Conversion Whiteboard 15: Der Dunning – Kruger – Effekt der Organisation

Mit dem heutigen Conversion Whiteboard fühlen wir Dir ein wenig auf den Zahn. Wir beleuchten den Dunning-Kruger-Effekt der Unwissenheit, möchten Dir aber gleichzeitig dabei helfen, diesen Effekt zu vermeiden. Was blinde Flecken, das Johari-Fenster und User Research damit zu tun haben, erfährst Du mal wieder kurz und knapp in unserem Whiteboard-Video.

Was ist der Dunning-Kruger-Effekt?

Der Dunning-Kruger-Effekt ist nach David Dunning und Justin Kruger benannt. Sie haben im Jahr 1999 eine kognitive Verzerrung nachgewiesen. Diese besagt, dass weniger wissende Menschen dazu tendieren, sich selbst und ihre Fähigkeiten zu überschätzen. Gleichzeitig unterschätzen sie die Kompetenzen anderer oder erkennen diese nicht.

Der Zusammenhang ist gar nicht so weit hergeholt. Denn wie kann jemand wissen, dass er nicht über bestimmtes Wissen verfügt, wenn er nicht einmal weiß, dass dieses Wissen existiert…? Nach Dunning sind…

…die Fähigkeiten, die man braucht, um eine richtige Lösung zu finden, genau jene Fähigkeiten, die man braucht, um eine Lösung als richtig zu erkennen. (Quelle)

Hmm… Ziemlich verzwickte Sache. Aber es ist möglich, die eigenen Kompetenzen durch Bildung oder Übung zu steigern und zu lernen, sich und andere besser einzuschätzen.

Der blinde Fleck der Organisationen

Was im Kleinen für das Individuum gilt, ist auch in Groß bei Organisationen zu beobachten. Natürlich sind Organisationen in der Regel nicht unwissend. Dennoch sind sie sich zum Teil nicht bewusst, dass sie noch Wissenslücken haben und wo diese liegen.

Sicher ist Dir „Betriebsblindheit“ ein Begriff. Auch hier steckt ein wissenschaftliches Modell dahinter, und zwar das Johari-Fenster, das bereits 1955 von den Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham entwickelt wurde:

 

johari-fenster

Das 4-Felder-Modell bildet vier verschiedene Wissens-Bereiche ab: Zwischen Dingen, die allen unbekannt oder allen öffentlich bekannt sind, liegen Dinge, die nur die Organisation selbst weiß (Stichwort: Betriebsgeheimnis). Doch es gibt noch ein 4. Feld, den „Blinden Fleck“.

Der blinde Fleck beschreibt quasi das Geheimnis der anderen, also etwas, was den anderen ganz offensichtlich, der Organisation jedoch unbekannt ist.

Als Mensch weiß man z.B. nicht, wie man selbst auf andere wirkt. Bei der Conversion Optimierung weiß man nicht, wie die Webseite auf die Kunden wirkt.

Die Lösung: User Reach

Optimierer können ihren „blinden Fleck“ im Johari-Fenster bekämpfen, indem sie mehr darüber lernen, wie ihr Angebot auf den Betrachter wirkt. Nutzeranalysen sind ein wunderbarer Weg, um herauszufinden, wie Deine Webseite auf Deine Kunden wirkt.

Also: Rede mehr mit Deinen echten Kunden! Suche den Kontakt zu ihnen und hol ihr Feedback ein. Nur so kannst Du den blinden Fleck verkleinern oder schließen. Und so vermeidest Du auch den Dunning-Kruger-Effekt!

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André Morys André Morys ist Gründer und Vorstand der Web Arts AG und beschäftigt sich seit 1996 mit der Conversion Optimierung von Websites und Onlineshops. André Morys ist Dozent für User Experience an der TH Mittelhessen und Autor des Fachbuchs "Conversion Optimierung". Er ist häufiger Sprecher und Moderator auf Konferenzen. /// @morys auf Twitter folgen /// facebook /// Google+

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