird. Der Ansatz von Wider Funnel besticht durch Gültigkeit auf der Meta-Ebene – schließlich funktioniert das „L.I.F.T. Modell“ in beiden Welten.

Worum geht es?

Danke an Raquel Hirsch, ich darf den Original Blogpost aus dem Wider Funnel Marketing Optimization Blog übersetzen und verwenden:

Die Sechs Conversion-Faktoren

Das LIFT-Model von WiderFunnel dient als eine Art Framework, um die aus Kundensicht relevanten Faktoren der Conversion besser identifizieren zu können:

lift-model-widerfunnel

1. Value Proposition

Welchen Wert hat das Produkt oder die Lösung für den Kunden oder Nutzer? Die Value Proposition ist der wichtigste Faktor – quasi das „Vehikel“ der Conversion Optimierung. Die anderen fünf Faktoren können diesen Basiswert noch positiv oder negativ verändern.

2. Relevance

Entspricht die Seite oder Information dem, was der Nutzer sucht? Ist sie konform zu seinen Gedanken und Erwartungen? Relevanz ist der kritische Faktor in Bezug auf den Kontext der Seite oder den Übergang zwischen Werbemittel und Seite. Ohne Relevanz werden Besucher sich nicht orientieren können und die Seite verlassen.

3. Clarity

Werden Value Proposition und Call-to-Action als Elemente klar erkennbar? Klarheit ist der Faktor, mit dem Marketer am meisten kämpfen, schließlich gilt es sowohl gestalterisch als auch inhaltlich für maximale Klarheit zu sorgen. Gestalterische Klarheit sorgt für einen optimalen Blickverlauf. Inhaltliche Klarheit lässt beim Nutzer keine „Fragezeichen“ beim Betrachten und Lesen der Seite entstehen.

4. Urgency

Gibt es auf der Seite Indikatoren, dass die Aktion jetzt durchgeführt werden sollte? Dringlichkeit kann ein bestehendes, internes Gefühl des Nutzers sein oder von außen durch entsprechende Marketing-Maßnahmen (z.B. Verknappung) verstärkt werden.

Die nächsten drei Faktoren stellen Konversionsblocker dar:

5. Anxiety

Welche Bedenken könnten Nutzer haben bevor sie die Aktion auf der Seite durchführen?

 Ängste und Bedenken der Nutzer stehen in Zusammenhang mit der Vertrauen und der Glaubwürdigkeit, die sie auf einer Seite aufbauen wollen

6. Distraction

Gibt es (überflüssige) Elemente auf der Seite, die den Nutzer vom primären Ziel ablenken? Je mehr Elemente und Buttons auf einer Seite stehen, desto schwerer wird die (Conversion-) Entscheidung für den Nutzer. Der Verzicht auf überflüssige Elemente und Optionen wird die Konversionsrate steigern.

 

Der Einfluss dieser sechs Faktoren in allen Variationen kann durch einen Conversion-Experten in einem Test überprüft werden. Die sechs Faktoren helfen vor allem bei der Ableitung von Hypothesen, z.B. in Form einer Schwachstellen- oder Potenzialanalyse

Eine beispielhafte Landing-Page-Analyse von WiderFunnel

Landing-Page-Analyse WiderFunnel
Im nachfolgenden Beispiel zeigen die Conversion Experten von WiderFunnel, wie sie anhand einer Landingpage die relevanten Schwachstellen identifizieren um anschließend die dazu passende Hypothese zur Optimierung für einen Test abzuleiten.

Auf Basis dieser Hypothese wurde anschließend ein A/B/n-Test mit Hilfe von Google Website Optimizer durchgeführt. Das Ergebnis: 45% mehr Registrierungen. Details hierzu zeigt die dazu gehörige Case Study.

Mehr Informationen über WiderFunnel findet Ihr im Marketing Optimization Blog.

André Morys

André Morys ist Gründer und Vorstand von konversionsKRAFT und beschäftigt sich seit 1996 mit der Conversion Optimierung von Websites und Onlineshops. André Morys ist Dozent für User Experience an der TH Mittelhessen und Autor des Fachbuchs "Conversion Optimierung". Er ist häufiger Sprecher und Moderator auf Konferenzen.
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10 Reaktionen auf „Resultate zählen: WiderFunnel und das LIFT-Modell

  1. Hallo Andre,

    sorry, wenn das hier nicht reinpasst – übrigens guter Artikel – das Thema re-marketing. Wirst sicher bald was dazu schreiben…

    Hab mir die Funktion in Adwords angeschaut und eine Möglichkeit vermisst: Regel = Nur Besucher, die mehr als eine Seite angeschaut haben.

    Meiner Meinung nach, sind alle 100%igen „Abspringer“ nicht meine Zielgruppe. Siehst du das auch so?

    Gibt es eine Möglichkeit solch eine Regel zu erstellen? Nix gefunden…

    Danke & Gruß
    Daniel

    • von Matthias Henrici

      Es war schon erstaunlich was auf der Konferenz für Zahlen genannt wurden.
      Viele kennen sicher auch die „unglaubliche“ Konversionsrate von 36% von ProFlowers, diese Zahlen wurden in diesem Zusammenhang schon oft angezweifellt. Aber weit gefehlt: Larry Marine von der Firma „Intuitive Design“ stellte eine der Nielsen-Studien vor, nach der z.B. neben der CR von 36% auch noch bewiesen wurde, dass es bei ProFlowers zudem eine repeat-buyers-rate von bis zu 50% (!) gibt. Und so ganz nebenbei hat die Seite auch noch eine der höchsten up-sell-rates von 60 bis zu 80%. Solche Zahlen und Konversionsraten bekommt man nicht geschenkt, daran arbeiten Konversionsspezialisten Tag und Nacht!

      • Die Grafik erklärt mir anschaulich den Zusammenhang von all den Einflüssen, die eine Rolle für eine erfolgreiche Landingpage Optimierung spielen.

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